Videobearbeitung

Magix Video Pro X4 im Test

Dienstag, 15.05.2012 | 09:00 von Matthias Ott
Bildergalerie öffnen Video Pro X4 ist eine Software für Profis, mit der sich auch dreidimensionale Filme produzieren lassen
© Magix
Magix Video Pro X4 ist eine Videoschnitt-Software für Profis und erfahrene Filmemacher. Das zeigt auch schon der Preis von rund 400 Euro. Für ambitionierte Schneidekünstler ist das Programm trotzdem interessant.
Mit optimiertem Layout und einer verbesserten Performance will der Hersteller professionelle Videobearbeitung und Benutzerfreundlichkeit miteinander verbinden.

Schon die Liste der einlesbaren Formate zeigt, Magix Video Pro X4 kann mehr als eine Standard-Software. Neben den gängigen Consumer- und Industriestandards werden das von Apple entwickelte ProRes- oder Sonys XD-Cam-Format unterstützt, mit dem die Fernsehsender ARD, WDR oder Sat1 seit ein paar Jahren arbeiten.

Dank der Importfunktion 3D-fähiger Formate, wie MVC können Sie jetzt auch dreidimensionales Videomaterial produzieren. Um dieses in vollem Umfang zu bearbeiten, bietet die Schnittsoftware zahlreiche 3D-Übergänge, Effekte und einen 3D-Titelgenerator, der zusammen mit dem 3D-Editor „Magix 3D Maker“ kaum Wünsche offen lässt.

Beim AVCHD-Import von einer Speicherkarte öffnet sich nach dem Einlegen des Datenträgers automatisch der Import-Assistent. Dieser erkennt die Speicherkarte als Videoquelle und bietet eine Thumbnail-Übersicht, mit Vorschau- und Auswahlfunktion der zu importierenden Videoclips.

Effekte können jetzt im Vollbildmodus bearbeitet werden

Sie können jetzt Effekte im Vollbildmodus anwenden und hat damit die Möglichkeit, die Ergebnisse noch genauer zu kontrollieren. Alternativ fügen Sie Effekte über die Timeline in Videoprojekte ein – dank Mehrfachauswahl lässt sich so viel Zeit sparen.
Für einzelne Videoclips können direkt in der Timeline Einstellungen für Lautstärke und Transparenz vorgenommen oder einzelne Spuren ausgeblendet werden. So kann etwa die Filmbearbeitung im Multicam-Modus beschleunigt werden.

Verbessert hat Magix unter anderem die Zeitlupenfunktion: Durch Interpolation von Zwischenbildern wird eine deutlich flüssigere Zeitlupenwiedergabe als bei anderen Schnittprogrammen erreicht. Mit Hilfe eines „Jog“- und „Shutter“-Drehreglers können Videoclips mittels Keyframes bildgenau ausgewählt werden. Dank des Drei- oder Vier-Punkt-Schnitts können Sie Videos passgenau bearbeiten, schon bevor sie in die Timeline eingefügt werden.

Um Ihre Werke noch hochwertiger aussehen zu lassen, gibt es eine Reihe von Zusatzprogrammen und Plug-ins, beispielsweise  „Red Giant“ für erweiterte Farbanpassungen oder „Digieffects“ für realistische Partikelsimulationen wie Regen-, Schnee- oder Lichteffekt.

Prinzipiell gelten bei Video Pro X4 dieselben Hardware-Anforderungen wie bei anderen Videoschnitt-Programmen. Ein schneller Multicore-Prozessor, eine flotte Grafikkarte und reichlich Arbeitsspeicher machen sich beim Rendern und Export bezahlt. Der Hersteller empfiehlt eine AMD-FX- oder Intel-Core-i7-CPU für optimale Performance. Neben CUDA und OpenCL für GPU-Berechnungen wird auch Intels Quick Sync unterstützt. Somit wird Videobearbeitung auch auf Netbooks und Notebooks mit entsprechendem Intel Chipsatz möglich, die keine eigene Grafikkarte haben.

Magix bietet vollen Support für Videocapturing-Karten von „BlackMagic“, die auch im Broadcasting-Bereich verwendet werden. Über HDMI- oder SDI-Ports lassen sich Vorschaubilder in Echtzeit auf Kontrollmonitoren mit Auflösungen von bis zu 1080i ausgeben.

Fazit des Tests der Videobearbeitung Magix Video Pro X4

Die Software bringt den Videoschnitt aus dem Fernsehstudio auf die Rechner ambitionierter Schneidekünstler. Der Spagat zwischen Profi- und Amateurliga gelingt unter anderem durch die erweiterte Codec- und Formatkompatibilität und die komfortable Bedienerführung.

Anbieter Magix  
Voraussetzungen (Herstellerangaben)
Prozessor / Arbeitsspeicher Intel, AMD Dual-Core, ab 2 GHz/ 1 GB
Plattenplatz 1 GB (mindestens)
Betriebssysteme Windows XP, Vista, 7
Ausstattung und Funktionen (50 %) Gewichtung Note
SD-Videos ladbar analoge Quelle / DV-Kamera / DVB-Karte / Video-DVD 3 % ja / ja / ja / ja 1,00
HD-Videos ladbar aus HDV-Camcorder / AVCHD-Camcorder mit Festplatte / Pocket-HD-Camcorder / Blu-ray 3 % ja / ja / ja / ja 1,00
Ladbare Standard-Videodateiformate (Codec) 3 % DivX, DV-AVI, MPEG-1/2/3/4 (H.262, H.264, AVC) WMV 1,50
Ladbare HD-Videodateiformate (Codec) 3 % MPEG-2/4 (H.264, AVCHD, MXV, MVC, WMV-HD) 1,50
Speicherbare Standard-Videodateiformate (Codec) 4 % DV-AVI, MPEG-2/4 (H.262, H.264, MJPEG, WMV) 2,00
Speicherbare HD-Videodateiformate (Codec) 4 % MPEG-2/4 (H.262, H.264 /AVCHD,WMV-HD) 2,00
Wichtige Videobearbeitungsfunktionen 3 % ja 1,50
Anzahl der Filter / 3D-Blenden 3 % über 100 / 39 1,50
Szenenmanipulation (Keyframe Editing) / Animationen / Hintergrundaustausch (Chroma Keying) / Bild im Bild 3 % ja / ja / ja /ja 1,00
Arbeitsschritte rückgängig machen 3 % ja (100) 1,50
Qualität des Titelgenerators / Möglichkeiten zur Menügestaltung 3 % sehr gut / gut 1,50
Ladbare Bildformate 3 % JPG, TIF, GIF, BMP, PSD, TGA 1,50
Möglichkeiten zur Bildkorrektur 3 % ja 1,50
Ladbare Audiodateiformate 2 % MP3, OGG, WMA, WAV 1,50
Wichtige Audiobearbeitungsfunktionen / -Effekte 2 % ja / ja 1,00
3D-Unterstützung (Import/Bearbeitung/Export) 3 % ja / ja / ja 1,00
Bild und Ton trennen bei SD- / HD-Videos 2 % möglich / möglich 1,00
Ausstattung und Funktionen Summe 50 % Zwischennote 1,36
Leistung und Zuverlässigkeit (35%) Gewichtung Note
Mehrere Dateien auf einmal einlesen 5 % ja 1,00
Automatische Szenenerkennung 5 % ja 1,00
Anzahl der Audio-/Videospuren 5 % 99 / 99 1,50
Storyboard / Zeitleiste (Timeline) / automatischer Schnitt 5 % ja / ja / ja 1,50
Bildgenau schneiden / trimmen 5 % möglich / möglich 1,50
Einfügen von Hintergrundmusik bildgenau 5 % ja / einfach 1,00
Automatische Schnittmöglichkeit / Qualität 5 % ja / gut 2,00
Leistung und Zuverlässigkeit Summe 35 % Zwischennote 1,36
Bedienung und Dokumentation (15%) Gewichtung Note
Bedienelemente selbsterklärend / deutsch 3 % ja / ja 1,00
Handhabung (persönliche Meinung des Testers) 3 % gut 2,00
Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter 3 % kostenlos über Community 1,50
Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung 3 % ja / ja (320 Seiten) 1,00
Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch 3 % ja / ja / ja 1,00
Bedienung und Dokumentation Summe 15 % Zwischennote 1,30
Testnote 100 % sehr gut 1,35
Preisurteil akzeptabel
Preis (UVP des Herstellers) 399 Euro
Dienstag, 15.05.2012 | 09:00 von Matthias Ott
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