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DivX 7 Pro

03.03.2009 | 08:00 Uhr |

DivX 7 Pro soll durch den Videokompressions-Standard H.264 hochauflösende Videos auf PCs verfügbar machen. Die Umsetzung ist noch nicht ganz gelungen. Im Test zeigten sich Schwächen beim DivX Converter und der DivX Player stellt hohe Anforderungen an die Hardware.

Die neue Version 7 von DivX bereitete bei der Installation keine Probleme, ältere DivX-Pakete wurden anstandslos ersetzt. Der Codec zur Wiedergabe von DivX-Filmen ist nach wie vor kostenfrei, zum Konvertieren von Videos benötigt man das kostenpflichtige Pro-Paket - in der Gratis-Fassung ist lediglich eine 15-Tage-Testversion des Converters enthalten. DivX 7 setzt gegenüber den früheren Versionen auf effizientere Kompressions-Methoden für Video- und Audio-Daten. Der bisherige Video-Standard MPEG-4 Part 2 (ASP) wird durch MPEG-4 Part 10 – auch als H.264 oder AVC bekannt - ersetzt und firmiert hier unter dem Namen DivX Plus. Damit lässt sich eine Video-DVD auf etwa die Hälfte der Datenmenge komprimieren. So passen rund vier Stunden Video in hoher Qualität auf eine Standard-DVD. Mit dem üblichen MPEG-2-Codec war bereits nach zwei Stunden Film Schluss. Auch beim Audio-Format geht DivX neue Wege, trennt sich vom bisherigen MP3-Codec und setzt ab DivX Plus auf MPEG 4 Advanced Audio Coding (AAC). Der DivX Converter erstellt Videos per Drag&Drop in unterschiedlicher Qualität. Neben zwei Profilen für mobile Geräte kann der Nutzer Home Theater, HD 720p, HD 1080p und DivX Plus HD auswählen.

Handhabung: Um H.264-Videos zu erstellen, muss das „DIVX PLUS HD“-Profil gewählt werden. Alle anderen Profile erzeugen noch immer MPEG-4 ASP im AVI-Container. Negativ: Weitere Encoder-Einstellungen sind im DivX Converter nicht verfügbar. Nicht einmal die Einstellung der Bitrate ist vorgesehen. Erfreulich dagegen, dass sich DivX beim Profil „DIVX PLUS HD“ für das im Internet weit verbreitete Matroska-Container-Format (MKV) entschieden hat. Ein weiteres Indiz, dass der Umstieg auf Version 7 noch nicht vollendet ist: Der DivX-Codec meldete sich beim Test als die bekannte Version 6.8.5. Daran änderte auch das zum Testzeitpunkt verfügbare, knapp 18MB große, Update nichts. Der Standalone-Codec für VirtualDub und ähnliche Software unterstützte daher nur das MPEG4-ASP-Profil und kein H.264-Video. Probleme traten im Test beim Konvertieren von Video-DVDs auf. Auf verschlüsselte Scheiben reagierte der DivX Converter mit „Unbekannter Fehler 5092“. Ungeschütztes Material dagegen wurde oft mit dem Hinweis abgelehnt, dass keine variablen Bitraten unterstützt werden. Aber das MPEG-2/DVD-Plug-in zum Archivieren von DVDs liegt sowieso nur in einer Testversion bei. Auch bei DivX 7 Pro sind dafür nach gut zwei Wochen noch einmal etwa acht Euro fällig.

Gut: Die beiden CPU-Kerne der Test-Rechner wurden vom DivX Converter jeweils gleichmäßig genutzt. Die erzeugten MKV-Dateien (DivX Plus HD) sahen im Test recht gut aus und kamen den Dateien, die mit HD 1080p kodiert wurden, relativ nahe. Die Dateigröße war beim Matroska-Container durchschnittlich 60 Prozent kleiner. Der DivX Player spielte im Test ältere DivX-Files klaglos ab. Lediglich bei Aufnahmen vom bekannten Onlinetvrecorder verweigerte sich die Version 7: weder Ton noch Bild wurden wieder gegeben. Erst nach dem Konvertieren wurden die TV-Mitschnitte angezeigt. Das kostete zwar viel Zeit, verbesserte aber die Farbdarstellung subjektiv. MKV-Dateien aus dem Internet stellten für den Player dagegen keine Hürde dar, eher schon für die Test-Hardware. Die beiden Kerne eines Intel Dual Core 6320 kamen beim Abspielen von MKV-Dateien ziemlich ins Schwitzen. Mitunter traten sogar vereinzelt Ruckler auf. Auch bei einem AMD Dual Core 5050e war die Auslastung mit durchschnittlich 80 Prozent recht hoch.

Fazit: DivX 7 ist ein Schritt in die richtige Richtung, derzeit ist ein Umstieg jedoch nicht uneingeschränkt ratsam. Jedoch eignet sich der kostenfreie Player gut für hochauflösendes Video im MKV-Container.

Alternative: Zur Wiedergabe von MKV-Videos eignet sich der VLC Media Player, zum Erstellen gibt es MKV-Toolnix (beides kostenfrei unter www.pcwelt.de ).

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,5
Bedienung (35%): Note 1,5
Dokumentation (5%): Note 4,0
Installation/De-Installation (5%): Note 1,5
Systemanforderungen (5%): Note 3,5

GESAMTNOTE: 2,2

Anbieter:

DivX Inc.

Weblink:

www.divx.com

Preis:

16 Euro

Betriebssysteme:

Windows XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 55 MB

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