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Vergleichstets: Philips SL-400i gegen Roku M-1000

14.09.2005 | 15:36 Uhr |

Media Streamer, auch Netzwerk-Player oder Media Receiver genannt, erlauben eine extrem komfortable Verbindung zwischen Computer und AV-Anlage. Digital.World hat zwei Modelle getestet.

Wenn Sie Fotos, Videos oder Musik auf Ihrem PC haben, ist ein Netzwerk-Player die ideale Ergänzung. Damit können Sie die Medieninhalte über die AV- oder Hi-Fi-Anlage wiedergeben, bequem vom Sofa aus gesteuert, ohne umständliches Einlegen von CDs oder DVDs. Darüber hinaus stehen die Medieninhalte auch in anderen Räumen zur Verfügung. Insbesondere für größere Datenmengen - also etwa Tausende MP3-Files und Fotos - ist das eine feine Sache. Der Transport vom PC läuft über Standard-Netzwerktechnik oder per WLAN. Audio- oder Videokabel werden an den Netzwerk-Player angeschlossen wie an einen DVD-Player.

Universalgeräte beherrschen Audio, Video und Foto, wobei die Anzeige der Dateinamen in der Regel über den TV-Monitor erfolgt. Das ist die beste Art der Anzeige, da sie das bequeme Ablesen auch aus mehreren Metern Entfernung vom Sitzplatz aus erlaubt. Dafür muss der Fernseher allerdings auch im reinen Audiobetrieb immer mitlaufen. Reine Audio-Player hingegen kommen ohne Anschluss für den TV-Monitor aus und besitzen zur Anzeige ein Display am Gerät. Daher sollte der Player in näherer Umgebung des Sitzplatzes stehen.

Für den Test hat Digital.World zwei Geräte der Spitzenklasse ausgewählt: Der SL-400i ist das Flaggschiff von Philips' Planet-Home-Serie (500 Euro), der M-1000 von Roku kostet 250 Euro. Dabei nimmt der Philips eine Sonderrolle ein, da er als Einziger der derzeit angebotenen Universal-Player neben der TV-Anzeige auch ein Display aufweist. Roku bietet mit dem M-2000 eine Luxusversion des M-1000 an, der für rund 400 Euro größere Abmessungen mit deutlich größerem Display besitzt. Das Ablesen ist damit auch aus einer Entfernung von mehreren Metern möglich. Ein weiterer Unterschied liegt in der edleren Verarbeitung, während die technischen Daten identisch sind.

Per Software wird der PC zum Server

Jeder Netzwerk-Player braucht eine Software, die auf einem PC installiert wird und diesen erst zum Server macht. Philips setzt auf eine eigene Software, Roku auf den Slim-Server, eine Open-Source-Software. Beide Testkandidaten lassen sich sowohl mit dem PC als auch mit dem Mac nutzen - letzteres ist durchaus nicht selbstverständlich. Pluspunkte können beide Player für die Unterstützung des UPnP-AV-Protokolls (Universal Plug and Play) kassieren, durch das sich der Aufbau eines multimedialen Heimnetzwerks vereinfacht. Die Voraussetzungen dafür sind, UPnP in Windows XP zu aktivieren und einen UPnP-fähigen Router zu verwenden. Für die Kommunikation mit dem Server-PC sind beide Kandidaten mit WLAN ausgerüstet: der Philips mit WLAN-G, das unter günstigen Empfangsbedingungen auch die Übertragung von MPEG-2-Videos erlaubt, der Roku mit WLAN-B, was freilich für den Audiobetrieb völlig ausreicht.

Ein wichtiges Kaufkriterium ist die Unterstützung vieler Formate. Im Videobereich beherrscht der Philips MPEG 1/2/4 sowie Divx und Xvid. Das für die Distribution per Web an Bedeutung gewinnende WMV von Microsoft fehlt, ebenfalls die bei zukünftigen Modellen kommende Unterstützung von hochauflösenden Videoformaten. Fotos zeigt der SL-400i im JPG-, GIF- und BMP-Format an. Für Audio gibt es MP3, MP3 PRO, WAV und AC3, Letzteres auch bei Divx-Filmen. Auch hier fehlt das Microsoft-Format WMA und damit die Wiedergabemöglichkeit von Web-Kaufmusik, die nach der DRM-Rechteverwaltung (Digital Rights Management) geschützt ist.

Roku: Der erste Net-Player mit DRM

Gerade DRM ist aber die Stärke des Roku-Players, nur wenige Player können das bislang. Neben WMA akzeptiert der M-1000 MP3, WAV, AIFF und AAC; Letzteres (trotz Einbindung in iTunes) aber nicht in der Version des iTunes Music Store. Den dafür nötigen Net-Player wird Apple wohl selbst bauen. Für einen Top-Audio-Player wie den Roku wünscht sich der Musikliebhaber vielleicht noch Ogg Vorbis. Beide Testkandidaten erlauben den Empfang von Web-Radio, am besten in Verbindung mit einer DSL-Flatrate. Neben den Formaten sind auch die Anschlüsse von Bedeutung.

Für Bildinhalte bietet der Philips FBAS, S-Video und RGB, aber keinen Komponentenausgang. Digitalaudio gibt's in Koaxialausführung. Der Roku besitzt für digitales Audio auch einen optischen Ausgang. Da der Netzwerk-Player vollständig über die Fernbedienung gesteuert wird, ist deren Konzeption von größter Bedeutung. Die Reichweite sollte so bemessen sein, dass auch auf Reflexionen von der dem Gerät gegenüber liegenden Wand noch eine sichere Reaktion erfolgt. Damit ist gewährleistet, dass die Fernbedienung bei seitlicher Aufstellung des Players auf den Fernseher gerichtet werden kann. Wichtig ist weiterhin die Lautstärkefernbedienung, die beim Philips jedoch fehlt. Pegelunterschiede müssen also mit der Fernbedienung des AV-Receivers ausgeglichen werden. Der Roku ist diesbezüglich vorbildlich ausgestattet, zumal die Pegelabstufung in fein gestuften Schritten erfolgt.

Wer auf das letzte Quäntchen Klang Wert legt, sollte allerdings den klanglich perfekten Digitalausgang des Roku verwenden, denn bei analoger Ausgabe kommt es zu einem leichten Tiefbassabfall. In dieser Anschlussart wirkt freilich die Lautstärkefernbedienung nicht. Die Bild- und Tonqualität des Philips ist bei allen Anschlussarten optimal. Das FBAS-Videosignal wird in seiner gesamten Bandbreite übertragen, so dass selbst dabei noch ein gutes Bild entsteht.

Fazit

Der Roku M-1000 hat uns wegen seiner Formatvielfalt bis hin zu aktuellen DRM-Musikinhalten überzeugt, der Philips SL-400i wegen seiner universellen Einsatzmöglichkeiten für Audio, Video, Foto. Und das bei durchwegs sehr guter Wiedergabequalität.

Philips SL-400i
Vergrößern Philips SL-400i
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