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Vergleichstest: Tragbare MP3-USB-Sticks

01.12.2004 | 12:36 Uhr |

MP3-USB-STICKS sind äußerst beliebt. Kein Wunder, eignen sie sich doch zum einfachen Datentransport ebenso wie zum Musikhören. Die neueste Generation präsentiert sich außerdem in schickem Design. Digital.World hat zehn Modelle für Sie getestet.

RELEVANZ: BRAUCHE ICH EINEN MP3-USB-STICK?

+ GRÖSSE UND GEWICHT Durch die Flash-Speichertechnik ist der USB-Stick so klein und leicht, dass er problemlos in die Hosentasche passt.

+ PERFEKT FÜR DEN SPORT Neben der Größe überzeugt die absolute Unempfindlichkeit gegen Erschütterungen - selbst beim Joggen in härtester Gangart.

+ MEHRFACHNUTZEN Der USB-Stick lässt sich ohne Kabel in den Computer einstecken und ist daher optimal für den Transport kleinerer Datenmengen aller Art geeignet.

- HOHER PREIS Selbst der preisgünstigste Testkandidat - der MSI für 107 Euro - bietet nur ein Sechzehntel des Speichers eines HD-Portables mit 4 GB. Als Beispiel sei der iPod mini von Apple genannt. Dieser ist ebenfalls recht klein und kostet mit 260 Euro nur das 2,4-fache.

= BEDINGTER KAUF Empfehlenswert, wenn Sie einen perfekten Musikbegleiter - auch für den Sport - suchen und auf bequemste Weise wichtige Daten bei sich führen möchten.

DIE AUSWAHL

Um einen sinnvollen Vergleich ziehen zu können, enthält der Test ausschließlich Geräte mit 256 MB Speicher. Die Mehrzahl der Testkandidaten ist aber auch mit 128 beziehungsweise 512 MB Speicherkapazität erhältlich.

FIT FÜR DIE ZUKUNFT

In Verbindung mit dem Digital Rights Management (DRM) ist Windows Media Audio (WMA) ein Format, in dem kommerzielle Downloads angeboten werden. Um derart codierte Musik auf portablen Musik-Playern abspielen zu können, müssen diese dafür vorbereitet sein. In unserem Testfeld trifft dies bisher nur auf den Muvo TX von Creative zu. Durch Firmware-Updates lassen sich MP3-Player in der Regel nachrüsten.

Das Konzept überzeugt: Einfach den Player in den Computer einstecken, Musik oder Daten darauf ziehen, fertig. Im Gegensatz zu anderen Flash-Playern ist der USBStecker bei der Stick-Variante gleich ins Gehäuse integriert. Dadurch ist zum Anschluss an den Rechner kein Kabel erforderlich. Als Speicher dienen Flash-Typen, die ohne jegliche Mechanik auskommen und extrem klein hergestellt werden. Der MP3-USB-Stick passt bequem in die meisten Hosentaschen und wird zum perfekten ständigen Begleiter. Damit nicht genug: Durch das Fehlen beweglicher Teile lassen sich Flash-USB-Sticks selbst von härtesten Stößen nicht aus dem Takt bringen. Sie eignen sich - wie die Flash-Player - ideal für den Sport.

Steckervielfalt

Die äußere Erscheinung der meisten MP3-USB-Sticks ist von Funktionalität geprägt: Eine längliche Form mit angesetztem Stecker, der durch eine aufsteckbare Kappe geschützt wird. Bei einigen neuen Modellen hatten nun offenbar die Designer das Wort. Ein durchaus ansehnliches Resultat, wie es zum Beispiel Maycom mit dem XR-21 und Mambox mit dem P-540 demonstrieren. Dabei sitzen die Stecker versenkt auf der Rückseite und lassen sich einfach ausklappen. Beim Maycom wird daraus eine Stütze zum Aufstellen. Samsung präsentiert mit dem YP-T5 einen der kleinsten MP3-Player überhaupt. Der Anschluss erfolgt - wie beim Muzio JM-200 - per Steckadapter. Beim schmucken Elta-Player lässt sich der Stecker ins Gehäuse einschieben, Trekstor erreicht den Schutz über ein bewegliches Gehäuseteil. Durch die neue Design-Vielfalt wird der Unterschied zwischen den MP3-USB-Sticks und den normalen Flash-Playern geringer.

Ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf ist die Speichergröße. Um einen sinnvollen Vergleich zu erzielen, haben wir für unseren Test ausschließlich Modelle mit 256 MB ausgewählt. Erhältlich sind die meisten Testkandidaten auch mit 128 und/oder 512 MB. Diese Information entnehmen Sie dem Testexpress. 256 MB reichen für eine Musikspieldauer von etwa vier Stunden bei einer Datenrate von 128 KBit/s. Ab dieser Rate ist guter Hi-Fi-Klang möglich. Damit sind die meisten MP3-Musikstücke codiert.

Zukunft: Legale Web-Musik

Außer dem Mambox P-540 können alle getesteten Player neben MP3 das Microsoft-Format WMA abspielen. WMA ist eines der gängigen Formate für legale Musik-Downloads, allerdings müssen die Player für deren Wiedergabe vorbereitet sein. Bei unseren Testkandidaten ist das bisher nur beim Muvo TX von Creative der Fall. Durch Firmware-Updates lassen sich MP3-Player in der Regel entsprechend nachrüsten. MSI wird für den Megastick 256 in Kürze ein Update bereitstellen. Philips plant diesen Schritt für alle hauseigenen Player. Völlig außen vor bleiben die USB-Player - wie die meisten HD- und CD-Kollegen - hingegen bei den beiden wichtigsten Web-Musik-Services iTunes Music Store von Apple und Connect von Sony. Apple erlaubt die Wiedergabe nur über die eigenen iPod-Player. Das Atrac-Format von Sony läuft bisher ausschließlich auf der hauseigenen Player-Familie sowie auf Modellen der Sony-Tochter Aiwa.

Apropos Apple: Die Sticks von Maycom, Mambox, Philips und Trekstor kommunizieren mit Macintosh-Rechnern. Mit PCs arbeiten alle zusammen. Ist der Musiktransfer von der Festplatte des Computers die wichtigste Quelle, kann es in manchen Fällen nützlich sein, wenn ein Portable auch direkt aufnimmt. Mit guten Klangresultaten erledigen das nur der Samsung und der Trekstor. Bei den Geräten von Maycom und Xelo ist die Direktaufnahme zwar möglich, durch das fast gänzliche Fehlen der Bässe aber nicht empfehlenswert. Ähnliches gilt für den Muzio, der in dieser Betriebsart im Vergleich zu den Testkonkurrenten völlig inakzeptabel klingt. Diese Aussagen gelten für Aufnahmen von externen Programmquellen über den Line-Eingang. Darüber hinaus sind mit allen Sticks, außer dem Philips, Aufnahmen über eingebaute Mikrofone möglich. Das reicht jedoch meist nur für Sprachnotizen. Als dritte Musikquelle gibt es den UKW-Empfang - lediglich Creative, Philips und Xelo haben darauf bei ihren Playern verzichtet.

Akku oder Batterie?

Die Stromversorgung der Player läuft in der Regel per Batterie. Nur Muzio, Philips und Trekstor liefern ihre Sticks mit integrierten Akkus aus, die direkt über den USB-Anschluss geladen werden. Philips packt sogar ein Extra-Batteriefach bei, so dass bei leerem Akku trotzdem weiter Musik erklingt. Bei der relativ geringen Speichergröße der Flash-Player ist das weniger wichtig, zumal die Akkulaufzeiten sehr hoch ausfallen - etwa bei Muzio, Creative oder Trekstor mit 18, 16 bzw. 13 Stunden. Wie sehr viele MP3-Portables aller Kategorien erreichen auch die USB-Sticks ihr bestes Klangergebnis beim Anschluss an eine Stereo-Anlage. Nur der Philips betont dabei die Bässe etwas zu stark. Der Elta unterdrückt einen Teil der mittleren Tonlagen. Beim Anstecken eines Kopfhörers kommt es oft zu leicht reduzierter Basswiedergabe, die sich bei Modellen mit frei einstellbarem Equalizer kompensieren lässt. Keine Probleme hat damit der Mambox-Player, doch spielt dieser insgesamt deutlich zu leise. Die besten Ohrhörer schließlich liegen Maycom, MSI und Samsung bei. Der Klang lässt sich jedoch - insbesondere bei den anderen Playern - durch Zukauf eines hochwertigen Modells verbessern. In Frage kommt dafür etwa der MX-300 von Sennheiser, der nur 15 Euro kostet.

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