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Vergleichstest: Tragbare MP3-Flash-Player

01.09.2004 | 14:15 Uhr |

Wenn es um Musik fürs Joggen geht, spielen MP3-Flash-Player die erste Geige. Sie sind handlich, leicht und lassen sich selbst durch Stöße nicht aus dem Takt bringen. Sehen Sie zehn Modelle auf dem Prüfstand.

RELEVANZ: BRAUCHE ICH EINEN MP3-FLASH-PLAYER?

+ GRÖSSE UND GEWICHT Durch seine minimalen Abmessungen passt der Flash-Player in jede Tasche und lässt sich problemlos überallhin mitnehmen.

+ PERFEKT FÜR DEN SPORT Neben der Größe überzeugt die absolute Unempfindlichkeit gegen Erschütterungen - selbst beim Joggen in härtester Gangart.

+ MEHRFACHNUTZEN Der Flash-Player ist nicht nur für Musik, sondern auch für sonstige Daten als Speicher nutzbar. Außerdem sind einige Modelle für Direktaufnahmen von Musik geeignet.

- HOHER PREIS Zu Preisen um 200 Euro bieten MP3-Player mit Flash-Speicher 256 MB. Das entspricht vier Stunden Musik in Hi-Fi-Qualität. Im Vergleich dazu sind Festplattengeräte mit 1-Zoll-HD und vier GB für etwa 280 Euro günstiger.

= KAUF Empfehlenswert, wenn Sie einen perfekten, kleinen Begleiter für den Sport suchen oder Wert auf möglichst geringe Abmessungen legen.

Musik beim Joggen ist der Hit und perfekt realisierbar per Flash-Player. Neuester Clou ist der YP-60 von Samsung, der neben der Musikversorgung auch gleich die Kondition überwacht. Dafür besitzt der Player einen eingebauten Herzfrequenzmesser, dessen Resultate später am PC ausgewertet werden können. Das Leichtgewicht FY200 von Mpio bringt gerade einmal 43 Gramm auf die Waage.

Damit eignet er sich nicht nur für den Sport, sondern auch sehr gut für die Damenhandtasche. Der Creative Muvo Slim im Scheckkartenformat wird als einziger der Testkandidaten mit einem Akku geliefert, der sich durch den Benutzer auswechseln lässt. Der Pontis SP 600 bringt es auf 104 Gramm. Damit kommt er bereits in die Region aktueller Festplatten-Portables mit 1-Zoll-Platte.

Sinnvoll: Die Speichererweiterung

Die Flash-Karten unterliegen einem starken Preisverfall, der Speicher kann nachträglich bequem aufgerüstet werden. Auf 256 MB passen nur vier Stunden Musik, 65 Stunden dagegen auf aktuelle HD-Portables mit einer vier Gigabyte großen 1-Zoll-Platte.

Kritischer Vergleich

Das müssen sich die Flash-Portables gefallen lassen: Selbst die besten Kandidaten erreichen insbesondere in puncto Ausstattung und Bedienung nur mäßige Noten. Der Grund: Abgesehen von ihrem größeren Speicher bieten aktuelle HD-Portables mit 1,8-Zoll-Platte mehr Features - Ausstattungsmerkmale, die bei den Flash-Playern nur zum Teil realisiert wurden.

Bei dem schnellen Entwicklungstempo von MP3-Spielern ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Flash-Player nachziehen. Für den harten Einsatz beim Sport sind sie wegen ihrer winzigen Größe sowie ihrer absoluten Unempfindlichkeit gegen Erschütterungen die erste Wahl.

Computer als Musikquelle

Die einfachste Methode, um Player mit Musik zu füllen, ist der Transfer von Musikdateien vom Computer auf den Player. Der PC dient zum Rippen von CDs, also deren Übertragung per CD-/DVD-Laufwerk auf die Festplatte.

Gleichzeitig findet dabei die Umwandlung ins MP3-Musikformat statt. Über die Internet-Datenbank CDDB werden die Musiktitel automatisch mit ID3-Tags versehen, die über Titel und Alben informieren. Als weitere Musikquelle bietet sich das Internet an, in zunehmendem Maße auch mit legalen Download-Quellen. Die Überspielung auf den Player erfolgt in verschiedenen Geschwindigkeiten über die USB-Schnittstelle.

Für eine Stunde Musik vergehen etwa 60 bis 90 Sekunden bei einer Datenrate von 128 KBit/s. Alle Testkandidaten beherrschen das MP3-Format, bis auf die Player von Archos, iAudio und Pontis auch Windows Media Audio (WMA). Neben dem Computer als Musikquelle beherrschen die Player von Archos, D'Cube, Maxfield und Samsung auch die Direktaufnahme von externen analogen Programmquellen. Dabei wird die Musik automatisch ins MP3-Format umgewandelt.

Recht verbreitet ist die Möglichkeit, den Player über ein integriertes Mikrofon für Sprachnotizen zu nutzen. Das klappt aber nicht bei Pontis, Rio, Samsung und Thomson. Positiv auf das Portemonnaie wirkt sich die Ausstattung mit Akku aus - wobei sich Creative, Maxfield und Samsung hervorheben. Allerdings hat der Akku auch seine Tücken. Durch ihn entfällt der Batteriebetrieb, so dass der Musikspaß bei leerem Akku erst einmal ein Ende hat.

Bester Klang an Hi-Fi-Anlage

Die akustischen Eigenschaften der Flash-Player entfalten sich paradoxerweise am besten beim Anschluss an die heimische Hi-Fi-Anlage. Hingegen kommt es beim Anstöpseln eines Kopfhörers - und das ist das wichtigere Anwendungsgebiet - nicht selten zu reduzierter Tiefbasswiedergabe. Der Grund dafür liegt in einer nicht optimierten Auslegung des Kopfhörerausgangs. Ein Phänomen, das wir auch bei vielen CD- und HD-Portables festgestellt haben. Unabhängig davon ist die Qualität der mitgelieferten Kopfhörer zu beurteilen, die immerhin bei der Hälfte der Testteilnehmer gut bzw. sehr gut ausfällt. Die meisten Hersteller haben sich für Ohrstöpsel entschieden, die freilich beim Joggen keinen sicheren Sitz bieten. Wesentlich besser sind dafür die mitgelieferten Ohrclips des Thomson PDP-2335 sowie der auch klanglich überzeugende Nackenbügelhörer des Samsung YP-60 geeignet.

KOMPAKT: TRAGBARE MP3-FLASH-PLAYER

DIE AUSWAHL Um einen sinnvollen Vergleich zu erreichen, enthält der Test Geräte mit 256 MB Speicher. Bei Playern mit weniger Speicher (Archos und Pontis) haben wir zu deren Preisen die Kosten für entsprechende Chipkarten addiert.

FIT FÜR DIE ZUKUNFT In Verbindung mit dem Digital Rights Management (DRM) ist Windows Media Audio (WMA) ein Format, in dem kommerzielle Downloads angeboten werden. Um derart codierte Musik auf portablen Musik-Playern abspielen zu können, müssen diese dafür vorbereitet sein. In unserem Testfeld trifft dies bereits auf die Geräte von Creative, Samsung und Thomson zu.

ADD-ON: DIREKTKOPIEN PER USB

Konnte der MP3-Player bisher nur mit dem Computer kommunizieren, schafft jetzt ein kleines Zusatzgerät von Dynatron Abhilfe. 2copy2 kostet knapp 50 Euro und stellt die direkte Verbindung zwischen USB-Speichergeräten her. So lassen sich zum Beispiel Fotos auf den MP3-Player übertragen oder MP3-Files vom eigenen Player auf den der Freundin. Das Ganze funktioniert ohne extra Stromversorgung, wahlweise für den ganzen Speicherinhalt oder für ein Verzeichnis. Das schnelle USB 2.0 wird unterstützt. Infos gibt es unter www.dynatron.de .

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