Vergleichstest: Sechs Projektoren unter 1000 Euro

Dienstag, 06.06.2006 | 12:21 von Georg Renelt
Fußball ist eine gesellige Angelegenheit - und wenn das Bild groß genug ist, gilt das sogar für das Heimspiel mit Bier und Grillgut. Digital.World untersucht sechs Beamer auf ihre WM-Tauglichkeit.

Große Projektoren für großes Kino kommen nicht ohne Abdunklung aus, und große Fernseher fürs Wohnzimmer sind für mehrere Zuschauer immer noch zu klein. Hier kommen kompakte, auf hohe Lichtleistung getrimmte Beamer ins Spiel: Mit den Testkandidaten können Sie bei geringem zusätzlichen Aufwand – ohne DVD-Player oder TV-Tuner und Steckdose geht’s allerdings nicht – ortsunabhängig ein richtig großes Bild erzeugen. Alle sechs erzeugen dabei Bilder im Format 4:3 – 16:9-Sendungen leiden deswegen unter einem Auflösungsverlust, weil sich die Projektionsfläche wegen der schwarzen Balken oben und unten nicht vollständig nutzen lässt. Dabei lösen sich 600 Euro für den Preistipp fast in Wohlgefallen auf, wenn Sie einen Maschinenring bilden und sich den Anschaffungspreis mit einigen Freunden, Bekannten, Kollegen oder Angehörigen teilen. So können Sie je nach Wetter die bevorstehende Fußball-WM in Gärten, Kellern, auf Garagenplätzen oder sonstwo genießen. Alle Kandidaten werden mit Transporttaschen ausgeliefert und wiegen unter drei Kilogramm.

LCD GEGEN DLP
Bei den Beamern konkurrieren die zwei Technologien DLP und LCD. Hauptvorteile der DLP-Technologie sind ein – auf den Chip beziehungsweise ein LCD-Panel bezogen – besserer Schwarzwert und die preiswerte wie ungemein kompakte Bauform. Der Preistipp PD100D von Acer belegt das recht eindrucksvoll. Als Nachteil – in dieser Preisklasse – erweist sich jedoch die komplizierte Farbaufbereitung bei DLP. Die führt zu einer nur eingeschränkten Farbdarstellung, während die LCD-Projektoren des Testfelds viel weniger Probleme haben, die Farben des PAL-Farbraums darzustellen.

TAGESLICHTTAUGLICHKEIT
Alle sechs Kandidaten kann man als tageslichttauglich bezeichnen. Bei zwei Meter Projektionsabstand und Bilddiagonalen zwischen 111 und 133 Zentimetern schaffen die Beamer mittlere Helligkeiten von bis zu 500 cd/m2 (Spitzenwerte bis zu 1000 cd/m2) – das entspricht etwa der Helligkeit gängiger LCD-Fernseher. Sofern die Lampe nicht mit direktem Sonnenlicht konkurrieren muss, kann man also diese Projektoren leicht nach draußen mitnehmen.

SPARMAßNAHMEN
An diesen Ecken wird gespart, um auf Preise von zum Teil deutlich unter 1000 Euro zu kommen.
Auflösung: Hier kommen preiswertere, zum Teil auch ältere Projektionstechnologien mit niedrigeren Auflösungen zum Einsatz.
Optik: Der für eine verzerrungsarme, exzentrische Projektion so wichtige Lensshift fehlt.
Schnittstellen: Vor allem lizenzbelastete Schnittstellen(-Bestandteile) fehlen – die DVI-Schnittstellen sind nur in Kombination mit PCs und Notebooks sinnvoll einsetzbar.
Lieferumfang: Im Paket liegen nur die nötigsten Hilfsmittel, gedruckte Handbücher sind Ausnahmeerscheinungen. Die billigen Beamer sind keine Ramschware, sondern werden durch technische Kompromisse bestimmt, die dem Preis geschuldet sind. Wer den besten Kompromiss-Mix findet, gewinnt!

TV-TUNER
Beamer sind typischerweise nicht mit Tunern ausgestattet. Wenn Sie Live-TV projizieren wollen, brauchen Sie Hilfe von einem externen Tuner – die billigsten Lösungen funktionieren in der Regel ausreichend gut.
In DVB-T- Gebieten hat Yakumo für diesen Zweck etwa den Mini-Receiver DVB-T für 79 Euro im Programm (Anschluss über VGA).
Wer DVB-S vorzieht, kann für circa 90 Euro eine komplette Satellitenanlage von Eurosky (Receiver, Schüssel und LNB) etwa bei Conrad erstehen (Anschluss über S-Video).
Analoges Fernsehen gibt’s beispielsweise über den externen Tuner von Auvisio für rund 50 Euro bei Pearl (Anschluss über VGA).

Dienstag, 06.06.2006 | 12:21 von Georg Renelt
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