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Vergleichstest: Radio-Navigationssysteme

01.03.2004 | 16:25 Uhr |

Brauchen Sie ein fittes Autoradio? Plus Navigationssystem? Dann sind die sieben von uns auf der Straße getesteten Kombi-Geräte genau das Richtige für Sie - Straße frei, Ohren auf!

BRAUCHE ICH EIN RADIONAVIGATIONSSYSTEM?

+ NACHRÜSTBAR Passt problemlos in Autos mit DIN-Einbauschacht.
+ PRÄZISION Einbaugeräte navigieren dank Sensoren sehr zuverlässig.
+ BEDIENUNG Fast so einfach wie ein Autoradio.
+ DOPPELNUTZEN Ein hochwertiges Autoradio ist integriert.
- MANGELNDE ÜBERSICHT Ohne Kartendarstellung ist die Orientierung schwieriger als bei Festeinbauten mit Bildschirm oder Organizer-Systemen.
- PREIS Teurer als Organizer-Navis, vor allem für Organizer-Besitzer.
= ALTERNATIVE Radio-Navigationssysteme bringen Sie trotz beschränkter Übersicht sicher ans Ziel.

Den Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt fahren Sie ? na ja, blind. Zu neuen Zielen lotst aber heute zuverlässiger und geduldiger als so mancher Beifahrer das Navigationssystem. Selbst dichter Verkehr oder verwinkelte Straßen bringt es nicht aus der Ruhe. Nur den Termindruck machen Sie sich noch selbst. Hektisches Blättern in Karten ersetzt das Navi mit automatisch nachgeführten Anzeigen am Display und präzisen Sprachhinweisen. Und seit einiger Zeit sind solche Pfadfinder auch erschwinglich: Für Organizer mit Windows Mobile 2003 gibt es Navigationsprogramme bereits ab 300 Euro.

Wem die Bedienung eines Taschencomputers auf dem Beifahrersitz zu fummelig ist, rüstet sein Auto besser mit fest eingebauten Systemen aus, die nicht deutlich teurer ausfallen als Organizer plus Software, dabei zuverlässiger sind und Kabelgewirr vermeiden. Erst recht bietet sich ein solches Gerät für Autofahrer an, die sowieso ein neues Radio mit CD-Laufwerk brauchen: Sie müssen für Radio-Navigationsgeräte etwa 700 Euro investieren, also kaum mehr als für ein hochwertiges Autoradio, und sie schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Ohne Karte doch ans Ziel

Der Grund für den moderaten Aufpreis im Vergleich zum Organizer: Radio-Navigationssysteme verzichten auf eine Kartendarstellung. Dafür ist auf den kleinen Displays einfach nicht genug Platz, und die Systeme sparen so Rechenzeit. Der Zuverlässigkeit schadet das nicht: Eingängige Abbiege-Zeichen und ausgefeilte, gesprochene Richtungsanweisungen leiten unmissverständlich zum Ziel.

Systeme mit Kartendarstellung verhelfen dafür zur besseren Orientierung - man sieht jederzeit, in welcher Umgebung man sich gerade befindet. Mit den Turn-by-Turn-Systemen fährt man dagegen gefühlsmäßig ein wenig ins Blaue. Die eigentliche Routenführung beeinträchtigt das jedoch kaum. Ans Ziel gelangt man trotzdem.

Sicher durch Sensoren

Zudem führen die Festeinbau-Geräte vor allem in kritischen Situationen deutlich sicherer als PDA-Programme. Das liegt an ihrer überlegenen Ausstattung mit Sensoren. Über die reine Ortung per GPS hinaus besitzen alle angebotenen Geräte noch einen Anschluss für das Geschwindigkeitssignal des Fahrzeugs und einen Drehratensensor, der Aufschluss darüber gibt, ob das Auto gerade in eine Kurve fährt und wie scharf diese Kurve ist. Mit diesen Informationen ermittelt ein solches System selbst ohne GPS-Empfang zum Beispiel in längeren Tunneln immer recht genau, wo sich das Fahrzeug befindet. Das hilft gerade in Großstädten mit ihren Häuserschluchten oft weiter, wenn der GPS-Empfang schlecht ist. Festeinbau-Geräte bleiben auch da unbeirrt auf der Route, wo die Organizer-Ortung schon längst überfordert ist.

Ein großer Vorteil von Festeinbau-Systemen ist, dass sie konsequent auf die Bedienung im Auto hin ausgelegt sind. Die Tasten und Regler sind groß und grifffreundlich, die Displays so hell, dass sie selbst unter kräftiger Sonneneinstrahlung noch ablesbar sind. Zudem sind die Bedienelemente im Dunkeln beleuchtet.

Einbau besser im Fachhandel

Nur wer sich mit der Autoelektrik im Allgemeinen und Autoradios im Besonderen sehr gut auskennt, sollte ein Radio-Navigationssystem selbst einbauen. Ansonsten erledigt das besser der Fachhändler. Im Idealfall ersetzt man das alte Radio einfach mit dem neuen Gerät; das geht ohne Probleme, wenn Radiostecker nach der ISO-Norm im Spiel sind. Das erledigt ein geübter Monteur inklusive Einbau der GPS-Antenne in maximal einer Stunde, die mit etwa 50 bis 100 Euro zu Buche schlägt.

Mehr Aufwand entsteht bei älteren Fahrzeugen oder Pkws ohne passendes Geschwindigkeitssignal. Dann muss der Monteur entweder einen Impulsgeber an einem Rad oder in der Tachowelle anbringen oder bei Autos mit digitalen Datenübertragungssystemen einen Adapter verwenden. Beides kostet noch einmal 50 bis 100 Euro.

Wertvolle Kartendaten

Werfen Sie beim Kauf eines Navigationssystems einen Blick auf die CDs mit Kartenmaterial, die bei dem Gerät dabei sind: Liegt nur eine Deutschlandkarte bei oder die von ganz Europa? Das relativiert den Preisvergleich, denn digitales Kartenmaterial ist teuer. Meist können Sie Karten für einzelne Länder oder Ländergruppen nachkaufen. Außerdem sollte man die Basisdaten etwa alle zwei bis drei Jahre aktualisieren, denn in diesem Zeitraum hat sich ein großer Teil verändert. Die Updates sind in der Regel ziemlich teuer - da unterscheiden sich die Hersteller kaum. Ein interessantes Preismodell hat VDO Dayton: Im so genannten C-IQ-Programm verlangt dieser Hersteller nur für tatsächlich genutzte Karten Geld.

Das geht so: Sie bekommen Karten-CDs für ganz West- und Mitteleuropa und dazu zweimal im Jahr kostenlose Updates. Vor Gebrauch müssen Sie die benötigten Länder jedoch per Telefon oder Internet freischalten - für ein Jahr, einen Monat oder nur einen Tag. Was zunächst nach Preistreiberei riecht, verursacht für Otto Normalfahrer aber oft geringere Kosten als ein Komplett-Update. Ein Jahr Deutschland kostet 89 Euro, vier Wochen Österreich-Urlaub etwa 20 Euro - und das mit den aktuellen Kartendaten. Zudem bietet der Hersteller den Fachhändlern Rabatte, so dass Geräte mit der für ein Jahr freigeschalteten Deutschlandkarte kaum über dem vom Hersteller empfohlenen Preis für das Gerät liegen müssen.

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