01.03.2004, 13:26

Reinhard Paprotka

Vergleichstest: Portable MP3-CD-Player

Portable MP3-CD-Player spielen rund 150 MP3-Titel am Stück ab oder auch herkömmliche Audio-CDs - und sie werden immer günstiger. Klang und Praxistauglichkeit sind die Kriterien beim Test von zehn aktuellen Modellen bis 100 Euro. Ergebnis des Lausch-Reports: Es lohnt sich, den Kleinen zuzuhören.
RELEVANZ: BRAUCHE ICH EINEN MP3-CD-PLAYER?
+ MUSIKVERSORGUNG Bereits wenige MP3-CDs speichern große Musiksammlungen.
+ MEHRFACHNUTZEN Der Player spielt nicht nur MP3-Musik, sondern auch normale Audio-CDs.
+ PREIS Player und CD-R-Medien sind unschlagbar günstig.
- PLATZBEDARF Eine CD hat zwölf Zentimeter Durchmesser - es geht auch kleiner.
= KAUFEN Sehr empfehlenswert, wenn Sie ein wirklich preiswertes und platzsparendes Medium für Musik suchen.
Kein Musikformat ist so vielseitig: MP3 dominiert das Musikangebot im Internet, eignet sich dank platzsparender Speicherung zum Lauschen unterwegs und leistet gute Dienste, wenn das Heimnetzwerk Musik in alle Räume verteilt. Plus: Preiswerter geht's nicht mehr: Mit nur fünf Cent pro Stunde Musik ist die bespielbare CD-R als MP3-Medium ein Preishit. Auch die Abspielgeräte sind im Preis kaum zu unterbieten: Alle Modelle in unserem Test - auch von renommierten Hi-Fi-Firmen - liegen unter 100 Euro. Der preisgünstigste Kandidat kostet gerade mal 49 Euro.
Als Begleiter unterwegs, auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Universität oder bei großen und kleinen Reisen leisten sie sehr gute Dienste. Fürs Joggen und sonstige Sportarten sind sie allerdings nur bedingt geeignet - am ehesten noch, wenn man sie in der Hand hält. Geräte mit Flash-Speicher sind für diesen Zweck geeigneter, da sie robuster, kleiner und leichter ausfallen.
Die portablen MP3-Playert lassen sich zudem als vollwertige Abspielgeräte an die Anlage daheim anstöpseln. Im Gegensatz zu herkömmlichen tragbaren CD-Playern enthalten die MP3-Kollegen einen zusätzlichen Decoder für MP3 und andere Datenreduktionsverfahren sowie spezielle Steuerungs- und Anzeigefunktionen.
14 Stunden Musik auf einer CD
Das MP3-Verfahren schrumpft Musikdaten praktisch ohne hörbare Einbußen so stark, dass etwa 14 Stunden Musik mit der Datenrate von 128 Kilobit pro Sekunde (KBit/s) auf eine CD-R passen - ein Wert, der für Hi-Fi-Klang reicht. Musik im Web finden Sie oft in dieser Qualitätsstufe. Ein Vorteil der Musikkompression ist, dass Sie auch höhere Datenraten wählen können, um einen besseren Klang zu erzielen, wenn Sie selbst Musik als MP3 speichern. Für die Wiedergabe stellt sich jeder Player automatisch auf die richtige Datenrate ein.
Neben MP3- und Audio-CDs spielen die Geräte von iRriver, Napa, Panasonic, Thomson und Waitec auch das von Microsoft entwickelte WMA-Musikformat ab. Zukunftssicher sind Player, die sich per Firmware-Update aktualisieren lassen. Das gilt in erster Linie für neue Verfahren der Datenreduktion, also zum Beispiel für die Erweiterung auf AAC, MP3 Pro oder Ogg Vorbis. Zwar sind die Geräte der Einsteigerklasse in dieser Hinsicht noch nicht gerüstet, doch hat sich MP3 bereits derart fest als Weltstandard etabliert, dass eine schnelle Verdrängung durch neue Formate wenig realistisch erscheint.
Ein Vorteil der MP3-CD-Portablen gegenüber den Geräten mit Festplatte oder Flash-Speicher ist die Möglichkeit, herkömmliche Audio-CDs wiederzugeben. Allerdings akzeptieren nur sieben von zehn Geräten im Test alle drei Test-CDs mit neuerem Kopierschutz. Im Unterschied zu portablen Geräten mit Minidisc oder zu MP3-Geräten mit Aufnahmefunktion nehmen MP3-CD-Player indes nicht auf. Da fertig bespielte MP3-CDs kaum zu kaufen sind, kommt nur die Eigenproduktion per Computer in Frage (siehe Kasten "Die eigene MP3-CD").
Suchkomfort mit ID3
Bis zu etwa 150 Musiktitel passen auf eine MP3-CD. Einen Song zu finden wäre da nicht leicht, gäbe es nicht die ID3-Tags, also Informationen über Titel, Interpreten und ähnliche Angaben, die das Display des Players in der Regel anzeigt. Noch vor zwei Jahren waren solche Displays in den portablen Geräten Luxus - heute fehlt es nur noch selten. Acht der getesteten zehn Einsteigermodelle verfügen über eine solche Anzeige, nur die Player von Loomax und Panasonic müssen da passen.
Das beste Display bietet der iRiver IMP-700: hoch auflösend und sogar mit CD-Text-Anzeige. Die freilich ist längst nicht so wichtig wie die ID3-Tag-Anzeige, da nur neuere CDs mit CD-Text ausgestattet sind und die Navigation durch bis zu 15 Titel kein Problem darstellt. Wichtig für eine komfortable MP3-Musiksuche ist eine Taste für die Anwahl von Musikverzeichnissen oder Alben.
Alle getesteten Portablen sind mit Anti-Schock-Speichern ausgestattet. Unterbrechungen bis zu acht Minuten überbrücken die Geräte damit bei MP3-Musik mit 128 KBit/s. Solche Speicher sind durchaus wirksam, allerdings nicht, wenn starke Erschütterungen längere Zeit einwirken. Ist der Speicher leer, kommt es zu Aussetzern. Im Vergleich dazu verhalten sich MP3-Spieler mit Flash-Speicher völlig unkritisch. Ein weiterer Vorteil ist der Chip-Zwischenspeicher: Das Laufwerk muss immer nur für kurze Zeit drehen und Daten auslesen. Das spart enorm Strom. Die Laufzeiten mit einem Batteriesatz liegen meist zwischen 7 und 15 Stunden.
Doppelt so lang (29 Stunden) spielt der iRiver-Player, und der Panasonic kommt sogar auf 40 Stunden. Nur iRiver, Loomax, Napa und Waitec packen Akkus bei, doch lassen sich alle Geräte mit Akkus betreiben und über die durchwegs mitgelieferten Netzgeräte laden.
Was die Klangqualität angeht, liefern die Player paradoxerweise an der Stereo-Anlage die besten Ergebnisse. Im Kopfhörerbetrieb kommt es - abgesehen vom iRiver IMP-700 - zu mehr oder weniger starken Basseinbußen, die sich nur dann kompensieren lassen, wenn das Gerät über feinfühlige Klangsteller verfügt. Die oft vorhandenen Klang-Presets erfüllen diesen Zweck nicht.
Mit entscheidend für den Klang im mobilen Betrieb ist die Qualität der Kopfhörer. Fast alle Geräte kommen mit Ohrstöpseln, nur Thomson packt seinem Player Ohr-Clips bei. Das beste Ergebnis lieferte im Hörtest iRiver. Bei allen anderen Geräten lohnt es sich, den Klang aufzuwerten, indem man einen besseren Kopfhörer kauft.
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