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Vergleichstest: PDAs

01.12.2004 | 15:54 Uhr |

PDAs sind längst keine bloßen elektronischen Terminplaner mehr. Die aktuellen Minicomputer dienen häufig als Bürorechner, Kommunikationszentrale und Unterhaltungscenter.

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Bluetooth und WLAN liegen voll im Trend. Das zeigt unser Testfeld deutlich. Von den 16 getesteten Modellen sind zehn mit moderner Funktechnik ausgerüstet: Drei Palm-OS-PDAs, die nach dem Rückzug von Sony ausschließlich von Palm One produziert werden, sowie sieben Pocket PCs der Hersteller Acer, Asus, Dell, Fujitsu-Siemens, Hewlett-Packard und Toshiba. Vor allem die Pocket PCs werden schon bald einen großen Schritt nach vorne machen. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern.

Generation VGA

Es fing bereits im Oktober 2003 an, als Toshiba mit dem Pocket PC E800 den ersten PDA mit VGA-Auflösung auf den Markt brachte. Der E800 hat nur ein Problem: Zwar unterstützt das Display die Auflösung von 480 x 640 Bildpunkten, nicht jedoch das Betriebssystem. Die im April 2004 erschienene Second Edition von Windows Mobile 2003 unterstützt nun die VGA-Auflösung und kann zudem den Bildschirminhalt im Hoch- und Querformat darstellen. Mit dem Dell Axim X30 und dem HP Ipaq RZ1710 befinden sich zwei Pocket PCs mit Windows Mobile 2003 Second Edition in unserem Testfeld. Die Bildschirme der beiden PDAs haben nur die klassische Pocket-PC-Auflösung von 240 x 320 Pixeln. Der neue Asus My Pal A730, der als Bluetooth- und als WLAN-Variante erscheinen soll, wird über ein VGA-Display verfügen. Leider stand uns nur ein Vorserienmodell zur Verfügung, das wir nicht ins Testfeld aufnehmen konnten. Doch ein direkter Vergleich mit einem herkömmlichen Pocket-PC-Bildschirm macht bereits deutlich, dass sich die Anwender auf eine neue Qualität der Bildschirme freuen können (siehe Kasten Technik, Seite 143).

Die Grenzen verschwimmen

Bei den PDAs ist es wie bei den Desktop-PCs: Die Diskussion über das beste Betriebssystem wird mit vielen Emotionen geführt. Tatsache ist, dass die Grenzen zwischen beiden Systemwelten zunehmend verschwimmen. Wie das Betriebssystem Windows Mobile 2003 der Pocket PCs unterstützt auch Palm-OS seit der Version 5.0 nur noch ARM-Prozessoren. Diese Systemarchitektur bringt einen großen Geschwindigkeitszuwachs und zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten wie Sound, Bluetooth, WLAN und Displays mit hoher Auflösung. Auch wenn die Architekturen der beiden Betriebssysteme grundlegend verschieden sind, die Funktionen und vor allem die Hardware nähern sich immer weiter an. Im Falle der TFT-Bildschirme oder der PXA-Prozessoren von Intel ist die technische Ausstattung sogar weitgehend identisch.

Wie viel PDA darf's denn sein?

Die Hersteller rüsten immer weiter auf. Waren bis vor kurzem 400-MHz-Prozessoren das Maß aller Dinge, schlägt im neuen Dell Axim X30 bereits die neue Intel-CPU PXA270 mit 624 MHz. Doch der Anwender sollte nicht bedingungslos den bloßen Taktraten vertrauen. Ein Beispiel: Der Acer N30 zeigte im Test mit seinem 266-MHz-Chip von Samsung eine leicht bessere Performance als der HP Ipaq H2210, obwohl in diesem ein Intel-Prozessor mit 400 MHz arbeitet. Der Prozessor ist keineswegs das primäre Kaufkriterium. Letztendlich beeinflusst die gesamte Ausstattung die Kaufentscheidung. Deshalb packen die Hersteller immer mehr Funktionen in ihre Produkte. Das reicht von den bereits angesprochenen WLAN- und Bluetooth-Schnittstellen bis hin zur Digitalkamera des Palm One Zire 72 und zum integrierten GPS-Empfänger des Yakumo Delta 300 GPS. Bemerkenswert ist, dass vor allem die Pocket PCs trotz üppiger Ausstattung relativ klein und leicht bleiben. So bringt beispielsweise der mit WLAN und Bluetooth ausgestattete HP Ipaq H4150 mit rund 130 Gramm genauso wenig auf die Waage wie der Palm One Tungsten E, der komplett auf die modernen Funktechniken verzichtet.

Je mehr Speicher, desto besser!

Alle Daten und Anwendungen, die vom Benutzer geladen oder installiert werden, landen im Arbeitsspeicher (RAM). Die meisten Pocket PCs im Testfeld bieten 64 MB. Ausreißer nach oben ist der Toshiba E800 BT mit 128 MB. Umgekehrt fällt der Ipaq RZ1710 aus der Reihe. Hier hat der Hersteller HP den Arbeitsspeicher mit 32 MB äußerst knapp bemessen. Bei den Palm-OS-PDAs reicht das RAM-Angebot von acht bis 64 MB. Allerdings kann der Anwender nie auf den gesamten Arbeitsspeicher zugreifen. Im Testexpress ab Seite 144 geben wir deshalb für jedes Gerät die tatsächlich verfügbare Speicherkapazität an. Der Arbeitsspeicher hat den Nachteil, dass er ständig mit Spannung versorgt werden muss. Fällt der Strom eine Zeit lang aus, sind alle Daten verloren. Bei vielen Pocket PCs können Anwender Daten im freien Teil des Flash-ROM oder in einem nicht flüchtigen NAND-Speicher ablegen.

Die dort gespeicherten Daten sind auch ohne Strom sicher. Palm-OS-Benutzer haben die Möglichkeit nur mit spezieller Software. Das gilt jedoch nur, wenn das Gerät mit Flash-ROM ausgestattet ist. Wer große Dateien abspeichern will, etwa Musik, Videos oder Bilder, kommt ohnehin nicht um den Kauf einer Speicherkarte herum. Bis auf den Palm One Zire 21 lassen sich alle getesteten PDAs mit Speicherkarten erweitern. Meistens mit SD-Karten, vereinzelt steht ferner ein Steckplatz für Compact-Flash-Karten zur Verfügung. Die Steckplätze nehmen jedoch nicht nur Speicherkarten auf. Für beide Formate gibt es umfangreiches Zubehör wie Kameras oder GPS-Empfänger bis hin zu Radio- und TV-Tuner. Optimal ist deshalb eine Kombination aus SD- und Compact-Flash-Slot, wie sie der HP Ipaq H2210 und der Toshiba E800 BT bieten. Hier kann der Anwender zeitgleich Speicher- und Hardware-Erweiterungen nutzen.

Strom heißt Mobilität

Alle PDAs im Testfeld beziehen ihre Energie aus Akkus. Die Akkulaufzeit ist dabei je nach Ausstattung und Verwendung unterschiedlich. Wer häufig Bluetooth und WLAN nutzt oder ständig die Beleuchtung voll aufdreht, wird den Akku öfter aufladen müssen als jemand, der nur gelegentlich seine Termine checkt. Auf gar keinen Fall darf man sich bei der Akkulaufzeit auf die selten realistischen Herstellerangaben verlassen. Laut Asus hält beispielsweise der Akku des My Pal A620BT bis zu 19 Stunden. In unserem Akkutest schaltete sich das Gerät jedoch bereits nach fünf Stunden ab. Lässt sich der Akku austauschen, ist der Anwender mit einem Ersatzakku auf der sicheren Seite. Zudem muss bei einem Defekt nicht der ganze PDA, sondern nur die Stromquelle ersetzt werden.

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