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Vergleichstest: Nikon Coolpix 8800 VR gegen Canon Powershot Pro 1

10.05.2005 | 17:19 Uhr |

Die in die Tage gekommene 8-Megapixel-Kamera von Canon gegen den Newcomer von Nikon. Digital.World überprüft, ob sich die Powershot Pro 1 gegen die Coolpix 8800 VR behaupten kann.

In den Gefilden der 8-Megapixel-Kameras geht es ruhig zu. Gerade einmal acht Modelle gibt es auf dem Markt, zum Teil schon seit über einem Jahr. Dazu zählt die Powershot Pro 1 von Canon, die längst nicht vergessen ist: Ende 2004 erschien eine neue Firmware-Version, die für eine höhere Autofokusgeschwindigkeit sorgen soll. Die jüngste dieser illustren Acht stammt von Nikon. Die Coolpix 8800 VR, Nachfolgerin der Coolpix 8700, verkaufen die Händler seit November 2004. Der Traditionshersteller spendiert ihr als erste kompakte Nikon-Digitalkamera einen optischen Bildstabilisator. Preislich liegen die Powershot Pro 1 von Canon und die Coolpix 8800 VR von Nikon bei rund 1000 beziehungsweise 1100 Euro.

Ausstattung und Bedienung

CANON : Die Powershot Pro 1 von Canon sieht wie eine äußerst kompakte SLR aus. Handgriff, Blitzschuh, Funktionsdisplay und der Drehring am Objektiv vermitteln klar den Eindruck eines semiprofessionellen Fotowerkzeugs. Auslöser sowie Einstellrad für Zeit und Blende sind gut zu erreichen. Ein zweites Rädchen fehlt kaum, da man mit einem Druck auf das vorhandene einfach zwischen den Funktionen springen kann. Das dreh- und schwenkbare Display erlaubt Aufnahmen aus sonst schwierigen Perspektiven - etwa über Kopf. Der Bildschirm kann zum Schutz umgedreht und weggeklappt werden. Als sehr angenehm erweist sich die Einstellung der Brennweite über den breiten Einstellring am Objektiv - obwohl per Motor, ist die Einstellung so viel schneller und unmittelbarer möglich als über einen Wippschalter. Alle wichtigen Funktionen erreicht man entweder über Tasten oder schnell mit der "F"-Taste am Display. Bei Ausstattung und Bedienung gibt es kaum etwas zu mäkeln.

NIKON : Dass die Coolpix 8800 VR von Nikon im Vergleich insgesamt deutlich größer wirkt, liegt am Objektiv der Kamera, in dem ein optischer Bildstabilisator steckt. Dieser sorgt durch bewegliche Linsenelemente für Ausgleich bei Erschütterungen während der Belichtung. Dadurch sind mit der Kamera selbst bei verhältnismäßig langen Belichtungszeiten scharfe Aufnahmen möglich. Auch die Nikon ist mit einem dreh- und schwenkbaren Display ausgestattet. Hinzu kommen ein Einstellrad für Zeit und Blende, ein Blitzschuh sowie ein Funktionsdisplay auf der Gehäuseoberseite. Das zweite Einstellrädchen vermisst man auch hier kaum, denn mit der "Func"-Taste neben dem Auslöser ist schnelles Umschalten zwischen den Funktionen garantiert. Der Zugriff auf wichtige Funktionen und Einstellungen gestaltet sich bei der Coolpix 8800 VR etwas schwieriger. Es sind weniger Funktionstasten vorhanden, die Menü-Einstellungen präsentieren sich weniger komfortabel als bei der Canon. Immerhin hat der Hersteller Weißabgleich, Empfindlichkeit und Bildqualität am Programmwahlschalter untergebracht. Die Brennweite stellt man bei der Coolpix über eine Zoomwippe ein. In der Ausstattung gleichwertig, unterliegt die Nikon der Kontrahentin in puncto Bedienung. Mit dem optischen Bildstabilisator macht sie jedoch wieder Boden gut.

Fotopraxis

CANON : Die Powerhot Pro 1 ist die intuitivere der beiden Kameras. Mit ihrem Brennweitenbereich ab 28 Millimetern bietet sie die praxisgerechtere Ausstattung. Eine Kamera, mit der eigentlich jeder schnell loslegen kann. In der kurzen Brennweite zeigt das Objektiv eine sichtbare Verzeichnung. Eine Linie am Bildrand wird deutlich nach außen verzogen, es sind deutliche Farbsäume am Bildrand zu erkennen. Zur Telebrennweite hin verschwinden beide Fehler, so dass man die störenden Effekte in der Praxis nur bei manchen Weitwinkelaufnahmen bemerken wird. Bei den Auflösungswerten zeigt sich, dass die Kleinbauweise bei Objektiven auf Kosten der Bildqualität gehen kann. So erntet die Powershot Pro 1 hier nur die Note "befriedigend". Insgesamt erreicht die Canon noch ein "gut" bei der Bildqualität.

NIKON : In der Praxis gibt sich die Coolpix 8800 VR etwas sperrig. Trotzdem ist dank Vollautomatik auch hier ein schneller Start möglich. Der wuchtige Objektiv-Tubus wirkt nur auf den ersten Blick klobig, macht die Kamera jedoch extrem griffig. Insgesamt erreicht die Coolpix mit ihrem "gut" nicht ganz die Praxisnote der Canon. Obwohl die Brennweite hier erst bei 35 mm beginnt, zeigen sich deutliche Verzeichnung und Farbsäume, die sich - wie bei der Canon - mit zunehmender Brennweite verflüchtigen. Die gemessenen Auflösungswerte der Nikon fallen deutlich besser aus als bei der Kontrahentin, was insgesamt nur zu einer etwas besseren Note der Bildqualität führt.

Fazit

Die Stärken der Nikon liegen - dank optischem Bildstabilisator - bei Aufnahmen mit langen Brennweiten und ohne Blitz. Die Canon dürfte eher den Weitwinkel-Fan begeistern. Dafür ist die geringere Ausgangsbrennweite verantwortlich, wovon etwa Landschaftsaufnahmen deutlich profitieren.

VERGLEICH

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