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Vergleichstest: Musik-Download-Plattformen - Teil II

01.12.2004 | 15:37 Uhr |

Der Apple iTunes Music Store gilt als Nummer 1 in Sachen legale Musik-Downloads. Digital.World hat getestet, ob Sonys Connect Net Music Store als Konkurrent mithalten kann.

Der Erfolg ist unglaublich: In den USA hat der Apple iTunes Music Store bereits über 100 Millionen Songs verkauft. Ob die seit Juni 2004 eröffnete deutsche Dependance auch hierzulande 70 Prozent Marktanteil erreichen wird, bleibt abzuwarten. Das Zeug zum Platzhirsch in Sachen Musik-Downloads hat der Apple-Store allemal: Kampfpreise von 99 Cent pro Song bzw. 9,99 Euro pro Album, 700.000 verfügbare Titel und eine äußerst smarte Software-Lösung lassen eigentlich kaum Wünsche offen. Bevor die Konkurrenz ihre Felle ganz davon schwimmen sieht, will wenigstens Sony dem übermächtig scheinenden Gegner Paroli bieten. Seit Juli gibt es den Sony Connect Net Music Store im Netz. Das bisher leicht eingeschränkte Angebot zur Markteinführung mit 300.000 Titeln soll sich bis zum Herbst/Winter 2004 zu einem voll ausgebauten Download-Portal mit 600.000 Songs mausern.

PRAXIS

APPLE iTUNES MUSIC STORE: Vor dem Einkauf im virtuellen iTunes-Plattenladen heißt es zuerst einmal abwarten beziehungsweise laden: Ohne die hauseigene 20 MB große Player-/Browser-Software geht gar nichts. Die iTunes-Software glänzt im besten Apple-Licht und macht sofort Laune. Sie ist übersichtlich, intuitiv und schick anzusehen. Mit ihrer Hilfe sucht und findet man in Sekundenschnelle die gewünschten Titel. Zahlreiche Sortierfunktionen, Querverweise (Biografie, ähnliche Künstler etc.) und eine spezifizierte Suche im Ergebnispool zeugen von einer perfekt durchdachten und benutzerfreundlichen Shop-Lösung. Bei aller Euphorie darf ein großes Manko nicht vergessen werden: Die im iTunes-Store gekauften Songs im eher unüblichen AAC-Format lassen sich nur auf iPods, nicht auf herkömmlichen MP3-Playern abspielen. Lediglich ein Brennen auf CD ermöglicht eine indirekte Konvertierung in MP3-/Audio-CD-Formate. Bei der Benutzerfreundlichkeit führte das zur Abwertung.

SONY CONNECT NET MUSIC STORE: Auch bei Sonys Connect setzt man auf eine eigene Player-/Browser-Software. Das komplette Sonic-Stage-Paket schlägt sogar mit 30 MB Download zu Buche. Wer ein neues Atracfähiges Sony-Produkt erwirbt, hat es zum Glück einfacher: Eine Installations-CD mit der Software liegt hier bei. Vom Aufbau und der Idee erinnert das Programm Sonic Stage stark an iTunes. Bei bestehender Online-Verbindung wandelt sich das Player-/Playlist-Modul zum Connect-Musik-Browser. Dann sucht man entweder in seinem Lieblingsgenre nach neuen Bands/Songs oder gibt den gewünschten Titel/Interpreten/Albumtitel in eines der drei Suchfelder ein. Leider fehlen bei den Suchergebnissen sowohl Sortierfunktionen als auch eine Funktion zur Suche in den Ergebnissen. Die Songs im Atrac-Format sind nur zum Abspielen auf typischen Sony-Geräten gedacht. Wer die Songs anderweitig hören will, muss die Dateien auf CD brennen und anschließend konvertieren.

FAZIT: Der APPLE iTUNES MUSIC STORE verteidigt seinen Status als Referenz-Shop. Günstige Preise sowie perfekte Bedienbarkeit und ein klasse Look and Feel setzen Maßstäbe. Das Repertoire ist einzigartig: Alle Stilrichtungen bis hin zu den immer beliebteren Hörbüchern sind vertreten. Nur im Bereich der Single- und Album-Charts klaffen teils große Lücken. Der NET MUSIC STORE CONNECT muss sich aufgrund höherer Preise und etwas schlechterer Benutzerfreundlichkeit geschlagen geben. Den Vergleich mit manch anderem Download-Portal müsste der Sony-Shop dagegen nicht fürchten. Connect könnte im Kampf um Marktanteile schon bald an vorderster Front agieren - vorausgesetzt, genug Anwender kaufen passende Sony-Produkte.

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