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Vergleichstest: Multi-Slot-Kartenlesegeräte

01.03.2004 | 17:01 Uhr |

Kleine Boxen mit Slots für mehrere Kartenformate beschleunigen den Datenaustausch mit dem PC: für Digicams, MP3-Player, Handys, Organizer, Camcorder, Videoprojektoren. Wir haben acht Mini-Speicher bis 70 Euro getestet.

RELEVANZ: BRAUCHE ICH EIN MULTI-SLOT-LESE- UND -SCHREIBGERÄT FÜR SPEICHERKARTEN?

+ BEQUEM Kein An- und Abstöpseln von Digicam und Co. an den Computer. Der Datentransfer geht schneller.

+ TRAGBAR Weniger Kabelverhau unterwegs.

- SPEICHERLOS Die Geräte reichen die Daten nur weiter.

- HANDLING Speicherkarten sind mitunter umständlich einzuführen.

= NICE TO HAVE Kein Muss, aber eine sinnvolle Investition, die den Datentransfer erleichtert.

Speicherriesen im Format einer Briefmarke haben es in sich: Bilder, Musik, Videos, Adressen und Telefonnummern oder Office-Dokumente - immer mehr und immer größer sind die von ihnen verwahrten Dateien. Ihren wahren Wert entfalten die Daten erst im Austausch zwischen den Geräten, meist über den Rechner als Drehscheibe: von Digicams, Mobiltelefonen, Organizern und Camcordern in den Computer und zurück, auf den DVD-Recorder zum Speichern oder zum MP3-Player, Beamer oder Fernseher zur Ausgabe von Ton und Bild.

Für den Datentransfer gibt es nichts Praktischeres als Lese- und Schreibgeräte mit mehreren Einschüben. Statt etwa Digitalkamera oder MP3-Player selbst als Kartenleser zu verwenden, stöpselt man ein für alle Mal den Multicard-Reader an den Rechner an und schiebt nur noch die Speicherkarte in den passenden Slot - das Ein- und Ausschalten der Geräte entfällt.

Gerade unterwegs ist das praktisch, erspart es einem doch das Jonglieren mit Spezialkabeln, die eine Verbindung zum Notebook herstellen. Ein weiterer Vorteil: Oft schafft der Multicard-Reader die Datenübertragung zwischen Karte und Computer schneller als Kameras, MP3-Player und Co.

Solche Kartenleser und -schreiber sind preiswert, leichter als ein Handy und kaum größer als eine Zigarettenschachtel, also leicht zu transportieren. Und die Anschaffung lohnt schon, wenn man Speicherkarten in nur zwei unterschiedlichen Formaten besitzt.

Vier Slots - und noch mehr Karten

Die acht Testgeräte weisen entweder zwei oder vier Schächte für Speicherkarten auf und können meist mit noch mehr Kartentypen umgehen. Der Grund: Ein Einschub für Compact Flash (CF) liest und beschreibt nicht nur den Typ I, sondern bei aktuellen Geräten auch CF Typ II. In diesem Fall stehen die Chancen gut, dass das Gerät ebenso mit IBM Microdrive Daten austauscht. Viele Hersteller benennen ihre Geräte übrigens nach der Anzahl der kompatiblen Kartentypen, also beispielsweise "8 in 1".

Momentan sind auf dem europäischen Markt neun verschiedene Kartentypen relevant: Außer den bereits erwähnten CF-Karten Typ I und II und dem IBM Microdrive sind das Smartmedia-Cards, MMC-Cards, SD-Cards, Memory Stick und Memory Stick Pro sowie die von Fujifilm und Olympus eingeführte XD-Picture-Card. Neu kommt die Mini-SDCard hinzu. Teilweise nur in Japan verfügbar sind die Reduced Size MMC (RS-MMC) und die Memory-Stick-Varianten Select, Duo und Duo Pro. Die ersten Hersteller von Kartelesegeräten haben daher schon 14-in-1-Reader für den Sommer 2004 angekündigt.

Große Unterschiede im Tempo

Das Lese- und Schreibtempo hängt nicht nur vom Gerät ab, sondern ganz wesentlich von der Speicherkarte. Beispiel Compact Flash: Schon zwischen Ultra II und dem "normalen" Typ II gibt es hier deutliche Unterschiede. So beschreibt etwa das ARP Datacon unsere Referenzkarte Sandisk Ultra II mehr als sechsmal so schnell wie eine Memorex Compact Flash Typ II (jeweils mit 256 MB). Auch bei den - in der Praxis noch wichtigeren - Leseraten hat die Sandisk-Karte gegenüber anderen Compact-Flash-Karten die Nase vorn.

SD-Karten zeigen ab 256 MB Speicherkapazität eine deutlich erhöhte Datentransferrate im Vergleich zu SD-Karten mit weniger Speicherkapazität. Zu den eher lahmen Vertretern unter den Wechselspeicherkarten gehören die MMC-Karte sowie der Urtyp des Memory Sticks. Neben Compact Flash und Memory Anschluss für USB 1.1 ausgestattet, während alle anderen den schnelleren Transfer via USB 2.0 ebenso wie die Übertragung nach dem 1.1-Standard beherrschen.

Außer beim Olympus MAUSB-10 und dem baugleichen DPC-R1 von Fujifilm ist unter Windows XP oder Mac-OS X keine Treiberinstallation nötig, da die Betriebssysteme die Stick Pro darf sich die XD-Picture-Card hingegen zu den schnellsten Kartentypen zählen.

Wichtige Anschlüsse

Neben Geräten der drei Fotomarken Fujifilm, Kodak und Olympus sind im Test Multi-Slot-Cardreader von ARP Datacon, Datafab, Pixo Media und Sandisk vertreten. Die meisten Kandidaten bieten vier Kartenschächte, die von Fujifilm und Olympus dagegen nur zwei.

Die Modelle von Fujifilm und Olympus sind mit dem mittlerweile unzeitgemäßen Geräte sofort als Wechselspeichermedien erkennen. Windows XP zeigt sie mit allen verfügbaren Kartenschächten als zusätzliche Laufwerke am Arbeitsplatz; Mac-OS X präsentiert nur die Kartenschächte, die mit Wechselspeicherkarten bestückt sind.

Als praktisch erweisen sich die in die Geräte von Datafab und Kodak integrierten Kurz-USB Kabel für den Anschluss an die Tastatur oder das Notebook. Die Distanz zum USB-Stecker im Gehäuse eines Rechners unter dem Tisch überbrücken mitgelieferte Verlängerungskabel. Allerdings ist das Datafab-Kabel deutlich zu kurz. Sandisk liefert das "ImageMate 8 in 1" mit einem ansteckbaren Kurzkabel und - als Einziges im Test - mit einer Docking-Station für den stationären Betrieb am PC.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit

Im Praxistest (Transfer von 100 MB Bilddaten von und zu den Speicherkarten, siehe Testexpress) fällt auf, dass die Multi-Slot-Kartengeräte mit USB 2.0 rund sechsmal so schnell lesen, wie sie schreiben. Deutlich ist der Geschwindigkeitsvorteil von USB 2.0 gegenüber Modellen mit USB-1.1-Anschluss. Getestet haben wir dies mit drei der momentan schnellsten Wechselspeicherkartentypen: Compact-Flash-Card, Compact-Flash-Card Ultra II und XD-Picture-Card. Die drei Testkarten hatten jeweils eine Speicherkapazität von 256 MB.

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