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Vergleichstest: Media-Center-PCs

01.06.2004 | 11:25 Uhr |

Wie oft haben Sie sich schon über den Kabelwust rund um den Fernseher geärgert? Und wenn Sie dann ein Video von der Digicam bearbeiten wollen, geht das doch wieder nur am PC. Warum nicht das eine mit dem anderen verbinden? Doch wie wohnzimmertauglich sind Multimedia-PCs wirklich?

FINDER: WAS FÜR EIN MEDIACENTER BRAUCHE ICH?

RUNDUM SORGLOS Sie sind kein PC-Bastler, und Ihrem Rechner geht bei Video-Anwendungen die Puste aus?
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Reale Wohnzimmer sehen bei weitem nicht so aufgeräumt aus wie in Hochglanzprospekten: Außer dem Fernseher stehen da Stereo-Anlage, DVD-Player oder -Recorder und Videorecorder herum, vielleicht noch eine Set-Top-Box oder ein Satelliten-Receiver, alle verbunden mit vielen Metern Kabel - kann diese Funktionen nicht genauso gut ein einziger PC erledigen? Praktisch jeder Rechner spielt Audio-CDs, auch DVDs sind meist kein Problem, neuere Gigahertz-Rechner verkraften sogar den Umgang mit Videos vom eigenen Camcorder. Was zum Wohnzimmer-Feeling fehlt, ist oft nur noch Radio- und TV-Fähigkeit - und natürlich, dass die dienstbaren Kisten optisch und in Sachen Geräuschentwicklung ins Ambiente passen.

Gut, dass nicht alle PCs graue Ungetüme sind. Moderne Rechner vereinen im Volumen einer Schuhschachtel alle Fähigkeiten einer Medienzentrale, ihr Design erinnert an Hi-Fi-Komponenten. Schon gibt es Gehäuse mit Radio-Tuner in der Front, die sich kaum von Mini-Stereo-Anlagen unterscheiden. Innen werkelt der DVD-Brenner, und eine Grafikkarte mit TV-Tuner liefert das Fernsehbild.

Media-Center von der Stange

Die Wachablösung im Wohnzimmer unterstützt Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows XP Media Center Edition, das alle Anwendungen in eine gemeinsame Oberfläche integriert. Das macht die Bedienung komfortabel und intuitiv. Derzeit muss man nur auf Videotext noch verzichten. Die größte Hürde ist jedoch, dass Sie einen neuen PC brauchen: Die Media Center Edition gibt es nur im Komplettrechner. Das garantiert, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt und sofort einsatzfähig sind. Allerdings ist die Auswahl unter solchen Rechnern noch immer recht klein. Drei aktuelle Systeme von Packard Bell, Toshiba und Wortmann finden Sie im Test.

Rechner ohne XP Media Center Edition

Neben dem Microsoft-Paket gibt es eigenständige Lösungen, die Media-Center-Funktionen mit Spezial-Software realisieren. Ein Beispiel dafür ist der Sony Vaio PCV-V1, dessen Rechner sich hinter dem Monitor versteckt (siehe Bild links). Der Sony-PC kommt mit einer Home-Theater-Software, die sich um alle von der Unterhaltungselektronik gewohnten Funktionen kümmert und sich sogar als Verteiler für Fotos, Videos oder Musik im Netzwerk konfigurieren lässt.

Ein Raumwunder und ebenfalls per Fernbedienung ansprechbar ist der MSI-Barebone-Rechner. Er benötigt wie gewohnt einen Bildschirm, ist mit rund 780 Euro dafür jedoch sehr preisgünstig und dennoch ein vollwertiges Media-Center.

Auch der Aldi-PC vom Frühjahr beweist, dass mit frei im Handel erhältlicher Software ein einfach zu bedienendes, leistungsfähiges Rundum-Sorglos-Paket entstehen kann. Verzichten müssen Sie auf nichts, im Gegenteil, sogar Videotext empfangen Sie problemlos. Falls Ihr PC genügend Power zum Schneiden und Brennen von DVD-Videos hat, können Sie ihn in den meisten Fällen mit geringem Aufwand in ein Media-Center fürs Wohnzimmer verwandeln.

Wohnzimmer-PC und seine Folgen

Die Entscheidung für einen PC im Wohnzimmer hat Folgen: Da er kaum ohne Netzwerk oder Internet auskommt, brauchen Sie Kabel - oder Sie müssen die Daten per WLAN drahtlos austauschen. Für Video reicht die übliche Übertragungsrate von 11 Mbps allerdings nicht. Erst 54 Mbps schützen vor Aussetzern.

Hier noch ein paar Praxis-Tipps:

- Verschaffen Sie dem Gerät ausreichend Luft. Meist reichen 10 Zentimeter Abstand an den Seiten. Wenn Sie den PC im Schrank verstecken, lieber mehr.

- Ein leises Netzteil ist das A und O. Wie viel Sie vom Lüfter hören, hängt von der Verarbeitung des Systems ab. Je weniger Kabel quer durchs Gehäuse laufen, desto besser die Luftzirkulation - und desto weniger Arbeit hat der Lüfter.

- Verhindern Sie so weit wie möglich, dass Staub ins Gehäuse eindringt. Staubpartikel an Lüfterflügeln führen schnell zu Störungen. Abhilfe bringt ein einfacher Staubfilter, wie Sie ihn aus Staubsaugern kennen. Montieren Sie ihn - passend zugeschnitten - von innen gegen die Lüftungsgitter des Gehäuses. Zur Reinigung einfach herausnehmen und mit klarem Wasser waschen.

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