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Vergleichstest: MP3-Player mit 1,8-Zoll Festplatte

28.04.2005 | 16:51 Uhr |

Die Ausstattung von MP3-Portables mit 1,8-Zoll-HD wird immer universeller! Der Klang lässt kaum noch Wünsche offen, und per Direktaufnahmefunktion schicken die HD-Player DAT & Co. in den Ruhestand. Digital.World hat zehn aktuelle Geräte für Sie getestet.

KOMPAKT MP3-PLAYER MIT 1,8"-HD

DIE AUSWAHL Um einen sinnvollen Vergleich zu erreichen, enthält der Test ausschließlich Geräte mit 1,8-Zoll-HD. Die Speicherkapazität der Festplatte liegt bei 20 GB. Lediglich der Apple iPod Photo verfügt über 40 GB. Er wird mit keinem geringeren Speicher ausgeliefert.

FIT FÜR DIE ZUKUNFT In Verbindung mit dem Digital Rights Management (DRM) ist Windows Media Audio (WMA) ein Format, in dem kommerzielle Downloads angeboten werden. Um derart codierte Songs auf portablen Musik-Playern abspielen zu können, müssen sie dafür vorbereitet sein. In unserem Test verfügt die Hälfte der Geräte über eine DRM-Unterstützung.

BRAUCHE ICH EINEN MP3-FESTPLATTEN-PLAYER?

+ GROSSE SPEICHERKAPAZITÄT Die 20-GB-Festplatte genügt für die meisten Musiksammlungen. Damit entfällt die lästige Entscheidung, welche Musik unterwegs dabei sein soll.

+ DIREKTAUFNAHME Knapp die Hälfte der Testkandidaten lässt sich für eigene Aufnahmen einsetzen. Der Testsieger dient zudem für hochwertige Mitschnitte über das beigepackte Mikrofon

+ MEHRFACHNUTZEN Die eingebaute Festplatte eignet sich als universeller Datenspeicher für Transport und Sicherung. Zwei Modelle arbeiten als PC-unabhängige Datentanks.

- BEGRENZTE EIGNUNG FÜRS JOGGEN Nur die kleinsten der 1,8-Zoll-HD-Portables stören nicht beim Sport. Ständige Erschütterungen verkürzen überdies die Lebensdauer der Festplatte, so dass Flash-Player für den Sport die besseren Partner sind.

= BEDINGTER KAUF Empfehlenswert für jeden Musikeinsatz - außer für sportliche Aktivitäten.

Lang liest sie sich, die Feature-Liste der MP3-Portables mit 1,8-Zoll-Festplatte. Und ständig kommen neue Leckerbissen hinzu: Neben Geräten, die Direktaufnahmen erlauben, zeigen manche Player Fotos und sogar Videos an. Andere eignen sich als umfangreicher Datentank. Bezüglich der Wiedergabe von Kaufmusik aus dem Web kochen die Hersteller ohnehin ihr eigenes Süppchen. So viel vorweg: Die Ideallösung, die allen Ansprüchen gerecht werden kann, hat noch kein Hersteller gefunden. Allen Testkandidaten gemeinsam ist jedoch die Art des Datenspeichers: eine Festplatte im 1,8-Zoll-Format, die eine Speicherkapazität von 20 GB bietet und damit 330 Stunden MP3-Musik bei der gängigen Datenrate von 128 KBit/s fasst. Eine Ausnahme macht lediglich der iPod Photo von Apple, der in der kleinsten Version mit 40 GB Platz für 660 Stunden Musik bereithält.

Kaum größer als die 1-Zoll-Klasse

Im Vergleich zu unserem Test im vergangenen Jahr (Digital.World 3/2004) macht sich der technische Fortschritt nicht nur bei der Ausstattung bemerkbar, sondern auch bei Größe und Gewicht. So ist der kleinste der aktuellen Testteilnehmer, der Gmini XS-200 von Archos, trotz 1,8-Zoll-HD kaum größer und schwerer als viele Player mit 1-Zoll-Festplatte. Mit nur 250 Euro bleibt er sogar unter den Kosten mancher Kandidaten aus der Konkurrenzklasse. Generell gilt: Alle 1,8-Zoll-Geräte bieten in puncto Speicherkapazität mit Abstand am meisten fürs Geld.

Mit geringen Abmessungen glänzt der neue NW-HD 3, der erste Sony-Player für die direkte Wiedergabe von MP3-Musik. Wie beim Mini-Archos ist seine Ausstattung begrenzt, beispielsweise fehlt dem NW-HD 3 die Möglichkeit der Direktaufnahme. Der Transfer der Musik vom PC auf den Player erfolgt durchweg über die USB-2.0-Schnittstelle, bei den beiden Apple-Testkandidaten wahlweise per Firewire. Deutliche Unterschiede kristallisieren sich bei der Transferdauer heraus: Der Archos XS-200 benötigt für eine Stunde Musik mit 128 KBit/s nur sieben Sekunden, der iRiver H 320 und der Thomson PDP-2842 schließen die Übertragung hingegen erst nach rund 50 Sekunden ab. Die Transferdauer spielt insofern eine Rolle, weil der HD-Portable vom Computer als externe Festplatte erkannt wird und sich daher bestens als Tank für größere Datenmengen eignet.

Während sich allgemeine Daten einfach per Drag & Drop übertragen lassen, funktioniert der Transfer von Musik bei den Geräten von Apple, Creative, Samsung und Sony nur mit Extra-Software. Erforderlich werden solche Tools zudem bei den beiden Playern von Archos sowie beim Thomson - und zwar dann, wenn es sich um Musik aus kommerziellen Webdownloads handelt. Nur so ist gewährleistet, dass die Informationen über die DRM-Rechteverwaltung (Digital Rights Management) mit übertragen werden und der Player die Wiedergabe ermöglicht.

Kaufmusik noch problematisch

Alle Testkandidaten spielen nicht kopiergeschützte Musik im MP3-Format ab. Die Wiedergabe von WMA-Dateien beherrschen alle mit Ausnahme der Geräte von Apple und Sony. Anders sieht es bei den geschützten Formaten von Webdownloads aus: Die iPods geben nur AAC vom Apple-eigenen iTunes Music Store wieder, der Sony NW-HD 3 akzeptiert lediglich ATRAC3 von Sony Connect. Archos, Creative, Samsung und Thomson setzen auf WMA/ASF und decken damit praktisch den Rest des kommerziellen Web-Musikangebots ab. Hinterherhinken in dieser Hinsicht der H 320 von iRiver sowie der HD-300 von MPIO, die derzeit keine der namhaften kommerziellen Angebote unterstützen. Die Hersteller sollten hier per Firmware-Update eingreifen.

Als weitere Musikquelle bieten die Geräte von iRiver, MPIO und Thomson Empfangsteile für UKW-Radio. Darüber hinaus lassen der Archos Gmini 400 sowie die Modelle von iRiver, MPIO und Samsung Direktaufnahmen von externen Programmquellen zu. Alle vier enthalten außerdem integrierte Mikrofone für Sprachnotizen. Der iRiver wird zusätzlich mit einem externen Stereo-Mikrofon geliefert, das Eigenaufnahmen von akustischen Quellen in guter Klangqualität ermöglicht.

Farbdisplays im Vormarsch

Der iPod Photo von Apple, der Gmini 400 von Archos und der H 320 von iRiver besitzen Farbdisplays. Damit lassen sich Fotos und bei Archos auch Videos im Divx-Format anzeigen. Die Auflösung beträgt 220 x 176 Pixel, die Größe der Displays bei Apple und iRiver 4 x 3 Zentimeter, Archos spendiert sogar 4,4 x 3,3 Zentimeter. Im Vergleich zu den größeren Displays der in Ausgabe 1-2/2005 der Digital.World getesteten Media-Portables ist das deutlich weniger und lässt vom Bildinhalt nicht allzu viel erkennen. Der Gmini 400 und der iPod Photo verfügen allerdings über Video-Ausgänge, die den Anschluss an einen TV-Monitor erlauben, sowie Diashows mit unterlegter Musik.

Deutliche Unterschiede zeigen die Geräte bei der Akkulaufzeit. Während Creative und Sony einen ganzen Tag für Musikunterhaltung sorgen, sind die Archos-Geräte mit sieben Stunden vergleichsweise kurzatmig. Der Benutzer hat bei keinem der Testteilnehmer die Möglichkeit, den Akku eigenständig auszutauschen. iRiver liefert ein ansteckbares Batteriefach mit, mit dem sich die Spieldauer beliebig erweitern lässt.

Hohes Qualitätsniveau

Für ihre gute Verarbeitungsqualität verdienen alle Kandidaten Lob. Sie überzeugen oftmals durch Gehäuse aus Metall, die exzellent gestylten iPods von Apple durch den gekonnten Umgang mit Kunststoff. Klanglich erkämpfen alle Portables im Betrieb an der heimischen Anlage exzellente Ergebnisse. Der iRiver und der Sony verhalten sich beim Anschluss von Kopfhörern genauso gut. Die anderen Geräte geben die Tiefbässe etwas zu leise wieder. Noch deutlichere Basseinbußen kommen durch die teils mäßige Qualität der Kopfhörer zustande.

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