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Vergleichstest: MP3-Player mit 1,5 GB- und 4 GB-Festplatte

01.06.2004 | 11:22 Uhr |

Tragbare Musik-Player mit Festplatte: endlos Gutes aufs Ohr für rund 350 Euro. Und mit den eingebauten Datenspeichern lassen sich auch Präsentationen, Bilder oder Texte transportieren. Wir sagen, was die Minis taugen.

RELEVANZ: BRAUCHE ICH EINEN MP3-PLAYER MIT FESTPLATTE?

+ KAPAZITÄT Die gesamte Musiksammlung auf der Größe einer Zigarettenschachtel - optimal für unterwegs.

+ HANDHABUNG Manche Geräte bieten sehr einfachen Musiktransfer per Drag & Drop.

+ MEHRFACHNUTZEN Auch geeignet als Datenspeicher für Fotos und Text.

+ AUFNAHME Einige der Player nehmen sogar Musik selbst auf.

+ GRÖSSE Klein, leicht und sogar mit 20 Gigabyte noch okay beim Joggen.

= KLARER KAUF Sehr empfehlenswert, wenn Sie ein universelles und tragbares Medium für Musik und sonstige Daten suchen.

Der Pionier heißt iPod. Während die Konkurrenz noch 2,5 Zoll große Festplatten einbaut, rotierte im Apple-Schönling schon ein 1,8-Zoll-Modell - kleiner, leichter, aber auch teurer. Trotz seines Preises avancierte der Schlanke zum Bestseller. Inzwischen sind die Miniplatten erschwinglich und verbreitet. In unserem Testfeld enthält sonst nur noch der Phototainer von Innoplus einen Datenspeicher mit 2,5 Zoll. Die 1,8-Zoll-Klasse ist Standard und mit vier Modellen von Archos, iAudio, Rio und Trekstor vertreten.

Winzlinge mit 1-Zoll-Festplatte

Und die Miniaturisierung geht weiter: Schon sind 1-Zoll-Geräte von Apple, Creative, Philips, Rio und Thomson im Handel. Doch der Käufer muss nun schon genauer hinsehen. Ist der Phototainer noch doppelt so groß und mehr als zweieinhalb mal so schwer wie der kleinste (Archos Gmini 220) und leichteste (iAudio M-3) Vertreter des 1,8-Zoll-Lagers, so misst der Muvo Square von Creative aus dem 1-Zoll-Lager gerade mal einen Zentimeter weniger als der Gmini. Etwas deutlicher fällt noch die Gewichtsreduktion aus: Von im Schnitt 165 Gramm in unserem 1,8-Zoll-Testfeld sinkt die vor allem während sportlicher Aktivitäten spürbare Masse auf unter 100 Gramm für die Geräte mit 1-Zoll-Platte.

Die Nase vorn haben die 1,8-Zöller gegenüber den Fliegengewichten in der Speicherkapazität: Komfortable 10 bis 40 Gigabyte stehen da 1,5 bis 4 Gigabyte gegenüber. Für Musik sind 20 Gigabyte eine geeignete Größe. Das reicht für 330 Stunden MP3-Musik mit der stark verbreiteten Datenrate 128 Kilobit pro Sekunde. Ab diesem Wert ist echtes Hi-Fi möglich, zumindest dann, wenn ein hochwertiger Encoder die Lieblingsklänge ins MP3-Format umwandelt. Größere Festplatten sind angebracht, wenn eine umfangreiche Musiksammlung in höherer Klangqualität Platz finden soll.

Die Musiksammlung komplett dabei

Wer braucht denn einige Hundert Stunden Musik? Die Praxis zeigt, dass die Frage falsch gestellt ist. Denn der garantiert ausreichende Speicher erspart einfach die lästige Entscheidung, welche Musik auf die Reise oder den Weg zur Arbeit mitkommt. 1-Zoll-Modelle verstauen derzeit immerhin 25 bis 66 Stunden MP3-Musik (128 KBit/s). Im nächsten Jahr dürften sie mit einer Kapazität von 10 Gigabyte Anschluss an die 1,8-Zoll-Klasse finden. Neben der größeren Speicherkapazität bieten die 1,8-Zoll-Geräte derzeit Vorteile in der Ausstattung, zum Beispiel mehr Musikformate, wie das hochwertige Ogg Vorbis (iAudio, Trekstor und Rio). Der Rio beherrscht zudem das FLAC-Verfahren, das 40 Prozent der Daten spart - und das, ohne den Klang zu beeinträchtigen.

Blitzschneller Musiktransfer

Vom Computer gelangt die Musik per USB-Schnittstelle auf den Player, beim iPod mini auch per Firewire. Das dauert pro Stunde MP3-Musik etwa 50 Sekunden - nach unten weichen der Phototainer (6 Sekunden) und der iPod mini (14 Sekunden) ab, am oberen Ende der Thomson mit bis zu 162 Sekunden. Während die Modelle von Apple, Philips, Rio und Thomson mitgelieferte Software für den Transfer benötigen, reicht den Mitstreitern Drag & Drop. Allerdings könnte es sich zeigen, dass Geräte mit Spezial-Software künftig im Vorteil sind, wenn zunehmend Musik von Online-Diensten mit beschränkter Nutzung zu transferieren ist (DRM). Ein dickes Plus der 1,8-Zoll-Modelle von Archos, iAudio und Trekstor ist die Direktaufnahme sowohl über Analog- als auch Digitaleingänge - da haben die 1-Zoll-Geräte Nachholbedarf. Die Größe der 1,8-Zoll-Klasse erweist sich bei den Displays als Vorteil. Das bringt Bedienkomfort für die Auswahl unter den vielen Musiktiteln. Der Trekstor zeigt zudem Texte an, der Archos Schwarzweiß-Fotos. Noch weiter geht der Innoplus Phototainer, ein Fotobetrachter mit 3,5-Zoll-Farbdisplay, der damit eine Sonderrolle einnimmt.

Die Akkus leben zwei oder drei Jahre

Alle getesteten Geräte haben Netzteile und Akkus im Lieferumfang. Die Spieldauer pro Akkuladung liegt meist um zehn Stunden. Je nach Gewohnheiten hält der Akku etwa zwei bis drei Jahre. Den Austausch erledigt meist nur eine Service-Werkstatt, wodurch Kosten von etwa 70 bis 150 Euro entstehen. Vorbildlich geben sich da Creative und Innoplus, die dem Besitzer das Auswechseln zutrauen. Im Online-Shop bietet Creative den Akku für rund 40 Euro an. In punkto Klang schneiden die getesteten Geräte im Betrieb am besten an der Hi-Fi-Anlage ab. Und das auf hohem Niveau - lediglich der Phototainer fällt durch sein eher dumpfes Klangbild auf. Über Kopfhörer leidet bei allen Playern die Tiefbasswiedergabe. Meist lässt sich das mit Hilfe der integrierten Equalizer ausgleichen, lediglich dem Apple und dem Philips gelingt das nicht so recht, da sie mit fest eingestellten Klangschaltern kommen. Prinzipielle Klangunterschiede zwischen der 1-Zoll- und der 1,8-Zoll-Klasse gibt es nicht. Recht groß sind die Qualitätsabweichungen der mitgelieferten Ohrhörer. Positiv fallen die Sennheiser-Modelle der Rio-Player auf, doch lässt sich selbst der damit erzielte Klang noch verbessern.

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