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Vergleichstest: Kopfhörer für unterwegs

01.06.2004 | 11:19 Uhr |

MP3-Player und Co. bringen Hörspaß unterwegs. Die Abspielgeräte sind mittlerweile klasse. Was den guten Klang vermiest, sind die mitgelieferten Kopfhörer. Wir haben zwölf Outdoor-Kopfhörer getestet.

FINDER: WELCHEN KOPFHÖRER BRAUCHEN SIE?

KLANGSTARK Musik ist ein Erlebnis besonderer Art, das Sie am liebsten so perfekt wie möglich genießen wollen.
> Koss Porta Pro, Sennheiser PX 100, Philips SBC HS820

KOMFORTABEL Vielleicht sind Sie ein moderner Nomade? Jedenfalls bleibt daheim, was nicht bequem ist.
> Sony MDR-G73SP, Vivanco SR99, Q-Sonic PE-1837

PREISWERT Hi-Fi im Wohnzimmer ist sowieso eine Klasse besser, also entscheidet beim Kopfhörer der Preis.
> Creative HQ-60, Vivanco SR77, Thomson HED156

Nicht nur an der frischen Luft, auch im Zug oder Flugzeug begleitet uns Musik von portablen Geräten. Die Tragbaren sind so klein und leicht - da mussten selbst die Kopfhörer abspecken. Am kleinsten sind die In-Ear-Lösungen: Ohrhörer ohne Bügel, die man direkt ins Ohr schiebt. Ihr Nachteil: Viele Menschen empfinden das unbequem und unhygienisch, und wenn die Hörer nicht richtig passen, drücken sie oder finden keinen Halt im Ohr. Eine Nummer größer sind Kopfhörer mit Nackenbügel. Sogar eine Art flexible Gummischnur reicht aus, um die Hörer am Ohr zu halten, wie Sony mit dem MDRG73SP beweist.

Kopfhörerbügel - kann man knicken

Den sperrigen Kopfbügel vermeiden Hörer, die mit einem kleinen Bügel jeweils direkt am Ohr Halt finden - was manch einer allerdings etwas gewöhnungsbedürftig findet. In dieser Hinsicht sind knickbare Kopfhörerbügel ein guter Kompromiss: Für den Transport klappt sich der Bügel auf die Hälfte seiner Größe ein. Auch zusammenschiebbare Bügel aus leichtem Metall sparen Platz und Gewicht.

Klang und Bauform

Wie Lautsprecherboxen, benötigen auch Kopfhörer für eine gute Basswiedergabe eine gewisse Größe, die kleine Hörer nicht bieten. Meist klingen Kopfhörer, die auf den Ohren aufliegen, besser als Ohrhörer, die man direkt ins Ohr steckt. Außerdem sind sie meist angenehmer zu tragen. Ohrhörer sind dagegen besonders klein und daher leicht zu transportieren, stehen in Sachen Klang aber hinten an. Klasse, wenn sich Hörer mit Nacken- oder Kopfbügel klein zusammenfalten lassen. Damit sind sie zwar immer noch größer als Ohrhörer, der gute Klang macht dieses Manko jedoch mehr als wett.

Starke Höhen erzeugen Ohrschmerzen

Im Gegensatz zum Bass sind Mitten und Höhen in allen Bauformen unproblematisch. Starke Überhöhungen dieser Frequenzbereiche fallen aber unangenehm auf: Manche Kopfhörer tönen derart stark in den hohen Lagen, dass empfindliche Menschen schon Ohrschmerzen beim Hören selbst mit geringen Lautstärken bekommen. Dass selbst zierliche Kopfhörer eine Menge Power entwickeln, wird von vielen unterschätzt. Dabei gingen einige der getesteten Modelle im Schalldruck sogar bis an die Schmerzgrenze (siehe Kasten rechts). Und das, obwohl die Kopfhörerausgänge portabler Geräte meist nicht besonders leistungsfähig sind. Damit Kopfhörer sie voll ausschöpfen, haben Outdoor-Kopfhörer relativ niedrige Impedanz-Werte (siehe Lexikon) um 30 Ohm und weniger. Achtung: Schließen Sie niemals zwei Kopfhörer mit so niedrigen Impedanz-Werten gleichzeitig an einen Geräteausgang an, da Sie dem Gerät sonst schaden.

Selbst mal ausprobieren ist am besten

Geht man von der Art der Verpackung, besonders in den unteren Preisregionen, aus, scheinen die Hersteller der Meinung zu sein, dass es sich bei Kopfhörern um einen Mitnahmeartikel handelt. Lassen Sie sich aber von den Versprechungen auf der Verpackung nicht irritieren: Kaufen Sie niemals einen Hörer, gleich welcher Bauform, ohne ihn vorher selbst ausprobiert und ausgiebig gehört zu haben. Vergleichen Sie unbedingt einige unterschiedliche Modelle miteinander. Die getesteten Modelle unterscheiden sich deutlich in Sachen Tragekomfort - neben dem Klang das wohl wichtigste Kriterium. Manchmal stellt sich erst nach längerem Tragen eines Modells heraus, wo Druckstellen sind. Auch das Handling sollte stimmen: Klein, leicht und praktisch müssen die Hörer sein, damit sie sich einfach verstauen lassen. Einige Hersteller liefern Etuis oder Kunststofftaschen zum Schutz vor Beschädigungen mit.

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