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Vergleichstest: Heimkino-Projektoren

01.06.2004 | 11:28 Uhr |

Leinwandkino auf zwei Metern für daheim gibt es heute schon für um die 2000 Euro. Wir haben zehn aktuelle im Testlabor Heimkinoprokektoren leuchten lassen und einige durchaus interessante Geräte gefunden.

RELEVANZ: BRAUCHE ICH WIRKLICH EINEN PROJEKTOR?

+ KINO-FEELING Bildbreiten um die zwei Meter lassen sich nur mit Videoprojektoren sinnvoll realisieren - Fernseher halten da nicht mit.

+ SPASSFAKTOR Besuche von Freunden häufen sich, wenn Sie Heimkinoabende mit Leinwand feiern.

+ SPIELEPARADIES Gerade Konsolenspiele gewinnen mit großen Bildern deutlich an Rasanz und Realität.

- AUFSTELLUNG Voraussetzung sind ein dunkler Raum, in dem sich Projektor und Leinwand richtig platzieren lassen, und freie Sicht auf die Leinwand.

- FOLGEKOSTEN Ersatzlampen kosten einige Hundert Euro - etwa acht bis 25 Cent pro Betriebsstunde.

= OBJEKT DER BEGIERDE Der Projektor ersetzt keinen Fernseher, bringt aber ultimativen Bildgenuss zu besonderen Anlässen.

Fast nichts bewegt Sie so wie das Großbild auf der Leinwand. Wenn Ihr Blick auf nichts anderes mehr fällt, tauchen Sie tief in das Filmgeschehen ein. So ist es im Kino, und so wirkt es zu Hause. Vielleicht macht es sogar daheim noch mehr Spaß, weil man sich im Freundeskreis ein Bierchen genehmigt und die Vorstellung beginnt, wenn man gerade Lust darauf hat. Ein Kino ohne Eintritt und mit lauter netten Zuschauern - wo gibt's das sonst?

Zwei Techniken konkurrieren

Derzeit sind zwei digitale Projektionsverfahren verbreitet. In einem Verfahren entsteht das projizierte Bild wie im Diaprojektor, indem das Licht durch ein Flüssigkristall-Element (LCD = Liquid Crystal Display) fällt. Dessen Bildpunkte wirken wie Lichtventile, die das Licht nach Bedarf dosieren. Das zweite Verfahren arbeitet mit reflektiertem Licht: Winzige Mikrospiegel auf der Oberfläche eines Chips (DMD = Digital Micromirror Device) kippen hin und her. Je länger das reflektierte Licht auf die Leinwand scheint, desto heller wirkt der Bildpunkt.

Flackern und Sägezähne vermeiden

In jedem Fall muss der Projektor alle Eingangsbilder so anpassen ("skalieren"), dass sie sich in sein Pixelraster fügen. Falls seine Auflösung nicht passt, geht Bildinformation verloren, und an schrägen Kanten entstehen Treppenstufen. Besonders kritisch ist jedoch das De-Interlacing für eingehende Halbbildsignale (abwechselnd ungerade und gerade Zeilen) von normalen Videoquellen in den Signalarten Video, S-Video, RGB oder YUV. In diesem Fall muss der Projektor zusätzlich analysieren, ob die Halbbilder zeitlich versetzt sind - beispielsweise bei Material von Videokameras - oder ob sich zwei Halbbilder zu einem Vollbild verweben lassen, wie das bei Film-DVDs meist möglich ist. Geht ein Projektor beim Umwandeln von Halbbildern zum Vollbild falsch vor, entstehen Flackereffekte oder Sägezahnkanten. Gutes De-Interlacing gehört also zu den Pflichten eines Videoprojektors. Einzige Abhilfe bei schlechtem De-Interlacing: die Zuspielung des Bildes vom progressiven DVD-Player.

Lange Gesichter gibt es nach dem Projektorkauf, wenn man sich nicht genau über die Möglichkeiten zum Aufstellen oder die Folgekosten informiert hat. Messen Sie Ihren Raum, die möglichen Positionen der Leinwand und des Projektors genau ab und besprechen Sie sich mit Ihrem Fachhändler. Fragen Sie nach den Kosten und der Verfügbarkeit einer Ersatzlampe, denn nach ein paar tausend Stunden fällt die Lichtquelle eines Projektors in der Regel aus und schlägt mit mehreren Hundert Euro zu Buche.

Deutliche Unterschiede in der Qualität

Dass man für etwas mehr Geld auch eine höhere Bildauflösung bekommt, verraten bereits die technischen Daten der Geräte. Die Unterschiede in der Bildqualität fallen allerdings deutlicher aus als erwartet. Gerade in den Disziplinen Kontrast, Farbe sowie der Videoverarbeitung von normalen Video- und S-Video-Signalen trennt sich die Spreu vom Weizen, und es zeigt sich, dass günstige Projektoren nicht unbedingt preiswert sind. Spürbare Unterschiede ergeben sich auch in den Betriebsgeräuschen.

Die richtige Position entscheidet

Wer seinen Projektor im Raum nicht optimal platziert, erhält selbst mit guten Geräten kein ideales Bild. Die billigeren Geräte im Test korrigieren von schräger Projektion verursachte Bildfehler nur digital (Trapezkorrektur) und damit auf Kosten der Auflösung. Qualitativ besser ist Lens-Shift, ein optisches Korrekturverfahren. Bis auf den Toshiba TLP-ET1 haben alle Testkandidaten ein Zoomobjektiv, so dass Sie den Abstand zur Leinwand etwas variieren können.

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