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Vergleichstest: Heimkino-Komplettsysteme gegen Einzelkomponenten

11.12.2003 | 14:51 Uhr |

Schön sind sie ja, die durchgestylten Komplettanlagen fürs Heimkino. Aber sind sie technisch auch auf der Höhe der Zeit? Wir sagen Ihnen, ob Sie mit Einzelkomponenten nicht doch besser fahren.

Früher war die Sache klar. Wer hochwertige Musikwiedergabe genießen wollte, kaufte sich eine zusammengewürfelte Stereoanlage: Den Receiver von der einen Firma, den Plattenspieler und den Kassettenrecorder von der anderen, die Lautsprecher vom dritten Hersteller.

Optischen Genuss allerdings boten solche Kombis kaum. Heute, im Zeitalter des Heimkinos, ist alles anders. Eine ganze Reihe von Herstellern bietet zierliche Komplettanlagen an, deren Elemente optisch hervorragend zusammenpassen und Designakzente im Wohnzimmer setzen die meist winzigen Lautsprecher halten sich dezent im Hintergrund. Doch die Frage lautet: Was taugen diese optischen Leckerbissen in akustischer Hinsicht?

Außen hui, innen pfui?

Wie so oft sind mit vielen Vorteilen auch viele Nachteile verbunden: Denn den Komplettanlagen mangelt es gelegentlich am Klang - gerade, weil die Lautsprecher so schön unauffällig sind. Hier gilt nämlich die einfache Formel: Je größer die Lautsprecherbox, desto tiefere Bässe kann sie erzeugen. Bei den meisten Komplettanlagen sind die Boxen allerdings so klein, dass sie unterhalb von etwa 200 bis 300 Hertz gar keine Töne mehr zustande bringen, also keinerlei Bass mehr wiedergeben.

Die Hersteller versuchen, dieses Problem zu umgehen, indem sie einen Subwoofer mitliefern: eine Box, die nur im Bassbereich arbeitet und dort die Signale aller Lautsprecher wiedergibt. Doch so ein Subwoofer allein macht noch keinen guten Klang. Wichtig ist auch der Übergang zu den anderen Lautsprechern (Satelliten genannt), und daran hapert es üblicherweise bei Komplettanlagen. Oft ertönen nämlich Frequenzen zwischen 150 und 250 Hertz zu leise, weil weder Subwoofer noch Satelliten sie wiedergeben. Folge: Der Klang wirkt dünn. Auch mit mittleren und hohen Frequenzen nehmen es viele "Böxchen" von Komplettanlagen nicht so genau, stattdessen bevorzugen oder vernachlässigen sie einzelne Tonhöhenbereiche stark. Das macht sich in verfärbtem Klang bemerkbar, etwa durch näselnde Stimmen oder dumpf klingende Geigen.

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