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Vergleichstest: Günstige 5.1-Systeme

01.03.2004 | 17:49 Uhr |

Bester Klang überall im Raum gehört nicht nur am PC zum guten Ton. Längst haben leistungsfähige Surround-Anlagen unter 300 Euro das Wohnzimmer erobert. Wir haben gut zugehört.

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HI-FI-TAUGLICH Außer Kinofilmen wollen Sie vor allem Musik genießen.
> Teufel Concept E Magnum
> Creative Labs Megaworks THX 5.1 550
> Umax Yamada H8700

ALLROUNDER Der Sound kommt vom Rechner oder vom DVD-Player.
> Creative Labs Megaworks THX 5.1 550
> Terratec Home Arena TXR 665
> Logitech Z-5300

SPEZIELL FÜRS WOHNZIMMER Auch die Optik muss stimmen.
> Teufel Concept E Magnum
> Umax Yamada H8700

SPEZIELL FÜR COMPUTER Guter Sound im Arbeitszimmer.
> Philips A5.600 Seismic Power
> Trust 4500P Home Theatre System
> Creative Labs Inspire T5400

Wenn der Hubschrauber scheinbar quer durchs Zimmer knattert oder der Computerspiel-Gegner im virtuellen Gebüsch hinter uns raschelt, verdanken wir das realistische Klangerlebnis einer Surround-Anlage. Ihr Erfolgsrezept: Außer dem Stereo-Paar sorgen vorn in der Mitte ein Center-Lautsprecher und hinten zwei kleine Satellitenboxen für Audio-Eindrücke aus allen Richtungen.

Als Ergänzung zu diesen fünf Lautsprechern liefert der Subwoofer den richtigen Wumm im tiefen Frequenzbereich. Solche 5.1-Anlagen werten nicht nur den PC auf - sie sind dank ihrer Bauform sogar attraktiv fürs Wohnzimmer. Schließlich beeinträchtigen sie das Interieur nicht durch riesige Boxen. Besonders chic: Satellitenboxen wie in unserem Test im Set von Philips sind manchmal als "Flat Panels " ausgeführt, die Sie - statt sie aufzustellen - auch wie Bilder an die Wand hängen können.

Neutrale Wiedergabe für guten Klang

Gutes Design ist natürlich nicht alles. Das wichtigste Merkmal von Lautsprechern ist der Klang. Wer glaubt, Klang sei Geschmackssache, d er irrt. Lautsprecher-Sets müssen in erster Linie eines bieten: Neutralität. Sie dürfen dem Tonmaterial weder etwas hinzufügen noch weglassen. Aber gerade mit dieser Anforderung tun sich Lautsprecher schwer. Selbst teure Boxen drücken der Musik oft ihren Stempel auf, wenn sie Frequenzbereiche zu laut oder zu leise wiedergeben.

Dann muss die Klangregelung dazu herhalten, die Schwächen der Boxen auszugleichen, was aber gerade einfache Bass- und Höhenregler schnell überfordert, wenn die Frequenz, die korrigiert werden soll, nicht gerade in deren Regelbereich liegt. Außerdem dient die Klangregelung eigentlich dazu, eigene Vorstellungen vom Klang zu realisieren, nicht Schwächen der Lautsprecher auszugleichen.

An der richtigen Stelle trennen

Der Vorteil von Lautsprecher-Sets liegt darin, dass die Satelliten sehr klein ausfallen, weil der Subwoofer die schwere Bassarbeit übernimmt, für die er einen großen Lautsprecher und ein großes Gehäuse benötigt. Die Satellitenboxen sind ausschließlich für die höheren Frequenzen zuständig. Entscheidend für die Klangqualität der Anlage ist die Trennfrequenz, also die Tonhöhe, bis zu der sich der Subwoofer um die Wiedergabe der Töne kümmert. Eine Frequenzweiche teilt den Strom der Audiosignale auf.

Weil Menschen hohe Töne leichter als tiefe orten können, darf die Trennfrequenz nicht zu weit oben, also über ca.120 Hertz, angesiedelt sein - sonst hören Sie, wo der Subwoofer steht. Sie können ihn dann nicht mehr an der innenarchitektonisch unauffälligsten Stelle des Raumes "verstecken ", sondern müssen ihn so platzieren, dass der Klang am wenigsten inhomogen wirkt - meist am besten zwischen den beiden Frontlautsprechern. Schlecht ist eine zu niedrige Trennfrequenz, weil die Satellitenboxen dann Frequenzen übertragen müssen, die für sie zu tief sind. Ohne passendes Gehäusevolumen und entsprechende Lautsprechergrößen sind sie damit schlichtweg überfordert.

Alle Subwoofer in unseren Testanlagen sind nach dem Bassreflex-Prinzip gebaut. Dieser akustische Trick erhöht die Bassleistung des Subwoofers, indem eine Öffnung im Gehäuse oder zusätzlich ein genau abgestimmtes Rohr mehr Schall nach außen bringen.

Hohe Leistung muss sein

Leistung ist bei der Musikwiedergabe immer gefragt. Das hat nicht unbedingt mit Lautstärke zu tun, sondern mit Dynamik. Lautsprecher müssen in der Lage sein, schnelle und starke Signale (Peaks)wiederzugeben. Dazu benötigen sie Leistung. An erster Stelle der Leistungskette steht das Netzteil. Manche aktive Lautsprecheranlagen sind mit externen Netzteilen ausgerüstet, die zu wenig Leistung liefern. Im Test kommt nur das Creative Labs Inspire T 5400 mit externem Netzteil, dessen hohes Gewicht allerdings die Hoffnung auf passable Ergebnisse schürt. Für die Leistung finden Sie Angaben in Watt, die aber leider oft nicht vergleichbar sind.


Die ehrlichste Angabe trägt die Bezeichnung "RMS " (Root Mean Square), ist also das quadratische Mittel der sinusförmig schwankenden Leistungskurve. Etwas höhere Zahlen liefern bei gleicher Leistung die "Sinus "-Werte. Nur zum Prahlen taugen die errechneten "PMPO "-Werte (Pulse Maximum Power), die oft utopische Größenordnungen erreichen. Die Watt-Angaben beschreiben aber nur die elektrische Leistung und sind daher nur eine grobe Orientierungshilfe. Für den Höreindruck und die Lautstärke entscheidend ist letztlich der Schalldruck. Verschiedene Boxen erzeugen aber aus der gleichen Leistung unterschiedliche Schalldrücke.

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