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Vergleichstest: Fotopapiere

01.06.2004 | 11:29 Uhr |

Damit der Tintenstrahldrucker von Ihren schönsten Bildern einwandfreie Abzüge liefert, brauchen Sie vor allem geeignetes Fotopapier. Wir haben 20 Sorten getestet, und siehe da: Gutes muss nicht zugleich teuer sein.

FINDER: WELCHES FOTOPAPIER BENÖTIGEN SIE?

CANON-FOTODRUCKER Die flinken Geräte haben vor allem mit leichten oder quellenden Papieren Probleme.
> Siehe Testexpress-Tabelle

EPSON-FOTODRUCKER Wenn leichte oder quellende Medien die Schnelldrucker überfordern, hilft oft Einstellen der höchsten physikalischen Auflösung, was aber die Druckzeit verlängert.
> Siehe Testexpress-Tabelle

HP-FOTODRUCKER Die eher langsamen Printer sind an sich nicht wählerisch, zwingen aber jedes Blatt um eine 180-Grad-Kurve - Mikrorisse können sich in der Keramikbeschichtung des Papiers bilden und das Fließverhalten der Tinte beeinträchtigen.
> Notfalls quellende Papiere wählen

LEXMARK-FOTODRUCKER Die gemütlichen Geräte kommen mit jedem Papier klar, der robuste Papiereinzug verarbeitet alles bis 500 g/qm.
> Keine Beschränkung

Jeder Drucker kann Fotos auf Normalpapier ausgeben. Aber schade drum! Auf einfachem Büropapier erhalten Sie nie und nimmer befriedigende Resultate. Die Farben sind im Vergleich zum Druck auf Fotopapieren flau, Farbflächen inhomogen, Kanten unscharf. Die paar Cent mehr pro Blatt für geeignetes Papier sind da gut angelegt. Der Grund für die überlegenen Resultate bei Fotopapier: Spezialpapiere tragen im Gegensatz zu normalem Kopierpapier eine beschichtete Oberfläche. Sie ist feiner als das Basispapier und gleicht Unregelmäßigkeiten der Papieroberfläche aus. Weil diese Extra-Schicht keine Fasern enthält, die sonst die Tinte verlaufen lassen, schafft sie beste Voraussetzungen für ein feineres Druckbild. Je weniger Unebenheiten die Beschichtung aufweist, desto mehr glänzt die Oberfläche - gute Voraussetzungen für einen brillanten Bildeindruck.

Aber selbst auf einem solch hochwertigen Papier stellt sich Fotoqualität nicht automatisch ein. Anders als beim schnellen Ausdrucken auf Kopierpapier kommt es hier stark auf die gewählten Treibereinstellungen an. Zumindest sollte man im Druckertreiber die Papierart und die Druckqualität richtig einstellen, das heißt "Fotopapier" wählen, sowie die Druckauflösung auf die passende Einstellung setzen, die entweder "Foto" oder "hoch" heißt.

Viele Drucker bieten im Treiber die Möglichkeit, Papiere des Druckerherstellers namentlich auszuwählen. Davon sollten Sie Gebrauch machen, wenn Sie genau dieses Papier verwenden. Falls Sie auf ein anderes Papier des Herstellers drucken, ist in der Regel die Einstellung "Fotopapier" die bessere Wahl, da sie nicht speziell auf ein bestimmtes Material zugeschnitten ist. Für die Einstellung der Druckqualität kann man sich auf den Druckertreiber verlassen oder selbst Hand anlegen. Die besten Resultate erreichen Sie, wenn Sie manuell die höchste Auflösung wählen und die resultierenden längeren Druckzeiten in Kauf nehmen.

Letzter Tipp: Achten Sie darauf, dass die bedruckten Bögen im Drucker nicht aufeinander liegen und etwa einen Tag Zeit zum Trocknen bekommen.

Der kleine Unterschied

Für den Test haben wir bereits eine Vorauswahl getroffen und nur die Top-Produkte der Anbieter aufgenommen. Zwar gibt es angebliche Fotopapiere ab einem Gewicht von 120 g/qm, aber solche Papiere sind nur in wenigen Fällen tatsächlich fototauglich. Dass nur Spitzenprodukte vertreten sind, erklärt, warum das Ergebnis vor guten und sehr guten Beurteilungen nur so strotzt. Die getesteten Papiere gleichen sich auf den ersten Blick wie ein Blatt dem anderen.

Erst auf den zweiten Blick erschließen sich die Unterschiede, und erst nachdem sie bedruckt sind, erkennt man die wahren Qualitäten dieser High-Tech-Produkte. Eine Reihe von Papieren stammt - wenigstens dem Namen nach - von den Druckerherstellern. Es verwundert nicht, dass Canon und Epson zu ihren schnellen Druckern mikroporös beschichtete Papiere anbieten, während die Papiere von HP und Lexmark quellend beschichtet sind. Denn in den Mikroporen verschwinden Farbtröpfchen rascher als in quellendem Material, so dass flotte Drucker besser mit mikroporösem Papier arbeiten. Die mikroporösen Medien von Canon und Epson harmonieren daher mit den Druckern von HP und Lexmark, aber umgekehrt haben die Canon- und Epson-Drucker mit den quellenden Papieren von HP und Lexmark Schwierigkeiten.

Riesige Preisunterschiede

Die größte Testkandidaten-Gruppe setzt sich zusammen aus mikroporös beschichteten Materialien, etwa die Papiere von Avery-Zweckform, Compedo, Data Becker, Emtec, Ferrania, Geha, Sigel, Sihl und TDK. Alle diese Papiere sind mit gängigen Fotodruckern verwendbar und liefern sehr gute Druckergebnisse. Die Abweichungen betreffen vor allem Gewicht und Färbung. Enorme Unterschiede weisen sie dagegen in den Preisen auf: 50 bis 120 Cent pro A4-Bogen. Damit sind die Papiere aber deutlich billiger als noch vor einem Jahr, als sie bis zu zwei Euro pro Blatt kosteten. Da es sich bei Fotopapier um ein Verbrauchsmaterial handelt, ist der Preis ein wichtiges Anschaffungskriterium und geht daher auch in die Bewertung ein.

Spezialpapiere von Fotofirmen

Eine dritte Gruppe von Papieren kommt von alteingesessenen Fotofirmen wie Fujifilm, Ilford und Tetenal. Ihre Produkte sind ebenfalls mikroporös beschichtet, profitieren jedoch vom Foto-Know-how der Produzenten, die sich seit Jahrzehnten auf die Herstellung hochwertiger Fotopapiere spezialisiert haben. Während das Fujifilm-Papier vergleichsweise leicht ist, gehören die Papiere von Ilford und Tetenal zu den schwersten Materialien im Test. Alle drei sind für alle gängigen Fotodrucker geeignet und liefern sehr schöne Fotoergebnisse. Einzig Kodak spielt unter den Fotofirmen eine Sonderrolle, denn der Hersteller verwendet traditionell eine quellende Beschichtung.

Probleme mit Canon- und Epson-Druckern sind die Folge, weil diese zu viel Tinte auftragen. Das neue Ultima Picture Paper trägt über der quellenden Beschichtung noch eine mikroporöse Schicht, die dafür sorgt, dass das Blatt unmittelbar nach dem Druck nicht mehr nass wirkt und die Tinten nicht verwischen. Zudem soll die neue Colorlast-Technik Fotos extrem lichtbeständig machen. Die zusätzliche Schicht geht allerdings auf Kosten des Basispapiers, das dadurch an Stärke verliert, so dass das Papier recht weich wirkt.

Etwas aus dem Rahmen fallen die Papiere von Atrac, Hama und Pelikan, denn sie sind nur mit Einschränkungen bedruckbar. Das Atrac-Papier zeigt nach dem Bedrucken eine deutliche Wölbung, die sich nach dem Trocknen nicht vollständig zurückbildet, was ein zu dünnes Basispapier vermuten lässt. Die Papiere von Hama und Pelikan hingegen sind nur eingeschränkt für den Sechsfarb-Druck geeignet: Vor allem mit Geräten von Canon und Epson kann es zu Bildstörungen durch verlaufende Tinten kommen.

Fazit

Unter den getesteten Fotopapieren enttäuschen nur wenige; mit allen kann man hervorragende Ergebnisse erzielen. Vorsicht ist lediglich bei quellend beschichteten Papieren geboten, denn sie passen nicht zu schnellen Fotodruckern. Die Bildwiedergabe ist lediglich in zwei Fällen etwas eingeschränkt: Die Papiere von Hama und Pelikan zeigen nach dem Druck leicht schillernde Flecken. Besonders die sehr schweren Papiere von Ilford, Tetenal und Avery-Zweckform gefallen durch das besondere "Foto-Feeling". Der Testsieger von Geha schließlich besticht durch sehr gute Qualität zum niedrigen Preis.

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