Vergleichstest
Der beste HD-Camcorder
Speichermedien: Speicherkarte und Festplatte
Bedienung: Motivkontrolle über Bildschirm statt Sucher
Da keines der Testgeräte einen Sucher hat, muss man Motiv und Bildausschnitt über die Bildschirme kontrollieren. Der Monitor des Everio GZ-GD520 zeigte in manchen Situationen etwas wenig Details. Filmte man mit der Sonne im Rücken, waren die Motive nicht mehr so gut zu erkennen. Besonders stark spiegelte der Bildschirm des Praktica DVC 14.1 HDMI.
Akku: Der Toshiba X100 hielt nicht mal eine Stunde durch
Der Toshiba Camileo X100 hat keinen eingebauten Objektivschutz, sondern nur eine Aufsteckkappe, die mit einer kleinen Kordel an der Halteschlaufe befestigt wird. Zum Lieferumfang gehört eine kleine Fernbedienung, so dass sich eine Aufnahme auch aus der Entfernung starten lässt. Schlecht: Der Akku lässt sich verkehrt herum einlegen. Die Bedienung des X100 war nicht ganz einfach, da der berührungsempfindliche Bildschirm etwas zäh reagierte. Bei hellen Motiven übersteuerte der Camileo schnell, Feinheiten gingen dann unter. Das Bild zeigte bei Schwenks starke Artefakte. Grundsätzlich waren Aufnahmen etwas grobkörnig und zeigten wenig Details. Der Filmton war etwas leise und bassarm. Zudem waren auf den Aufnahmen die Speichergeräusche deutlich zu hören.
Für das Objektiv des Praktica DVC 14.1 HDMI gibt es keinen eingebauten Schutz, sondern nur eine mitgelieferte Aufsteckkappe. Der Camcorder ist zwar bequem zu tragen. Doch die Bedienung gestaltet sich etwas fummelig: Der Ein-Ausschalter sitzt zu tief im Gehäuse, und die Zoom-Wippe ist sehr klein ausgefallen. Negativ vermerkten Die Tester auch den stark spiegelnden Bildschirm. Das Zoomen geht beim DVC 14.1 sehr langsam vonstatten. Die Aufnahmen zeigten kräftige Farben und betonten im Vergleich zum Original helle und dunkle Bilddetails. Die Bildauflösung war in Ordnung, das Bildrauschen gering. Bei schnellen Schwenks blieb das Bild aber nicht ganz stabil. Im Tele-Bereichgabe es nur minimale Farbsäume. Der Filmton bot viel Bässe, aggressive Höhen und gelegentliche Störgeräusche.
Die Handschlaufe des JVC Everio GZ-HD520 ist sehr schmal und ungepolstert – und kneift daher schnell. Die Steuerung dec Camcorders erfolgt nicht über einen berührungsempfindlichen Bildschirm, sondern über ein Tastenfeld. Der fehlende Druckpunkt der Tasten erschwert die Bedienung. Der GZ-HD520 nimmt Filme auf eine eingebaute 120-GB-Festplatte auf. Sollte das nicht reichen, lässt sich der Speicher mit MicroSD-Karten erweitern. Der GZ-HD520 stellte sehr zügig scharf. Die Aufnahmen waren minimal blaustichig. Die Farben selbst waren ausgewogen. Es gab wenig Bildrauschen, auch die Bildschärfe stimmte. Helle und dunkle Stellen im Motiv wurden etwas betont. Das eingebaute Mikrofon nahm Höhen etwas scharf und Bässe zu schwach auf, die Ortbarkeit von Geräuschen war gering.
Der Samsung HMX-H300 ist mit einem bequemen, breiten Tragegurt ausgestattet. Die Bedienung erfolgt über einen berührungsempfindlichen Bildschirm und ein sehr gut strukturiertes Menü. Viele Aufnahme-Einstellungen, etwa Empfindlichkeit, Blende, Verschlusszeit oder Weißabgleich, sind manuell wählbar. Der Autofokus stellte gelegentlich etwas langsam scharf. Der Samsung-Camcorder zeichnete Farben ausgewogen und kräftig auf, auch bei Kunstlicht-Aufnahmen. Die Bildschärfe war aber nur guter Durchschnitt, das Bildrauschen dagegen erfreulich gering. Im Tele-Betrieb gab es keine Farbsäume. Die Ortbarkeit von Geräuschen war wie bei den anderen Geräten recht gering. Aber der Klang mit satten Bässen und klaren Höhen war insgesamt in diesem Testfeld der beste.
Das Innenleben des Canon Legria HF R206 ist, von den oben genannten Unterschieden abgesehen, weitgehend identisch mit dem großen Bruder HF R26 auf Platz 4. Der HF FR26 ließ im Vergleich aber mehr Zeit beim Scharfstellen. Beide Canon-Camcorder haben das gleiche 20-fach-Zoomobjektiv. Dessen minimale Brennweite ist recht hoch und zeigt somit nur einen recht schmalen Bildwinkel – schlecht für weitläufige Landschaftsaufnahmen. Im Tele-Bereich produzierten beide Legrias minimale Farbsäume. Die Farbwiedergabe war sehr ausgewogen. In Schattenbereichen gab es etwas wenige Details, ansonsten wirkten die Aufnahmen harmonisch, scharf, störungsarm und farbecht. Genau so gute Ergebnisse gab es, wenn statt Sonnenstrahlen Kunstlicht die Motive beleuchtete.
Der Objektivschutz des Panasonic HDC-SD80 öffnet automatisch, wird aber manuell über einen seitlichen Schieber geschlossen. Der berührungsempfindliche Bildschirm ist gut zu bedienen und reagiert flott. Letzteres gilt auch für den Autofokus, sogar in Tele-Stellung. Die Anordnung der Tasten und des Zoomreglers ist praxisgerecht. Der HDC-SD80 verfälschte den Farbeindruck nur sehr wenig, Grund- und Mischfarben sahen weitgehend originalgetreu aus. Es gab keine Farbsäume. Die Bildschärfe war in Ordnung, aber nicht ganz so gut wie beim Testsieger HDC-SD99. Bei Kunstlichtaufnahmen wirken Farben leicht grünlich, aber noch natürlich. Für einen Camcorder ist der Klang der HDC-SD80 noch gut. Aufgenommene Geräusche ließen sich überdurchschnittlich gut orten.
Der Canon Legria HF R26 unterscheidet sich vom HF R206 (Platz 6) in erster Linie durch eine bessere Ausstattung, Objektiv und Bedienung sind gleich. Im HF R26 sind 8 GB Speicher eingebaut. Gleich zwei Kartenschächte bieten Platz für zusätzliche Speicherkarten. Eine weitere Besonderheit: Der HF R26 kann Full-HD-Filmaufnahmen im Gerät auf eine niedrige Auflösung umrechnen, um etwa das Überspielen der Aufnahmen auf DVD oder ins Internet zu erleichtern. Beide Canon-Camcorder lassen sich bequem halten und über das klar strukturierte Menü gut steuern. Ihre Bildqualität war sehr ähnlich und recht gut (siehe HF R206). Beide Legrias lieferten einen sauberen, aber in den Höhen leicht und in den Bässen deutlich beschnittenen Filmton. Die Ortbarkeit von Geräuschen war gering.
Beim Sony HDR-CX130 steckt das USB-Anschlusskabel in der Handschlaufe. Das ist fürs Überspielen zwar praktisch, aber beim Filmen steht das Kabel immer etwa 1,5 cm vom Gehäuse ab. Die Bedienknöpfe sind praktisch angeordnet und leicht mit einer Hand zu bedienen. In Tele-Stellung reagierte der automatische Fokus etwas langsam. Der HDRCX130 zeichnete Bilder im Vergleich zum Original eine Spur kühler (blaustichig) auf, Blauund Cyan-Töne waren leicht grünstichig. Bei großen Brennweiten bildeten sich minimale Farbsäume. In Schattenmotiven gab es etwas wenig Details. Das Bild wirkte bei detailreichen Motiven etwas verrauscht, ansonsten war der Schärfeeindruck gut. Der Bassbereich war hörbar begrenzt. Die Höhen klangen aggressiv, waren aber nicht im Pegel beschnitten.
Der JVC Everio GZ-HM655 ist das kleinste und leichteste Gerät im Testfeld. Die Handschlaufe ist allerdings etwas schmal, so dass der Everio nicht in jeder Hand optimalen Halt findet. Praktisch: 8 GB Speicher sind schon fest eingebaut, man kann also auch ohne eingelegte Speicherkarte filmen. Die Benutzerführung ist einfach und übersichtlich, das Bildschirmmenü arbeitete schnell. Das Objektiv stellte besonders rasch auf das gewählte Motiv scharf. Der Weitwinkel-Bereich wird aber kaum abgedeckt. Bei Aufnahmen wirkte Grün eine Spur zu intensiv, ansonsten war die Farbdarstellung sehr ausgeglichen. Die Feinzeichnung stimmte auch in dunklen Bildbereichen. Der Everio brauchte recht wenig Licht, um gute Aufnahmen zu erzielen. Der Filmton war – wie bei den meisten Camcordern – deutlich mittenbetont.
Für den Panasonic HDC-SD99 gibt es einen Objektiv-Vorsatz (299 Euro), mit dem der Camcorder in 3D aufnehmen kann. Das eingebaute Objektiv hat einen sehr großen Weitwinkelbereich und ist prima für Landschaftsaufnahmen geeignet, außerdem stellte es im Test recht schnell scharf. Ebenfalls flott: das Bedienmenü des Panasonic. Von einem leichten Grünstich abgesehen war das Bild farbneutral und ausgewogen. Auch in komplexen Bildmotiven zeigten sich in Tele-Stellung weder Rauschen noch Farbsäume. Die Bildschärfe war recht hoch. Die aufgenommenen Geräusche ließen sich im Vergleich zur Konkurrenz gut orten. Der Filmton war etwas bassarm, sonst aber in Ordnung. Dank Mikrofon-Eingang lässt sich der HDC-SD99 auch mit hochwertigen Mikrofonen betreiben.




