Vergleichstest

Das Duell der Virenkiller

Freitag den 05.09.2008 um 09:42 Uhr

von Arne Arnold

Kaspersky Lab Internet Security 8.0 2009 DE Win
Kaspersky Lab Internet Security 8.0 2009 DE Win
Preisentwicklung zum Produkt
Security: Gratis gegen teuer
Vergrößern Security: Gratis gegen teuer
© 2014
Freeware oder Kaufprogramm? Wir haben getestet, ob Sie für teure Sicherheits-Tools bezahlen müssen oder ob Sie mit kostenlosen Utilities genauso gut geschützt sind. Das Ergebnis überrascht.
Antivir: Eines der Gratis-Tools
Vergrößern Antivir: Eines der Gratis-Tools
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Millionen Anwender vertrauen auf den Schutz von Antivir Personal Free. Damit sparen sie sich den jährlichen Obulus an Hersteller von Sicherheits-Suiten. Wie gut Sie damit vor Viren und anderer Malware geschützt sind, haben wir in unserem Duell getestet: Dem ersten PC verpassten wir verbreitete Gratis-Security-Tools, dem zweiten eine teure Sicherheits-Suite. Beide Pakete mussten sich knallharten Tests unterziehen. Im Labor warteten über 400.000 Schädlinge. Die meisten davon sind verbreitet, andere selten, ein paar fast völlig unbekannt und dennoch sehr gefährlich. Auch die Firewall musste zeigen, was sie drauf hat. Hier erfahren Sie, welches Tool-Paket das Beste ist.

Ein Programm, alles drin: Kaspersky Internet Security
2009
Vergrößern Ein Programm, alles drin: Kaspersky Internet Security 2009
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Die Kontrahenten: Antivir & Co. gegen Kaspersky

Kauf-Software: Kaspersky Internet Security 2009
Der Hersteller Kaspersky Lab hat seine Suite bereits in der Version 2009 auf den Markt gebracht. Das Paket kostet 40 Euro pro Jahr für einen PC und 60 Euro pro Jahr für drei PCs. Es bietet Schutz vor Malware, Spam und Phishing. Die Firewall konfiguriert sich weitgehend automatisch. Die Suite sucht sogar nach Sicherheitslücken in installierten Programmen, meldet fehlende Updates und risikoreiche Browser-Einstellungen, dazu gibt’s meist auch passende Lösungsvorschläge. Die verhaltensbasierte Analyse nennt Kaspersky HIPS (Host Intrusion Prevention System). Je nach Ergebnis dieser Analyse wird einem Programm der Zugriff auf das Netzwerk, Betriebssystemfunktionen oder bestimmte Geräte verweigert. Der Umfang an nützlichen Funktionen ist sehr groß.

Testergebnisse: Ein spannendes Rennen mit knappem Ausgang
Antivir & Co. schlugen sich bei den Sicherheitstests genauso gut wie das Kaufprogramm. Bei den Tests der Scanleistung lag das kostenlose Paket oft sogar ein oder gar mehrere Prozentpunkte vor Kaspersky. Das verdankt es auch seinen zwei Scan-Engines.

ITW-Malware: Das Freeware-Paket hatte alle weit verbreiteten Schädlinge aufgespürt - sowohl mit dem Virenwächter, als auch mit dem Scanner. Das gelang auch Kaspersky.

Zoo-Malware: Die Freeware fand bei den nicht so stark verbreiteten Schädlingen sehr gute 99,99 Prozent der rund 16.000 Bots und sagenhafte 100 Prozent der rund 31.000 Backdoor-Programme. Die beiden Gratis-Malware-Scanner machten im Test genauso überzeugend weiter: Von den 81.000 Würmern gingen ihnen sehr gute 99,95 Prozent in Netz, von den rund 270.000 Trojanern 99,97 Prozent.
Zusammengenommen waren das 399.944 Exemplare der Zoo-Malware, von denen die Freeware 99,97 Prozent entdeckte. Zum Vergleich: Kaspersky Internet Security kam hier auf 98,55 Prozent. Das ist ebenfalls sehr gut, aber doch etwas schlechter als die Freeware.

Rootkits: Die kostenlosen Programme spürten zwischen 91 und 100 Prozent der Rootkits auf und lagen in diesem Tests deutlicher vor der Kauf-Software (62 bis 82 Prozent). Gleichauf mit je 100 Prozent lagen die Konkurrenten bei der Suche nach gefährlichen OLE-Objekten (Object Linking and Embedding) und nach Malware in Archiven. Beim Aufstöbern von rund 11.000 Ad- und Spyware-Dateien trug - neben den Scannern von Antivir und Threat Fire - das Microsoft-Tool Windows Defender mit bei zu den sehr guten 99,49 Prozent. Kaspersky fand hier 98,59 Prozent.

Browser-Schutz: Deutlich schwächer war die Leistung beim Schutz vor gefährlichen Websites. Von den 23 getesteten Sites warnte das Freeware-Paket nur vor 5. Kaspersky kam hier auf 21 Sites - sehr gut. Diese Schwachstelle im Freeware-Paket lässt sich etwas mindern, wenn Sie etwa den McAfee Site Advisor installieren, der vor gefährlichen Websites warnt.

Archive: Schlecht war die Erkennung von laufzeitkomprimierten Programmen. Die meisten Malware-Autoren komprimieren ihre Schädlinge allein zu dem Zweck, dass Antiviren-Tools sie nicht entdecken. Das Freeware-Paket fand einmal 32,78 Prozent (Formate) und einmal 66,51 Prozent Prozent (Dateien). Kaspersky schnitt hier deutlich besser ab - 66,67 Prozent bei den Formaten, 84,33 Prozent bei den Dateien.

Verhaltensbasierte Erkennung: Gute Tools stoppen noch unbekannte Schädlinge, indem sie das Verhalten des Codes analysieren. Das Freeware-Paket kam bei Erkennung und Blockierung auf je 100 Prozent, Kaspersky nur auf 85 und 65 Prozent. Die gute Leistung der Gratis-Tools erkauft man aber mit vielen Fehlmeldungen und Warnungen (siehe "Bedienung").

Download: Kaspersky Internet Security 2009
Preisvergleich: Kaspersky Internet Security 2009

Freitag den 05.09.2008 um 09:42 Uhr

von Arne Arnold

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