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Vergleichstest: DVD-Camcorder

01.12.2004 | 13:48 Uhr |

Drei Hersteller wollen mit sieben DVD-Camcordern den Markt erobern. Herausragend ist die einfache Bedienung: Der Anwender nimmt Sequenzen auf und schneidet sie direkt im Camcorder. Damit entfällt die zeitaufwendige Nachbearbeitung der Aufnahmen am Computer.

FINDER: TYPBERATUNG DVD-CAMCORDER

Sie sind ein DVD-CAMCORDERTYP , wenn

> Komfort wichtiger ist als Qualität,

> alle Szenen mit wenig Mühe anwählbar sein sollen,> Schnitt am Computer nicht im Vordergrund steht,

> das unkomplizierte Festhalten schöner Momente Kaufargument für einen Camcorder ist,

> Sie bei der DVD-Technik ganz vorne mit dabei sein wollen.


Sie sind ein DV-CAMCORDER-TYP , wenn

> Sie unbedingt Wert auf sehr hohe Bildqualität legen,

> viele verschiedene Modelle zur Auswahl stehen sollen,

> manuelles Eingreifen in die Bildgestaltung wichtig ist,

> Schnitt am Computer für Sie zum Filmen dazugehört.

Der spontane Filmeinsatz ist das Revier des DVD-Camcorders. Er ist beim Familienausflug oder im Urlaub schnell zur Hand und bannt das Geschehen auf einen Silberling. Noch schnell die Szenenreihenfolge umgestellt und überflüssiges Material entfernt, schon kann die Scheibe im nächstgelegenen DVD-Player rotieren. Band-Camcorder liefern zwar ein Quäntchen mehr Aufnahmequalität, ärgern den Gelegenheitsfilmer jedoch mit Umspulzeiten, Bandsalat und langwierigem Schnitt am Rechner. Drei Hersteller bieten die kleinen Scheibendreher an: Sony, Hitachi und Panasonic. Die beiden Letzteren offerieren jeweils zwei Modelle, deren äußerliche Ähnlichkeit keinesfalls zufällig ist und sich in den inneren Werten fortsetzt.

Grund ist eine Entwicklungskooperation, bei der Hitachi die Laufwerkselektronik und die Menüsteuerung, Panasonic die Elektronik inklusive der Energieversorgung beisteuert. Größter Unterschied zwischen den Modellen ist die Fotofähigkeit der jeweils größeren Camcorder, Hitachi DZMV580E und Panasonic VDR-M70EG (beide 1200 Euro). Sie schießen Bilder mit Megapixelauflösung, die kleineren Geräte schaffen dagegen nur 640 x 480 Pixel. Ähnlich zeigt sich das Line-up bei Sony: Das Top-Modell DVD201E für 1050 Euro beherrscht die hochauflösenden Bilder, die beiden kleineren Varianten DVD101E und DVD91E nicht. Diese beiden durchbrechen dafür die magische 1000-Euro-Grenze - sie kosten 950 beziehungsweise 870 Euro. Sie unterscheiden sich lediglich durch eine USB-2.0-Buchse, die den Datentransfer zum Computer übernimmt. Firewire wie bei den DV-Camcordern gibt es bei den DVD-Pendants nicht. Software zum Übertragen der Filme liegt allen Camcordern mit USB-Buchse bei. Für Macintosh-Rechner ist allerdings keine Software verfügbar.

Scheibendreher

In den Camcordern rotieren DVD-Scheiben mit acht Zentimetern Durchmesser. Es handelt sich quasi um den kleinen Bruder des beliebten Mediums. Die Schubladen aller DVD-Laufwerke haben im Inneren eine spezielle Vertiefung, um auch die kleinen Medien abspielen zu können. Allein Slot-in-Laufwerke kommen mit dieser Scheibengröße nicht zurecht.

Einigkeit über die Formate herrscht bei den verwendeten Medien nur teilweise. Bei den einmal beschreibbaren Scheiben setzen alle drei Hersteller auf die DVD-R. Mit ihr ist das direkte Bearbeiten auf der Scheibe nicht möglich. Das geht nur mit der DVD-RAM bei Hitachi und Panasonic oder der DVD-RW im VR-Modus bei Sony. Bei Letzterer kann der Filmer selektiv löschen und neu bespielen, teilen, kürzen sowie Abspiellisten anlegen. Bei Sony steht nur eine, bei den RAM-Cams dagegen 99 verschiedene Abspielfolgen zur Verfügung. Problem dabei: Sowohl die DVDRAM als auch die DVD-RW (VR) laufen nur in sehr wenigen DVD-Playern. Das setzt der uneingeschränkten Verwendung enge Grenzen - mehr zum Schnitt und den verschiedenen Wegen der Nachbearbeitung finden Sie im Workshop "Smarte Scheiben" auf Seite 52.

Platzwunder

Auf eine Seite der kleinen Scheiben passen 1,4 GB. Bei den wiederbeschreibbaren Medien kann die RAM-Fraktion mit niedrigen Kosten punkten: Eine doppelseitige DVDRAM mit 2,8 GB Kapazität kostet um die 10 Euro, eine doppelseitige DVD-RW hingegen 25 Euro. Sony legt seinen Geräten nur eine DVD-R bei, die anderen beiden je eine DVDRAM. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn so kann der angehende DVD-Filmer ohne Reue erste Probedurchläufe starten. Ohnehin sind die Scheiben schnell gefüllt. In bester Qualität genügt der Platz für 20 Minuten Film pro DVD-Seite, in zweitbester Qualität immerhin 30 Minuten - empfehlenswert für alle, die Einbußen bei der Bildqualität in Kauf nehmen. Long-Play bringt es zwar auf 60 Minuten, doch stören aus der drastischen MPEG-Datenreduktion resultierende Artefakte deutlich den Bildeindruck. Hitachi und Panasonic können zudem in bester Qualität nur auf eine DVD-RAM aufzeichnen.

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