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Wireless-Gaming-Headset

Turtle Beach Ear Force Stealth 450 im Praxistest

30.12.2015 | 14:37 Uhr |

Das Drahtlos-Headset soll PC-Spieler und Mobile-Gamer nicht nur maximale Bewegungsfreiheit, sondern auch kristallklare Voice-Chats und realistischen Raumklang ermöglichen. Ob das klappt, zeigt der Test.

Das Wireless-Headset Turtle Beach Ear Force Stealth 450 ist mit zwei 50 Millimetern großen Neodym-Audiotreibern ausgestattet. Es handelt sich um ein Over-Ear-Modell, das die Ohren also komplett umschließt. Der Sitz des Headsets ist dabei recht fest, aber ohne unangenehm zu drücken. Die Polsterung von Kopfband und Ohrmuscheln besteht aus Schaumstoff mit Textilüberzug, was für eine gute Belüftung und eine bequeme Passform sorgt. Positiv hinzu kommt, dass das Headset ziemlich leicht ist.

TEST-FAZIT: Turtle Beach Ear Force Stealth 450

Kurz und knapp: Die Turtle Beach Ear Force Stealth 450 sitzt angenehm auf dem Kopf, bieten einen guten, Mitten-betonten Klang und einen sehr guten virtuellen Surround-Sound. Der Akku des Drahtlos-Headsets hält ziemlich lange durch, während die Übertragung auch noch in relativ großer Reichweite optimal funktioniert. Die Verarbeitung ist gut, wenn auch das Gerät selbst kein Premium-Headset ist.

Uns fehlt beim Headset allerdings die Möglichkeit, eigene Einstellungen am Equalizer vorzunehmen. Hinzu kommt die nur dürftige Nebengeräuschdämpfung durch die Ohrmuscheln. Außerdem fehlt die Möglichkeit, die Kopfhörer am Smartphone als Headset zu nutzen. Und das letzte Manko, das allerdings nicht allzu schwerwiegend ist: Das USB-Ladekabel ist viel zu kurz – ein Problem, das sich aber leicht lösen lässt. Für einen Preis von aktuell rund 100 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) bietet das Drahtlos-Headset dennoch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist nicht nur deshalb einen Blick wert: In der wichtigsten Kategorie, dem Klang, kann das Gerät durchaus punkten!

+ sehr guter (Raum-) Klang

+ lange Akkulaufzeit

+ hohe Reichweite

- keine Equalizer-Einstellungen möglich

- nicht als Headset am Smartphone nutzbar

Design und Steuerung

Das Headset selbst besteht komplett aus schwarzem Kunststoff mit roten Klavierlack-Akzenten rund um die Ohrmuscheln. Die Außenseiten der Ohrhörer bestehen aus schwarzen Klavierlack, in der Mitte sitzt das weiß beleuchtete Turtle-Beach-Logo. Das rechte davon schaltet die Kopfhörer ein oder aus und zeigt an, ob das Gerät aktuell aufgeladen wird und wie es um den aktuellen Pairing-Status steht. Grundsätzlich ist das Design schlicht und trotz der Materialwahl wirkt das Headset nicht billig, was unter anderem auch an der sehr guten Verarbeitung liegt – mit teureren Modellen namhafter Marken kann es bei der Haptik allerdings nicht mithalten.

Die Ohrmuscheln lassen sich auch seitlich einklappen.
Vergrößern Die Ohrmuscheln lassen sich auch seitlich einklappen.
© Turtle Beach

An der rechten Ohrmuschel befinden sich auch die wichtigsten Steuerelemente: Zwei stufenlose Lautstärkeregler für Sprachchats und den Klang, ein Micro-USB-Anschluss für das Aufladen des Akkus sowie der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für den Anschluss an Mobilgeräte – damit ist allerdings nur das Musikhören möglich, als Headset lässt es sich nicht nutzen. Mit der Preset-Taste schalten Sie in Echtzeit zwischen den folgenden vier Equalizer-Einstellungen durch: Natural Sound, Bass Boost, Bass + Treble Boost und Vocal Boost. Uns persönlich gefällt der Natural-Preset am besten, da er Bereiche nicht überbetont und am klarsten klingt. Im Lieferumfang befindet sich auch ein USB-Kabel, allerdings fällt das mit nur 50 Zentimetern Länge extrem kurz aus. Das mitgelieferte Klinkenkabel ist dafür lang genug.

Die Haupt-Steuerelemente befinden sich an der rechten Ohrmuschel.
Vergrößern Die Haupt-Steuerelemente befinden sich an der rechten Ohrmuschel.
© Turtle Beach

Technik, Reichweite und Akku

An der linken Ohrmuschel stöpseln Sie das komplett abnehmbare Bügelmikrofon an. Das lässt sich dank eines flexiblen Metallarms in die gewünschte Position biegen – und da bleibt es auch. Die drahtlose Verbindung zum PC baut das Ear Force Stealth 450 über eine digitale Funkfrequenz über den mitgelieferten USB-Dongle auf. Das ermöglicht eine hohe Reichweite und soll durch die integrierte Kanal-Hopping-Technik die störungsfreiste Frequenz für die Übertragung herannehmen. In unseren Tests konnten wir keine Störungen oder Verzögerungen feststellen, selbst durch Hausinnenwände hindurch. Die Reichweite von 15 Metern (ohne Hindernisse) können wir bestätigen. In unserem Test hielt der Akku etwa 11 Stunden, was von den angegebenen 15 Stunden etwas abweicht. Dennoch ist die Leistung respektabel! Wir vermissen allerdings eine Ladestandsanzeige.

Die Übertragung erfolgt über eine digitale Funkfrequenz mit Hilfe des mitgelieferten USB-Dongles.
Vergrößern Die Übertragung erfolgt über eine digitale Funkfrequenz mit Hilfe des mitgelieferten USB-Dongles.
© Turtle Beach

Klang und Funktionen

Die Ear Force Stealth 450 verfügt über eine englische Sprachansage, die Sie beispielsweise über das aktuell gewählte Preset informiert oder ankündigt, die Kopfhörer bald zu Akkusparzwecken auszuschalten. Um in Spielen nicht auf Raumklang verzichten zu müssen, integriert Turtle Beach die Technik DTS Headphone:X, bei der es sich um virtuellen 7.1-Surround-Sound handelt. Dieser Modus lässt sich noch weiter justieren, und zwar für Spiele, Filme, Musik und für Stereoklänge. Die Technik erledigt einen überraschend guten Job und simuliert eine recht realistischen Raumklang.

Audio-Tipp: Surround-Sound für Stereo-Kopfhörer nachrüsten

Das Headset überrascht mit einem guten Klang und einem realistischen Surround-Sound.
Vergrößern Das Headset überrascht mit einem guten Klang und einem realistischen Surround-Sound.
© Turtle Beach

Weiterhin mit an Bord ist die Technik Superhuman Hearing. Die soll es ermöglichen, Feinde bereits zu hören, bevor Sie sie zu sehen bekommen. Auch das funktioniert im Zusammenspiel mit der Raumklangsimulation recht gut: Ein verräterisches Nachladen vom Gegner führt uns direkt zum Kontrahenten, um ihn in die digitalen Jagdgründe zu befördern. Diese Funktion lässt sich auch über einen selbst definierbaren Hotkey aktivieren. Ein großes Manko gibt es allerdings (noch): Wir können nicht selbst Profile erstellen oder Equalizer-Einstellungen vornehmen. Nach Herstellerangaben soll sich das über ein zukünftiges Treiber-Update allerdings ändern.

Das Turtle-Beach-Logo an der Ohrmuschel ist weiß beleuchtet. Nur die Dämpfung der Umgebungsgeräusche könnte besser ausfallen.
Vergrößern Das Turtle-Beach-Logo an der Ohrmuschel ist weiß beleuchtet. Nur die Dämpfung der Umgebungsgeräusche könnte besser ausfallen.
© Turtle Beach

Generell ist der Klang des Headsets durchaus hörenswert, wenn auch recht Mitten-betont – allerdings ist das für ein Gaming-Modell durchaus typisch. Die Bässe sind schön tief, fangen in sehr hohen Lautstärken aber das Übersteuern an. Die Höhen hingegen könnten etwas klarer ausfallen. Nur die Dämpfung der Nebengeräusche ist trotz der Over-Ear-Muscheln recht dürftig und könnte etwas besser unsere Umwelt dämpfen.

Technische Daten

Turtle Beach Ear Force Stealth 450

Fernbedienung

an der Ohrmuschel

Regler

Lautstärke (getrennt in Sprache und Klang), Mikrofonstummschaltung, Equalizer-Preset-Umschaltung

Surround

ja, virtueller 7.1-Raumklang (DTS Headphone:X)

USB-Soundchip

Ja

Anschluss, Übertragung

Funk (Reichweite bis zu 15 Meter) / USB / Klinke (3,5 Millimeter)

Bauweise

Geschlossen

Lautsprecher (Durchmesser)

Stereo (50 Millimeter)

Mikrofon abnehmbar

ja

Lieferumfang

USB-Dongle / Klinkenkabel / Micro-USB-Kabel / Bügelmikrofon

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Turtle Beach

Internetadresse

de.turtlebeach.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

99,99 Euro

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