Tuning-Software

Powersuite 2012 im Test

Montag den 12.03.2012 um 08:30 Uhr

von Cornelius M. Pirch

In Powersuite 2012 kann der Nutzer einstellen, wie oft die Tuning-Software den Rechner optimieren soll
Vergrößern In Powersuite 2012 kann der Nutzer einstellen, wie oft die Tuning-Software den Rechner optimieren soll
Uniblue verspricht mit seiner Tuning-Software Powersuite 2012 eine umfassende Optimierung von Windows und eine nachhaltige Beschleunigung des Rechners.
Was wir aus unserem PC noch herausholen können, wollten wir im Test der Tuning-Software wissen. Zur Verfügung stand uns eine Download-Version von Powersuite 2012, bei der es nur ein PDF-Handbuch zum Herunterladen gibt sowie eine Support-Seite beim Hersteller in englischer Sprache.

Die Software ist schnell installiert. Beim ersten Start wird der Nutzer nach der Seriennummer gefragt. Und hier könnte sich für den einen oder anderen ein Problem ergeben, denn die Aktivierung erfordert zwingend eine aktive Internetverbindung. Auf einem PC ohne Verbindung verweigerte das Tuning-Programm den Dienst. Die angebotene „manuelle Aktivierung“ öffnete ein Internetbrowser-Fenster und versuchte, sich mit der Hersteller-Homepage zu verbinden, was natürlich misslang.

Beim ersten Start lässt sich auch einstellen, wie oft das Powersuite 2012 optimieren soll - täglich, wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich. Auf den ersten Blick sieht die Bedienerführung recht übersichtlich aus. Drei Module – Registry Booster, Speed Up My PC und Driver Scanner – stehen nebeneinander. Symbole, etwa eine rote Regenwolke oder eine Sonne, zeigen den Status des Systems an. Auf der rechten Seite findet man eine Übersicht, wie viele Probleme beseitigt wurden. Eigentlich ist die Powersuite nur eine zusammenfassende Oberfläche für die drei genannten Programme, die man auch einzeln kaufen kann.

Module und Funktionen von Powersuite 2012

Das wohl umfassendste Modul der Tuning-Software ist der Registry Booster, der einerseits beim Scannen der Registrierungsdatenbank sehr schnell ist und vieles findet, etwa  redundante Einträge oder verwaiste Dateitypen. Die grundlegende Übersicht der Scan-Ergebnisse ist sehr simpel, es gibt aber auch eine ausführliche Darstellung. Hier kann der Nutzer auswählen, welche Schlüssel nicht gelöscht werden sollen.

Leider ist der Weg dazu nicht so intuitiv wie bei anderen Programmen: Man benötigt einen Rechtsklick, um die Option zu finden. Bei der Reinigung wird automatisch eine Sicherung angelegt, damit sich die Änderungen rückgängig machen lassen. Überdies bietet das Programm eine Funktion zur Defragmentierung der Registrierungsdatenbank.

Driver Scanner sucht im Rechner nach veralteten Gerätetreibern, um sie gegebenenfalls zu aktualisieren. Hier kam es im Test zu einigen Unstimmigkeiten: Auf einem der Test-PCs wollte das Programm den Monitor-„Treiber“ (es war wohl die .inf-Datei gemeint) von Version 5.1.2 auf Version 1.0 (!!!) „updaten“, und das gleich dreimal.

Der Treiberscan in der Tuning-Software Powersuite 2012
funktioniert leider nicht wirklich - der Scanner wollte etliche
veraltete "Updates" installieren
Vergrößern Der Treiberscan in der Tuning-Software Powersuite 2012 funktioniert leider nicht wirklich - der Scanner wollte etliche veraltete "Updates" installieren

Auf einem anderen PC bot Driver Scanner ein Update für den Treiber eines (zugegeben, sehr alten) Grafiktabletts an und lud diesen auch herunter. Bei der Installation verabschiedete sich das Programm dann mit einer kryptischen Fehlermeldung und war nicht dazu zu bewegen, das Update zu installieren. Eine manuelle Installation war auch nicht möglich, da Driver Scanner versucht, den Nutzer von allen „Unbillen“ fernzuhalten und die Downloads versteckt in einem proprietären Format ablegt, das nicht entpackt werden kann. Da auch die Download-Links nicht zugänglich sind, hat man kaum Chancen, das richtige Update selber zu finden. Im Fall des Grafiktabletts bot nämlich der Hersteller selber keinen neueren Treiber an.

Die Tuning-Software entmüllt sehr sparsam

Wenn sich Speed Up My PC ans Werk macht, wird der Rechner nach Datenmüll, unnötigen Windows-Services und falschen Einstellungen durchsucht, die sich dann mit einem Mausklick bereinigen lassen. Die Suche nach Datenmüll ist – gelinde gesagt – sehr rudimentär: Es werden lediglich der Papierkorb und das temporäre Verzeichnis des aktuellen Nutzers geleert, aber keine temporären Internetdateien oder andere Nutzungsdaten. Etwas fraglich sind auch die Vorschläge bei den zu deaktivierenden Services. So möchte das Programm den Windows-Indexdienst abdrehen, wollte aber auch jenen Logon-Dienst ausschalten, der in Firmennetzwerken (Stichwort Domain-Anmeldung) wichtig ist.

Die Tuning-Software erklärt nicht, was die Dienste tun und warum sie ausgeschaltet werden sollen. Das ist bei allen drei Modulen das gleiche: Wie oder warum eine Aktion durchgeführt wird, erfährt der Nutzer nicht.

Fazit für das Tuning mit Powersuite 2012

Neben der Tatsache, dass kaum Feintuning beim Optimieren möglich ist, fehlen der Powersuite 2012 auch etliche Funktionen, wie sie Konkurrenz-Produkte haben, –etwa eine Verwaltung der Autostart-Einträge und der Windows-Firewall, zusätzliche Einstellungen der Windows-Optik oder der Programmoberfläche. Der Ansatz ist gut, aber hier muss noch sehr viel nachgebessert werden. Auch, dass das Programm ohne Internetzugang nicht funktionsfähig ist, bringt ein dickes Minus.

Montag den 12.03.2012 um 08:30 Uhr

von Cornelius M. Pirch

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