Chromebook

Toshiba CB30-102 im Test

Freitag den 28.03.2014 um 13:45 Uhr

von Thomas Rau

Toshiba Chromebook CB30-102 (PLM01E-004008GR)
Toshiba Chromebook CB30-102 (PLM01E-004008GR)
3 Angebote ab 279,00€ Preisentwicklung zum Produkt
Chromebook im Test: Toshiba CB30-102
Vergrößern Chromebook im Test: Toshiba CB30-102
© Toshiba
Das CB30-102 ist ein mobiles Notebook für rund 300 Euro. Also ein Netbook? Eigentlich schon - aber mit Chrome OS statt mit Windows.
Chromebooks waren in Deutschland bisher kein Erfolg - anders als in den USA ein Erfolg. Dort verkaufen sich die sehr günstigen Laptops mit Chrome OS durchaus gut. Zahlreiche Hersteller wollen das ändern - unter anderem Toshiba mit dem CB30-102, das Sie für rund 300 Euro bekommen.

Damit tritt das 13,3-Zoll-Notebook gegen günstige Windows-Netbooks wie das Medion Akoya E1318t an. Die haben meist einen kleineren Bildschirm mit 10,1 oder 11,6 Zoll. Die Chromebooks wollen sich für denselben Einsatzzweck empfehlen: Als mobile Mini-Notebooks mit begrenzter Rechenleistung, aber stark genug für grundlegende Aufgaben wie Texte schreiben, Surfen und einfache Bildbearbeitung.

Für Deckel und Gehäuse des Chromebook hat Toshiba silberne
Alu-Optik gewählt
Vergrößern Für Deckel und Gehäuse des Chromebook hat Toshiba silberne Alu-Optik gewählt
© Toshiba

Das Chromebook ist schick, aber nur aus der Ferne

Toshiba spart sich die Windows-Lizenz und wertet dafür das Design auf. Aus der Ferne macht das CB30-102 einen wertigen Eindruck in seinem keilförmiges Gehäuse mit Alu-Optik. Fassen Sie es allerdings ab, schwindet die Faszination: Das Plastikgehäuse knarzt, wenn Sie es fester anfassen, die Oberfläche wirkt nicht hochwertig. Das Display ist blickwinkelabhängig, vor allem bei vertikaler Draufsicht. Außerdem lässt sich der Bildschirm nicht sehr weit öffnen - es ist schon für normal große Menschen schwierig, das Display in einem idealen Einblickwinkel einzustellen.

Am Bildschirm stören außerdem flaue Farben. Auf der glänzenden Oberfläche zeigen sich deutliche Reflexionen, weil die Display-Helligkeit nicht besonders hoch ist, was die Einsatzmöglichkeiten des Chromebooks in unterschiedlichen Lichtverhältnissen einschränkt. Diese Defizite zeigen allerdings die meisten günstigen Notebooks.

Schnell durch SSD

Dafür fühlt sich das Chromebook beim Arbeiten deutlich schneller an als ähnlich günstige Windows-Notebooks. Denn im CB30-102 sitzt eine SSD statt einer Festplatte. Die ist allerdings nur 16 GB groß - das gehört allerdings zum Prinzip bei Chrome-OS-Geräten: Apps und Dokumente sollen nicht lokal auf dem Notebook installiert, sondern in der Cloud genutzt werden. Dafür bekommt der Käufer 100 GB Speicherplatz bei Google Drive für zwei Jahre.

Das Chromebook ist nach sieben Sekunden einsatzbereit. Außer beim ersten Start, denn da muss unser Testgerät ein Chrome-Update herunterladen und installieren, was rund fünf Minuten dauert - aber das ist im Vergleich zu den Update-Orgien von Windows eine Wohltat.

Arbeiten mit Texten und Tabellen bewältigt das Chromebook locker. HD-Videos spielt es von der SSD meist ruckelfrei ab, solange sie in einem unterstützen Format wie AVI, MOV oder MP4 vorliegen. Spiele vom Schlage “Angry Birds” gehen ebenfalls - diese App lässt sich beispielsweise auch offline nutzen. Ebenso wie der rudimentäre Google-Bildeditor mit dem Sie Fotos beispielsweise öffnen, drehen und zuschneiden sowie deren Helligkeit anpassen können. Dafür genügt die Rechenleistung des eingebauten Intel Celeron 2955U vollauf: Die auf der Haswell-Plattform basierende Dual-Core-CPU arbeitet mit maximal 1,4 GHz, Hyper-Threading und Turbo Boost bringt sie nicht mit.

Programme für das Chromebook bekommen Sie nur im
Chrome-OS-Store
Vergrößern Programme für das Chromebook bekommen Sie nur im Chrome-OS-Store

Vieles geht nur online mit WLAN

Da bei Chrome OS aber sehr vieles nur online funktioniert, ist die Online-Verbindung ebenso wichtig wie die internen Komponenten. Dafür bietet das CB30-102 Dual-Band-WLAN nach 11n-Standard, aber kein 3G oder LTE, was die Arbeitsreichweite des Chromebooks begrenzt.

Google hat allerdings an den Offline-Fähigkeiten seiner Apps gearbeitet: Google-Doc-Dokumente und Google-Präsentationen lassen sich offline erstellen und bearbeiten. Google-Tabellen können Sie offline dagegen nur öffnen, aber nicht verändern. Auch im App Store für Chrome OS gibt es inzwischen eine eigene Rubrik mit Programmen, die sich offline nutzen lassen.

Um mit Dateien von Microsoft Office am Chromebook zu arbeiten, müssen Sie allerdings einige Umwege gehen. Office-Dateien lassen sich nur in einem Viewer betrachten und nicht bearbeiten. Wenn Sie MS-Office-Dateien in Google Drive hochladen, werden sie standardmäßig in die entsprechende Google-Doc-Formate gewandelt. Dann können Sie sie auch bearbeiten und schließlich beim Herunterladen wieder in eine MS-Office-Datei konvertieren. Allerdings bleiben dabei nicht zuverlässig alle Formatierungen und Besonderheiten erhalten.  

Rechts am Gehäuse sitzen beim Chromebook zwei
USB-3.0-Buchsen und ein HDMI-Ausgang
Vergrößern Rechts am Gehäuse sitzen beim Chromebook zwei USB-3.0-Buchsen und ein HDMI-Ausgang
© Toshiba

So klappt es mit Peripheriegeräten am Chromebook

Auch im Umgang mit Peripheriegeräten zeigt sich das CB30-102 weniger flexibel als ein Windows-Notebook: Einen Drucker können Sie beispielsweise über einen der zwei USB-3.0-Anschlüsse mit dem Chromebook verbinden. Dann öffnet sich aber nur eine Webseite, die auf Google Cloud Print verweist. Auch der Ausdruck muss nämlich den Umweg über die Cloud nehmen, direkt und offline können Sie nicht drucken.

NTFS-Festplatten und FAT(32)-Sticks funktionieren problemlos am USB-Port und lassen sich lesen sowie beschreiben. Auch der Anschluss einer USB-Maus klappt. Mit Sticks, die spezielle Treiber benötigen, wie beispielsweise für DVB-T oder 3G, haben Sie dagegen keinen Erfolg am Chromebook. Einen externen Monitor können Sie per HDMI-Ausgang mit dem CB30-102 verbinden - darauf lässt sich der Bildinhalt des Chromebook-Displays spiegeln oder erweitern. Das Klonen klappt aber nur mit maximal 1024 x 768 Bildpunkten.

Das Chromebook mit 13,3-Zoll-Display wiegt 1456
Gramm
Vergrößern Das Chromebook mit 13,3-Zoll-Display wiegt 1456 Gramm
© Toshiba

Gewicht und Akkulaufzeit: Ordentlich

Das Chromebook wiegt knapp 1,5 Kilogramm und ist an der Vorderseite 19,4 Millimeter flach - das sind keine Rekordmaße verglichen mit den meisten Ultrabooks. Aber trotzdem ist das CB30-102 damit ideal zum Mitnehmen. Die Akkulaufzeit liegt zwischen 6,5 und 5,5 Stunden. Auch hier gilt: Es geht deutlich besser, aber die meisten Windows-Netbooks laufen auch nicht länger - eher etwas kürzer.

Die Tastatur des Chromebook hat Toshiba schick gestaltet: Die schwarze Tastenkappen mit weißem Aufdruck und der Einschaltknopf rechts oben erinnern deutlich an das Design des Macbook. In der oberen Zeile sitzen Spezial-Tasten für Chrome OS, mit denen Sie im Browser vor und zurück navigieren können, eine Webseite neu laden, in den Vollbildmodus schalten oder die zuletzt benutzten Apps anzeigen können.

Die Tastatur ist stabil eingebaut und leise. Ihr flacher Hub und die mäßige Druckrückmeldung machen aber längeres Tippen nicht besonders angenehm. Noch weniger gefällt das Touchpad: Es arbeitet unpräzise und hakelig, dafür haben die integrierten Tasten einen deutlichen Druckpunkt. Mehrfingergesten, beispielsweise fürs Scrollen, funktionieren zuverlässig.

Toshiba Chromebook CB30-102 im Test: Fazit

© Toshiba

Für 300 Euro kann auch das Chromebook CB30-102 keine Wunder vollbringen: Hardware, Verarbeitung, Display- und Tastaturqualität sind höchstens mittelmäßig und damit dem Preis angemessen.

Als Alternative zu einem Windows-Netbook macht es trotzdem eine gute Figur. Denn die Rechenleistung reicht für viele Alltagsaufgaben vollkommen aus. Als Zweit- oder Drittrechner für unterwegs oder als Ersatz für ein Tastatur-Tablet ist das CB30-102  empfehlenswert.

Für effektreiche Spiele oder Multimedia-Bearbeitung brauchen Sie mehr Rechenleistung - die bekommen Sie aber auch nicht bei ähnlich günstigen Windows-Notebooks. Die wiederum können Sie uneingeschränkt nutzen, selbst wenn kein WLAN in der Nähe ist. Außerdem erlauben sie einen bequemeren Umgang mit Peripheriegeräten.

Toshiba CB30-102 Testergebnisse
Sunspider (ms) 319,4
Akkulaufzeit: Video-Wiedergabe / WLAN-Surfen 5:35 / 6:38 Stunden
Startzeit 7 Sekunden
Display: mittlere Helligkeit / Kontrast / Ausleuchtung 199 cd/qm / 577:1 / 77 Prozent
Toshiba CB30-102 Technische Daten
Preis (UVP /Straßenpreis) 349 / 299 Euro
Betriebssystem Chrome OS
Prozessor Intel Celeron 2955U (1,4 GHz)
Arbeitsspeicher 2 GB DDR3L-1600
interner Speicher 16 GB SSD
Displaygröße / -auflösung 13,3 Zoll / 1366 x 768
Schnittstellen rechts: HDMI, 2 USB 3.0, Kopfhörer; links: SD-Karte (bis 64 GB), Lock
Kommunikation WLAN 11n Dual-Band, Bluetooth 4.0LE
Akku 4 Zellen, Lithium-Polymer
Gewicht 1456 Gramm / Netzteil: 220 Gramm
Lautsprecher 2 (unten seitlich)

Freitag den 28.03.2014 um 13:45 Uhr

von Thomas Rau

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