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Toshiba Libretto U100

12.01.2006 | 14:00 Uhr |

Sehr kleines und leichtes Notebook für unterwegs – mit miserabler Bedienung.

Für unterwegs kann ein Notebook gar nicht klein und leicht genug sein. Das Libretto U100 scheint deshalb der ideale Reisebegleiter zu sein: Es ist so groß wie ein Taschenbuch und wiegt nur ein Kilogramm. Toshiba liefert außerdem eine Docking-Station mit, die einen DVD-Brenner enthält – diese lässt sich unters Notebook klemmen - damit haben Sie auch noch ein optisches Laufwerk dabei. Selbst mit dem angedockten Untersatz bringt das Libretto U100 nur 1,44 Kilogramm auf die Waage.

Das Display ist angenehm hell. Auch bei Farbdarstellung, Kontrast und Helligkeitsverteilung erzielte es Top-Werte. Es gibt nur ein Problem: Das Display ist viel zu klein. Auf 7,2 Zoll Bilddiagonale stellt es im 15:9-Breitbildformat 1280 x 768 Bildpunkten dar: Eine Auflösung, die eigentlich nur deutlich größere Displays besitzen. Deshalb zeigt das Libretto U100 Buchstaben und Icons auch nur sehr klein – bei längerem Arbeiten kein Augenschmaus. Hier hilft dann nur, die DPI-Einstellung oder Windows-Schriftgröße zu ändern, womit aber einige Programme eventuell nicht zurechtkommen.

Das gleiche Urteil müssen wir über die Tastatur fällen: Hochwertig, aber zu klein. Zwar sind die Tasten weitgehend wie bei einer Standardtastatur angeordnet, sie haben mit 19 Millimeter auch Standardbreite. Allerdings sind sie nur 11 Millimeter hoch. Damit haben Zehn-Finger-Schreiber auf der Libretto-Tastatur praktisch keine Chance - selbst die Zwei-Finger-Bedienung wird beim schnellen Schreiben zur Zielübung mit häufigem Misserfolg. Am ehesten lässt sich auf dem Libretto schreiben, wenn Sie dazu wie beim Handy oder PDA die Daumen benutzen, während Sie das Notebook halten. Wenn man die Tasten aber trifft, vermitteln sie dank ihres weichen, aber merklichen Anschlags ein angenehmes Schreibgefühl. Auch der leichtgängige und unpräzise Trackpoint ist keine große Hilfe bei der Bedienung.

Dank des sparsamen, aber dafür recht langsamen Ultra-Low-Voltage-Prozessors hält das Libretto U100 trotz kleinen Akkus rund 3,5 Stunden ohne Netzstrom durch.

Mit Schnittstellen ist das Libretto U100 nicht sehr üppig ausgestattet –angesichts des kleinen Gehäuses nicht verwunderlich. Doch die wichtigsten Anschlüsse sind vorhanden, zum Beispiel zwei USB-Ports, Firewire und ein Speicherkartenleser für SD-Cards. Außerdem verfügt das Mini-Notebook über einen Fingerabdruck-Scanner zum Zugangsschutz. Die VGA-Buchse besitzt Mini-Format – ein normales VGA-Kabel zum Anschluss eines externen Monitors passt nicht - Toshiba legt aber einen entsprechenden Adapter bei.

Fazit: Der Toshiba-Winzling fasziniert auf den ersten Blick - kleiner und leichter kann ein Notebook kaum sein. Doch der Praxis-Alltag erweist sich als schwierig: Für effektives Arbeiten ist die Tastatur zu klein, der Trackpoint zu ungenau und das Display zu hochauflösend – die Miniaturisierung hat Toshiba beim Libretto U100 eindeutig zu weit getrieben.

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