Vergleichstest

Test: Die schnellsten Notebooks

Mittwoch den 24.04.2013 um 09:00 Uhr

von Thomas Rau

Notebooks haben etwas, was Netbooks und Tablets fehlt: Echte Rechenpower. PC-WELT stellt die schnellsten Laptops im Vergleichstest vor.

Für 3D-Spiele oder das Umwandeln von Musik- und Videodateien war ein rechenstarkes Notebook schon immer sinnvoll. Doch auch wer umfangreiche Excel-Tabellen berechnen will oder mit vielen offenen Tabs surft, wer hochauflösende Flash-Videos anschauen oder häufig viele Dateien komprimiert, stößt schnell an die Leistungsgrenzen eines rechenschwachen Notebooks. Wollen Sie auf Nummer Zukunfts-Sicher gehen, kommen Sie dann nicht um einen leistungsstarken Laptop herum. Dabei spielt die Größe keine Rolle mehr: Kleine Ultrabooks sind genauso schnell - häufig sogar schneller - als dicke 15- oder 17-Zöller. Stattdessen kommt es auf die ideale Mixtur der Komponenten an - von Prozessor, RAM und SSD beziehungsweise Festplatte.

Ein schnelles Notebook muss nicht groß sein: Das 12-Zoll
Dell XPS 12 hängt die meisten Standard-Notebooks ab
Vergrößern Ein schnelles Notebook muss nicht groß sein: Das 12-Zoll Dell XPS 12 hängt die meisten Standard-Notebooks ab

CPU: Mehr Kerne sind besser - aber nicht immer

In den meisten aktuellen Notebooks sitzt ein Doppelkern-Prozessor. Die Tempospitze bei den Dual-Core-CPUs besetzen derzeit die Modelle aus der dritten Core-Generation von Intel mit dem Ivy Bridge. In vielen Notebooks zwischen 500 und 800 Euro finden Sie beispielsweise den Core i5-3210M. Wie alle Core-i5-CPUs unterstützt er die Technik Hyper-Threading: Dadurch kann das Betriebssystem die Rechenaufgaben auf vier logische Kerne verteilen. Außerdem hat er Turbo Boost an Bord: Er kann je nach Auslastung dann einen oder beide Kerne über seiner Standard-Taktfrequenz von 2,5 GHz betreiben.

Top 10 Notebooks: Tempo bei
Multimedia-Programmen
Vergrößern Top 10 Notebooks: Tempo bei Multimedia-Programmen

Von einem Vier-Kern-Prozessor wie dem Core i7-3610QM dürfen Sie ein deutliches Tempoplus nur erwarten, wenn Sie Programme einsetzen, die alle Kerne ausreizen – beim Bearbeiten von HD-Videos können sich diese Mehrkerner zum Beispiel richtig austoben.

Bei vielen Notebooks geht der Trend zum flachen und leichten Gerät: Deshalb nutzen auch viele 15-Zoll-Laptops wie das Dell Inspiron 15R einen sparsamen Prozessor wie den Core i5-3317U aus der Ultra-Low-Voltage-Serie. Sie unterscheiden sich von den Standard-Notebook-CPUs durch das U am Ende der Modellnummer - und durch die geringere maximale Leistungsaufnahme (TDP) von 17 gegenüber 35 Watt. Das ermöglicht ein flacheres Gehäuse oder einen leiseren Lüfter. Die Spar-Prozessoren laufen auch mit einer geringeren Taktrate: Allerdings schneiden sie nur bei stark prozessorlastigen Tests rund 15 bis 20 Prozent schwächer ab als die großen Brüder. Im Test-Durchschnitt bleibt höchstens noch eine nicht mehr spürbare Differenz von fünf Prozent.

Schnelle Mischung: Standard-CPU, 8 GB RAM und SSD machen
einem Notebook wie im Nexoc B509 richtig Beine
Vergrößern Schnelle Mischung: Standard-CPU, 8 GB RAM und SSD machen einem Notebook wie im Nexoc B509 richtig Beine

Arbeitsspeicher: Wie viel ist genug?

Beim RAM sind derzeit 4 GB die Standardausstattung. Wie viel Tempo zusätzlicher Arbeitsspeicher bringt, hängt von den Programmen ab, die Sie einsetzen. Im Allgemeinen profitieren Sie bei Bild- und Videobearbeitung vom größeren Arbeitsspeicher sowie bei anderen Anwendungen, die große Datenmengen bewegen müssen. Auch wenn Sie mit vielen speicherintensiven Programmen gleichzeitig hantieren, haben Sie einen Vorteil von mehr als 4 GB.

Top 10 Notebooks: Tempo bei Büro-Software
Vergrößern Top 10 Notebooks: Tempo bei Büro-Software

Nur eins hilft wirklich: eine SSD

Nur ein Geheimrezept bringt einem Notebook tatsächlich spür- und messbar mehr Tempo – und zwar in fast allen Lebenslagen: Eine SSD beschleunigt den Start von Windows und von Programmen – und macht allen Anwendungen Beine, die häufig auf die Festplatte zugreifen: Das trifft beispielsweise auf Videobearbeitung und Büro-Software zu.

Das Problem: SSDs sind teuer und bieten verhältnismäßig wenig Speicherplatz. Daher warten vor allem teure Notebooks damit auf, zum Beispiel Ultrabooks. Doch alle Tests zeigen: Am Tempovorteil durch eine SSD führt kein Weg vorbei, sie wiegt in den meisten Fällen sogar den Nachteil einer schwächeren CPU auf. Stehen Sie also bei einem Notebook vor der Entscheidung zwischen einem Modell mit schnellem Core i7 und Standard-Festplatte oder einer Konfiguration mit Core i5 und SSD, sollten Sie sich für zweitere entscheiden.

Kleine, aber schnelle SSD plus große, aber lahme
Festplatte: Das Samsung Serie 5 Ultra setzt auf diese
Speicher-Kombination
Vergrößern Kleine, aber schnelle SSD plus große, aber lahme Festplatte: Das Samsung Serie 5 Ultra setzt auf diese Speicher-Kombination

Die günstige Alternative: SSD-HDD-Kombination

Da SSDs schnell sind, aber nur wenig Speicherplatz bieten, setzen viele Notebooks auf eine Kombination aus kleiner SSD als Puffer- und großer Festplatte als Datenspeicher. In günstigen Ultrabooks wie dem Samsung Serie 5 Ultra steht der 500-GB-Fesptlatte beispielsweise eine 24 GB kleine SSD zur Seite: Dort speichert Windows häufig genutzte Programme und Dateien und verkürzt so die Zugriffszeit darauf. Je häufiger Sie bestimmte Dateien nutzen, umso mehr werden Sie den Geschwindigkeitsschub spüren.

In den meisten Tempo-Tests liegen Notebooks mit dieser SSD-HDD-Kombination rund 20 Prozent hinter reinen SSD-Notebooks und wiederum etwa 20 Prozent vor Notebooks mit einer Festplatte und der gleichen CPU.

Mittwoch den 24.04.2013 um 09:00 Uhr

von Thomas Rau

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