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TomTom-Navigation für Android im Praxistest

15.10.2012 | 17:30 Uhr |

Sehr exakte Verkehrslageinformationen und flotte Routenneuberechnung sind die wichtigsten Vorteile der neuen Navigations-App von TomTom, die es seit Anfang Oktober auch für Android gibt. Doch PC-WELT entdeckte im Praxistest auch Schwächen.

Seit dem 4. Oktober können sich auch Android-Benutzer von TomTom lotsen lassen. Die TomTom-Navigations-App gibt es in verschiedenen Umfängen, unter anderem mit dem Kartenmaterial für ganz Europa: TomTom Europa (69,99 Euro). Diese Variante haben wir einige Tage lang auf einem LG Optimus Speed als Navigationsgerät getestet. Inklusive Radarwarner, vor allem aber mit HD Traffic, den Echtzeitverkehrslageinformationen von TomTom.

Gewohnter Funktionsumfang einer Navigations-Lösung

Die App bietet die gewohnten Funktionen, wie man sie auch von den TomTom-Navigationsgeräten und von der iOS-App her kennt. Also beispielsweise einen Fahrspurassistenten, der an Kreuzungen und Autobahnabfahrten dabei hilft, die richtige Spur zu erwischen. Oder einen abgedunkelten Nachtmodus, der verhindert, dass Sie nachts oder im Tunnel das helle Display blendet. Wichtig für Fahrer, die unter Zeitdruck stehen: Entfernungen und die Zeit bis zum Erreichen des Ziels werden immer zuverlässig und sehr exakt angezeigt. Ebenso wie die aktuell gefahrene Geschwindigkeit, die aktuell befahrene Straße und die Angabe, wann man wo als nächstes abzweigen muss.

Auf der Karte sehen Sie genau, wo welche HIndernisse auftreten.
Vergrößern Auf der Karte sehen Sie genau, wo welche HIndernisse auftreten.
© TomTom

TomTom HD Traffic: Verkehrslageinformationen in Echtzeit

Die meisten dieser Funktionen finden Sie aber auch in anderen Navigations-Apps, die es teilweise sogar völlig kostenlos gibt, beispielsweise in Form von Google Maps Navigation . Das wirklich herausragende Trumpf-Ass von TomTom ist HD Traffic , die Echtzeitverkehrslageinformationen.

So werden aus Android-Smartphones Navigations-Geräte

Im Test der PC-WELT funktionierten die Verkehrslageinformationen sehr exakt. So wurden wir auf unserer Fahrt in die Redaktion am 15. Oktober auf exakt drei Verzögerungen/Staus hingewiesen. Diese Staus trafen wir genau an den vorausgesagten Stellen an, wobei die zu jedem einzelnen Stau gemeldete Verzögerungsdauer ziemlich gut zutraf. Auch die von TomTom mit Hilfe der HD Traffic-Daten berechnete Ankunftszeit am Ziel stimmte genau.

Trotzdem gab es mit HD Traffic auch Probleme: Zwei Mal fiel dieser wichtige Dienst komplett aus, „keine Informationen verfügbar“ meldete uns die App. Die beiden Ausfälle ereigneten sich an unterschiedlichen Tagen an unterschiedlichen Orten unter offenem Himmel – das GPS-Signal konnte unser Smartphone während des Ausfalls problemlos empfangen. Beide Ausfälle passierten aber ausgerechnet in dem Moment, als wir uns dichterem Verkehr näherten – ärgerlich. Denn so wussten wir nicht, ob wir eine Ausweichroute nehmen sollten. In einem Fall kam das Signal bis zum Erreichen unseres Fahrtziels nicht mehr zurück, im anderen Fall bekamen wir nach wenigen Minuten Ausfall wieder HD-Daten.

Automatische Neuberechnung der Fahrtroute

Der große Vorteil von HD Traffic: Die TomTom-App zeigt nicht nur die Verkehrslage an (das kann auch das kostenlose Google Maps), sondern überprüft fortlaufend auf der Basis der HD Traffic-Daten, ob die berechnete Route noch die günstigste ist, oder ob man eine Alternativroute wählen sollte. Kommt TomTom zu dem Schluss, dass letzteres besser ist, so ermittelt die App automatisch ohne Eingreifen des Fahrers die Alternativroute und zeigte diese an. Bei Google Maps muss der Fahrer dagegen von Hand den Layer mit den Verkehrslageinformationen einblenden, dann selbst entscheiden, ob er eine Alternativroute nutzen will und dann Google Maps anweisen zu überprüfen, ob es eine alternative Strecke gibt. In dieser Disziplin ist TomTom mit HD Traffic also deutlich besser und während der Fahrt auch sicherer, weil die Neuberechnung der Route bei TomTom den Fahrer nicht belenkt. Bei Google Maps Navigation muss der Fahrer dagegen anhalten um die Ermittlung der Alternativroute von Hand durchzuführen.

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