Im Test: Tablets mit Windows 8 wie das Microsoft Surface
Windows 8 ist das erste Betriebssystem von Microsoft, das für Touchscreens optimiert ist. Und viele Windows-Tablets halten mit iPad und Android mit. Wir testen: Welcher Hersteller macht das beste Tablet mit Windows 8?
Das Angebot an Windows-Tablets wird immer größer: Das ist gut, denn so finden Sie ein passendes Gerät in allen Preis- und Ausstattungsklassen. Andererseits macht diese Vielfalt es schwieriger, das richtige Tablet für den eigenen Einsatzzweck zu finden. Während sich Apple- und Android-Tablets höchstens in Größe, Preis und Ausstattung unterscheiden und vor allem zum Surfen und Spielen eignen, gibt es bei Windows-Tablets Geräte mit völlig unterschiedlicher Funktionalität.
Tablet als Notebook-Ersatz
Tablets mit einem leistungsfähigen Core-Prozessor arbeiten mit einem 64-Bit Windows 8, wie Sie es auch auf aktuellen Windows-8-Notebooks finden: Sie sollen ein Ultrabook ersetzen, und damit Anwender ansprechen, die unterwegs für Arbeit und Unterhaltung hohe Rechenleistung benötigen – etwa weil Sie umfangreiche Präsentationen, Tabellen oder Videos bearbeiten. In diese Kategorie fällt beispielsweise das neu von uns getestete
Acer Iconia W700.
Tablets für Unternehmen
Außerdem gibt es Tablets mit Windows 8 Pro, die auf Business-Kunden abzielen, wie das
HP Elitepad 900. Damit lassen sich Tablets einfacher in Unternehmens-Netzwerke integrieren als das bei
iPad und Android der Fall ist.
Tablet als Netbook-Alternative
Am günstigsten sind derzeit Tablets mit Windows 8 (32 Bit) und Windows RT: Das 32-Bit-Windows läuft auf Tablets mit dem Atom-Prozessor von Intel wie dem
Asus Vivotab Smart ME400C für 499 Euro, dem
Acer Iconia W510 für 599 Euro - beide Tablets haben ein 10-Zoll-Display. Größere Windows-8-Tablets wie das
Asus Vivotab TF810C für 799 Euro und der
Samsung Ativ Smart PC für 699 Euro besitzen einen 11,6 Zoll großen Bildschirm. Sie gelten als Nachfolger der Netbooks und sind empfehlenswert für Anwender, die keine hohe Rechenleistung benötigen, aber ein mobiles Gerät suchen, auf dem die gewohnten Windows-Programme laufen.
ARM-Tablets
Eine ganz neue Windows-Version ist Windows RT: Es beruht auf dem ARM-Befehlssatz. Daher kommt in Tablets wie dem
Surface RT von Microsoft (ab 479 Euro), dem
Asus VivoTab RT (729 Euro), dem
Samsung AtivTab (749 Euro), dem
Lenovo Ideapad Yoga 11 (749 Euro) und dem neu von uns getesteten
Dell XPS 10 ein ARM-Prozessor von Nvidia oder Qualcomm zum Einsatz, wie er sich auch in Android-Tablets findet. Der Vorteil: Diese Prozessoren arbeiten sehr sparsam. Der Nachteil: Normale Windows-Programme lassen sich auf den RT-Tablets nicht installieren. Nur Software aus dem Windows Store funktioniert.
Bedienung
Auf allen Windows-Geräten kommt sofort echtes Tablet-Feeling auf: Sie lassen sich flüssig per Fingertipp und -Gesten bedienen. Beim Arbeiten mit den Kachel-Apps liegt die Reaktionsgeschwindigkeit auf iPad-Niveau. Die meisten Apps benötigen drei bis fünf Sekunden zum Start. Nur das Drehen des Bildinhaltes, wenn Sie das Tablet bewegen, wirkt etwas ungelenk: Windows verkleinert das Bild erst und dreht es dann. Das sieht auf dem iPad und aktuellen Android-Tablets eleganter aus.
Platz 12: HP Envy x2 11-g000eg
Positiv: Docking-Tastatur mit Akku, 5-GHz-WLAN, helles Display
Negativ: mäßige Akkulaufzeit im Tablet-Modus
Ausführlicher Test
Platz 12: HP Envy x2 11-g000egPositiv: Docking-Tastatur mit Akku, 5-GHz-WLAN, helles Display
Negativ: mäßige Akkulaufzeit im Tablet-Modus
Platz 11: Lenovo Ideapad Yoga 11
Positiv: Tastatur, sehr lange Akkulaufzeit bei Videowiedergabe, viele Anschlüsse
Negativ: schwer, mäßiger Bildschirm
Platz 10: HP Elitepad 900
Positiv: 3G-Modem, Windows 8 Pro, Alu-Gehäuse, gute Webkamera
Negativ: mäßige Akkulaufzeit, niedrige Bildschirmauflösung
Platz 9: Microsoft Surface RT
Positiv: flache Anstecktastatur, solides Magensiumgehäuse
Negativ: recht schwer
Platz 8: Dell XPS 10
Positiv: Docking-Tastatur mit Zusatz-Akku und weiteren Anschlüssen, heller Bildschirm
Negativ: wenig Apps für RT
Platz 7: Asus Vivotab Smart ME400C
Positiv: leicht, günstig, guter Bildschirm
Negativ: schwache Akkulaufzeit, kein USB-Host-Kabel mitgeliefert
Platz 6: Asus Vivotab RT
Positiv: leicht, Tastatur mitgeliefert, heller Bildschirm
Negativ: schwache Akkulaufzeit, kein Dual-Band-WLAN
Platz 5: Acer Iconia W510
Positiv: Docking-Tastatur mitgeliefert, günstig, leicht
Negativ: mäßiger Bildschirm
Platz 4: Samsung Ativ Tab GT-P8510
Positiv: lange Akkulaufzeit, leicht, guter Bildschirm
Negativ: keine Tastatur
Platz 3: Samsung Ativ Smart PC
Positiv: heller Bildschirm, Stifteingabe, Standard-USB-Anschluss
Negativ: schwer
Platz 2: Asus Vivotab TF810C
Positiv: sehr heller Bildschirm, Stifteingabe, lange Akkulaufzeit
Negativ: teuer, WLAN nur 2,4 GHz
Platz 1: Acer Iconia W700
Positiv: sehr hohe Rechenleistung, Full-HD-Bildschirm, Bluetooth-Tastatur
Negativ: schwer, mäßige Akkulaufzeit
Tempo beim Surfen
An schnellsten arbeiten Core-Tablets wie das Acer Iconia W700: Sie sind so schnell wie aktuelle Ultrabooks und daher für reine Tablet-Aufgaben überdimensioniert. Trotzdem macht sich die Rechenkraft auch beim Surfen und Spielen bemerkbar: Das W700 baut komplexe Webseiten am schnellsten auf und liefert im Test die schnellsten WLAN-Datenraten. Dahinter folgen die Atom-Tablets, während die RT-Geräte beispielsweise im Sunspider-Test am Ende des Testfeldes liegen.
Die Tablets im Desktop-Modus
Windows 8 besteht aber nicht nur aus der touch-optimierten Kachel-Oberfläche. Auf den Tablets kommen Sie auch um die gewohnte Desktop-Umgebung nicht herum: Wollen Sie beispielsweise Dateien auf einem externen Laufwerk sichten, geht das über den Windows-Explorer. Und auch wenn Sie etwa die Energieoptionen bearbeiten wollen, schickt Sie das Tablet in die Desktop-Systemeinstellungen.
In der Desktop-Umgebung machen Sie mit dem Finger keinen Stich – kleine Menüleisten, Drop-Down-Menüs oder Schieberegler lassen sich mit der Hand nur schwer treffen und bedienen: Hier helfen nur eine Maus oder ein Touchpad sowie eine Tastatur – am besten eine mit echten Tasten, die einen deutlichen Druckpunkt bieten.
Die Ansteck-Tastaturen, die Acer, Asus und Dell ihren Tablets mitgeben, kommen dem Tippgefühl auf einem Notebook am nächsten. Das Surface gibt es ab 579 Euro mit einem Touch Cover: Diese Folientastatur dient als Tablet-Abdeckung. Wenn Sie keine langen Texte schreiben müssen, funktioniert das überraschend bequem, obwohl der Tastatur Tastenhub und mechanisches Druck-Feedback fehlen. Außerdem besitzt das Surface einen ausklappbaren Standfuß, dessen Neigungswinkel sich aber nicht verstellen lässt. Das W700 mit Core-CPU bringt eine Bluetooth-Tastatur mit, die sich zusammen mit dem Tablet in einer Schutztasche transportieren lässt, die auch als Standfuss dient. Diese Konstruktion ist für kurze Texte geeignet, aber nicht übermäßig stabil. Außerdem fehlt der Tastatur ein Touchpad, sodass sie sich nicht so bequem wie eine Notebook.-Tastatur bedienen lässt. In den Ansteck-Tastaturen des Acer W700, der Tablets von Asus und Dell lässt sich der Winkel des Bildschirms verstellen, sodass sie in dieser Hinsicht ergonomischer sind.
Ein Spezialfall ist das Lenovo Ideapad Yoga 11: Es ist eigentlich eher ein Notebook, denn seine Tastatur lässt sich nicht abnehmen. Sie legen stattdessen den Bildschirm um 360 Grad gedreht auf die Rückseite der Tastatur. Der Vorteil: Sie haben die Tastatur immer dabei. Der Nachteil: Sie müssen immer rund 1200 Gram herumtragen. Das ist zwar nicht viel schwerer als die anderen Tablets mit angedockter Tastatur wiegen, aber bei denen müssen Sie das Schreibbrett nicht immer mitnehmen.
Ohne Tastatur wie beim Samsung Ativ Smart PC ist Win 8 im Desktop-Modus unbedienbar. Deshalb legt Samsung dem Tablet einen Stift bei: Damit lassen sich nicht nur spezielle Apps wie S Note für handschriftliche Notizen oder Zeichnungen nutzen. Sie werden mit dem Stift auch in der Desktop-Oberfläche treffsicherer.
Arbeiten mit den Windows-Tablets
Die Rechenleistung der Windows-Tablets mit Atom-CPU liegt etwas höher als bei einem Netbook, weil sie Flash-Speicher statt einer Festplatte mitbringen. Damit erledigen Sie die meisten Office-Aufgaben problemlos. Doch sobald das Tablet mehrere Aufgaben parallel ausführen soll - zum Beispiel neben einem Download mehrere Bilder kopieren - geht die Rechenleistung in die Knie. Auch Spiele machen keinen Spaß: Selbst effektarme Games aus dem Microsoft-Store wirken schaumgebremst.
Für produktives Arbeiten kommen daher nur Core-Tablets wie das W700 in Frage: Office ist allerdings nicht vor-installiert, nur eine zeitlich begrenzte Demo von Office 365. Der Nachteil der hohen Rechenleistung: Das W700 besitzt einen Lüfter – der arbeitet zwar meist leise, aber das Acer-Tablet ist daher eben nicht völlig lautlos wie die anderen Tablets.
Bei den RT-Tablets ist Office 2013 (Home & Student Preview) vorinstalliert: Sie lässt sich per Windows-Update auf die finale Version aktualisieren. In den meisten Fällen arbeiten Sie auch an einem RT-Gerät damit recht flüssig: Nur bei großen Excel-Tabellen und umfangreichen Dokumenten reagieren die Tablets recht zäh - besonders, wenn Sie schnell darin blättern oder umfangreiche Tabellen oder PDFs aufzoomen wollen.
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