Windows 8.1

Test: Das beste Tablet mit Windows

15.05.2015 | 11:38 Uhr | Thomas Rau

Windows 8 ist das erste Betriebssystem von Microsoft, das für Touchscreens optimiert ist. Und viele Windows-Tablets halten mit iPad und Android mit. Wir testen: Welcher Hersteller macht das beste Tablet mit Windows 8?

Windows-Tablets haben einen großen Vorteil: Sie laufen mit Windows. Das ist banal, kann aber kaufentscheidend sein. Denn dadurch können Sie auf dem Tablet alle Programme installieren, die Sie auf einem Notebook oder PC nutzen. Das gilt jetzt auch für das Surface von Microsoft. Auf dem neuesten Modell Surface 3 von Microsoft Einsteiger-Tablet ist nämlich ein normales Windows 8.1 installiert. Damit verabschiedet sich Microsoft von der erfolglosen ARM-Variante Windows RT, mit dem die beiden Vorgängermodelle ausgestattet waren.

Microsoft Surface 3: Der beste Preis

Das schnelleste Windows-Tablet mit Intel Atom, aber auch
das teuerste: Microsoft Surface 3
Vergrößern Das schnelleste Windows-Tablet mit Intel Atom, aber auch das teuerste: Microsoft Surface 3
© Microsoft

Microsoft versucht viel, um Windows-Tablets für den Käufer atrtraktiver zu machen: Zu fast jedem Gerät bekommen Sie ein 1-Jahres-Abo von Office 365 Personal dazu - darin enthalten sind Vollversionen von Word, Excel und Co. Damit sollen sich Windows-Tablets noch besser für Arbeit und Spaß eignen.

Video: Microsoft Surface 3 - Hands-on

Mit welcher Software Sie tatsächlich sinnvoll auf einem Windows-Tablet arbeiten können, hängt von dessen Rechenleistung ab: Auf Tablets mit einem Core-Prozessor von Intel wie dem Microsoft Surface Pro 3 läuft eigentlich alles - abgesehen von effektstarken Spielen. Der Nachteil der hohen Rechenleistung: Die Core-Tablets haben einen Lüfter – der arbeitet zwar meist leise, aber sie sind damit eben nicht völlig lautlos wie die anderen Tablets.

Preisbrecher: Das 10-Zoll-Tablet Trekstor Surftab Wintron
10.1 kostet weniger als 200 Euro
Vergrößern Preisbrecher: Das 10-Zoll-Tablet Trekstor Surftab Wintron 10.1 kostet weniger als 200 Euro
© Trekstor

Drei Leistungsklassen: Von Ultrabook- bis Netbook-Niveau

Deutlich günstiger sind Windows-Tablets mit einem Intel Atom-Prozessor. Ein 10-Zoll-Modell wie das Trekstor Surftab Wintron 10.1 bekommen Sie schon für unter 200 Euro. Allerdings ist ihre Rechenkraft begrenzt: Im Office-Betrieb bei großen Excel-Tabellen und umfangreichen Dokumenten reagieren diese Tablets mitunter zäh - etwa, wenn Sie schnell blättern oder umfangreiche Tabellen oder PDFs aufzoomen wollen. Auch sobald das Tablet mehrere Aufgaben parallel ausführen soll - zum Beispiel neben einem Download mehrere Bilder kopieren - geht die Rechenleistung in die Knie. Zum Beispiel ist ein Atom-Tablet bei einfacher Bildbearbeitung oder dem Umwandeln von Videoformaten rund dreimal langsamer als das Surface Pro 3.

Etwas besser erledigt diese Aufgaben das Surface 3: Es arbeitet mit dem neuesten Atom-Prozessor, dem x7-Z8700 aus der Cherry-Trail-Generation. Er bringt auch erstmals funktionierende 64-Bit-Treiber für Windows mit - daher läuft auf dem Surface 3 auch die 64-Bit-Version von Windows 8.1, während Atom-Tablets bisher nur mit einem 32-Bit-Windows ausgestattet waren.

Der Vorteil eines 64-Bit-Betriebssystem: Es kann 4 GB RAM oder mehr ausnutzen. Deshalb bietet Microsoft vom Surface 3 ein Modell mit 4 GB Arbeitsspeicher an. Im Test bringt der größere Arbeitsspeicher und der schnellere Prozessor vor allem Vorteile beim Multi-Tasking und bei Multimedia-Programmen. Beim Surfen oder bei Office-Aufgaben ist er dagegen kaum schneller als die bisherigen Atom-Tablets.


Einen Mittelweg versucht Dell mit dem Venue 11 Pro . Das Tablet mit 10,8-Zoll-Bildschirm arbeitet mit einem sparsamen Core i3 aus der Y-Serie und hat Windows 8.1 Pro in der 64-Bit-Version installiert. Außerdem denkt Dell an die IT-Supporter in Unternehmen: Die Gehäuserückseite des Tablets lässt sich komplett abnehmen und erlaubt schnellen Zugriff auf den wechselbaren Akku, das LTE- und WLAN-Modul und sogar die   SSD. Außerdem bietet Dell als Zubehör zwei verschiedene Tastatur an - eine leichte für unterwegs und eine stabile für den Schreibtisch.

2in1-Geräte wie das Asus Transformer Book T200 bringen
Tablet und Notebook zusammen - das hat aber nicht nur
Vorteile
Vergrößern 2in1-Geräte wie das Asus Transformer Book T200 bringen Tablet und Notebook zusammen - das hat aber nicht nur Vorteile
© Asus

Arbeiten mit dem Windows-Tablet: Am besten mit Tastatur

Auch wer arbeitet, kommt kaum um ein Windows-Tablet herum. Das liegt nicht nur an Software wie Microsoft Office - das es ja inzwischen auch für iPad und Android-Tablets gibt. Sondern an Geräten wie dem Asus Transformer Book T200 . Diese 2in1-Geräte bestehen aus einem Tablet und einer Docking-Tastatur. Sobald Sie das Tablet in die Tastatur stecken, haben Sie ein Notebook vor sich.

Auch Microsoft bietet eine flache und leichte Tastatur fürs Surface 3 an: Das Type Cover hat außerdem eine Hintergrundbeleuchtung - normalerweise ist so etwas nur teuren Ultrabooks vorbehalten. Der Preis für die Tastatur fällt mit 150 Euro allerdings sehr heftig aus.

Günstiges Allround-Tablet: Lenovo Yoga Tablet 2 10 mit
Windows
Vergrößern Günstiges Allround-Tablet: Lenovo Yoga Tablet 2 10 mit Windows
© Lenovo

Eine viel günstigere Alternative ist das Lenovo Yoga Tablet 2 10 . Für rund 400 Euro bekommen Sie das Windows-Tablet nicht nur mit LTE, sondern es liegt auch eine Bluetooth-Tastatur bei. Ein weiterer Vorteil des Lenovo-Tablets: In seinem Standfuss sitzt ein 34-Wattstunden-Akku - deutlich größer als bei den meisten Tablets. Damit schafft das Yoga rund zehn Stunden beim Surfen oder bei der Video-Wiedergabe - das ist top bei den Windows-Tablets.

Lenovo Yoga Tablet 2 10 mit Windows: Der beste Preis

Allerdings müssen Sie bei 2in1-Geräten andere Kompromisse eingehen wie der Test des Transformer Book T200 zeigt: Es wiegt mit Tastatur über 1,5 Kilogramm - mehr als ein Ultrabook mit 13-Zoll-Bildschirm. Außerdem ist es mit über 400 Euro deutlich teurer als ein günstiges Windows-Tablet plus Bluetooth-Tastatur - dieses Paket bekommen Sie schon ab rund 230 Euro.

Das leisten günstige Windows-Tablets

Günstige Windows-Tablets genügen aber vollauf für einfache Tablet-Aufgaben wie Video-Wiedergabe, Surfen und E-Mail. Möglich machen die niedrigen Preise übrigens Microsoft und Intel: Denn die Tablets arbeiten mit der Variante Windows mit Bing, die Hersteller von Mini-Tablets umsonst oder zu sehr günstigen Lizenzgebühren bekommen. Die Bing-Variante ist ein vollwertiges Windows in 32- oder 64-Bit. Der einzige Unterschied: Microsoft verlangt von den Herstellern, Bing als Suchmaschine einzustellen. Die Nutzer können das aber ändern. Intel bezuschusst die Hersteller außerdem, wenn sie eine Atom-CPU einbauen - was auch fast alle tun.

Bei der Hardware zeigen günstige Windows-Tablets meist die gleichen Schwächen wie billige Android-Tablets: Mäßige Akkulaufzeit, schwache, blickwinkelabhängige Displays und nicht besonders stabil verarbeitete Gehäuse. Allerdings sind die Androiden bei gleicher Ausstattung rund 50 bis 80 Euro günstiger - den Unterschied macht also die Office-Software, die Sie bei den Bing-Tablets dazubekommen.

Mini-Tablets mit Windows 8.1 wie das Acer Iconia W4 sind
schnell. Fürs Arbeiten eignen sie sich weniger, weil ihnen eine
ergonomische Tastatur fehlt
Vergrößern Mini-Tablets mit Windows 8.1 wie das Acer Iconia W4 sind schnell. Fürs Arbeiten eignen sie sich weniger, weil ihnen eine ergonomische Tastatur fehlt
© Acer

Bedienung

Auf allen Windows-Geräten kommt sofort echtes Tablet-Feeling auf: Sie lassen sich flüssig per Fingertipp und -Gesten bedienen. Beim Arbeiten mit den Kachel-Apps liegt die Reaktionsgeschwindigkeit auf iPad-Niveau. Die meisten Apps benötigen drei bis fünf Sekunden zum Start. Nur das Drehen des Bildinhaltes, wenn Sie das Tablet bewegen, wirkt etwas ungelenk: Windows verkleinert das Bild zunächst und dreht es dann. Das sieht auf dem iPad und aktuellen Android-Tablets eleganter aus.

Erst eine Tastatur macht ein Windows-Tablet zum
vollwertigen Arbeitsgerät: Dell bietet für das Venue 11 Pro zwei
verschiedene an.
Vergrößern Erst eine Tastatur macht ein Windows-Tablet zum vollwertigen Arbeitsgerät: Dell bietet für das Venue 11 Pro zwei verschiedene an.
© Dell

Die Tablets im Desktop-Modus

Windows 8.1 besteht aber nicht nur aus der touch-optimierten Kachel-Oberfläche. Auf den Tablets kommen Sie auch um die gewohnte Desktop-Umgebung nicht herum: Wollen Sie beispielsweise Dateien auf einem externen Laufwerk sichten, geht das über den Windows-Explorer. Und auch wenn Sie etwa die Energieoptionen bearbeiten wollen, schickt Sie das Tablet in die Desktop-Systemeinstellungen.

In der Desktop-Umgebung machen Sie mit dem Finger keinen Stich – kleine Menüleisten, Drop-Down-Menüs oder Schieberegler lassen sich mit der Hand nur schwer treffen und bedienen. Das Surface Pro 3 bringt einen Eingabestift mit, der auch beim punktgenauen Bedienen hilt. Aber am besten für den Desktop-Modus sind eine Maus oder ein Touchpad sowie eine Tastatur – am besten eine mit echten Tasten, die einen deutlichen Druckpunkt bieten.

Das beste Windows-Tablet fürs Business: Microsoft Surface
Pro 3
Vergrößern Das beste Windows-Tablet fürs Business: Microsoft Surface Pro 3
© Microsoft

Test-Fazit: Windows-Tablets - flexibler geht's nicht

Insgesamt zeigt der Test der Windows-Tablets: Bei der Hardware halten Top-Tablets wie das Microsoft Surface Pro 3 mit den besten Geräten von Apple und Android absolut mit. Mehr noch - sie sind so stark wie ein Ultrabook. Die Atom-Tablets sind voll kompatibel zu bestehender Windows-Software - für viele Anwendungen reicht die Leistung der Bay-Trail-CPUs vollkommen aus. Für effektreiche Spiele oder aufwändige Multimedia-Aufgaben sind sie allerdings zu schwach.

Testsieger: Lenovo Yoga Tablet 2 10

Der Allrounder von Lenovo bringt alles mit, was ein Tablet für Spaß und Arbeit braucht: Eine lange Akkulaufzeit, ein hochauflosende und helles Display, eine umfangreiche Ausstattung mit LTE und Bluetooth-Tastatur. Es ist kein vollwertiger Notebook-Ersatz: dafür fehlt seinem Atom-Prozessor die Leistung und das WLAN ist zu langsam. Doch als Arbeits-Tablet nebem Notebook oder PC macht es Sinn.

Ausführlicher Test: Lenovo Yoga Tablet 2 10 mit Windows

Empfehlung fürs Office: Microsoft Surface Pro 3

Das Windows-8.1-Tablet mit Core-Prozessor bietet mehr Rechenleistung als die anderen Tablets: Damit macht es entweder Tablet oder Ultrabook überflüssig. Zum Arbeitsgerät wird es aber erst mit einer Tastatur, die rund 120 Euro extra kostet. Außerdem gefällt das helle, farbstarke und sehr hoch aufgelöste Display mit 2160 x 1440 Pixel. Für den Office-Einsatz benötigen Sie allerdings eine Tastatur - damit kostet das Surface Pro 3 mindestens rund 900 Euro.

Ausführlicher Test: Microsoft Surface Pro 3

Das Surface 3 bringt viele Vorteile des großen Bruders mit: Herausragende Verarbeitung, ein gutes Display und einen Standard-USB-Port fürs bequeme Anbinden von Peripherie. Doch es arbeitet mit einem leistungsschwächeren Atom-Prozessor und dafür ist es ziemlich teuer.

Ausführlicher Test: Microsoft Surface 3

Mobiles Misch-Tablet: Das Dell Venue 8 Pro eignet sich für
den privaten und beruflichen Einsatz
Vergrößern Mobiles Misch-Tablet: Das Dell Venue 8 Pro eignet sich für den privaten und beruflichen Einsatz
© Dell

Empfehlung Mini-Tablets: Dell Venue 8 Pro

Das Dell Venue 8 Pro hat fast alles, was ein gutes Tablet ausmacht: Flüssige Bedienung, heller Bildschirm, angenehmes Design - nur die Akkulaufzeit dürfte ein bisschen länger ausfallen. Diese ganzen Vorteile weisen nur wenige Tablets aus der 300-Euro-Klasse auf. Wer ein mobiles Tablet für den Privat-/Profi-Mischbetrieb sucht, darf zugreifen.

Ausführlicher Test: Dell Venue 8 Pro

Preistipp: Trekstor Surftab Wintron 10.1

Das 10-Zoll-Tablet eignet sich als mobiles Mini-Büro - wenn Sie die passende Tastatur dazukaufen. Der Gesamtpreis liegt dann bei rund 230 Euro. Kleinere Office-Aufgaben können Sie damit erledigen. Als vollwertiges Arbeitsgerät ersetzt es aber nicht das Notebook, sondern sollte höchstens als Zweitgerät zum Einsatz kommen, wenn Sie den schwereren Laptop nicht mitnehmen wollen. Oder wenn das Budget nicht mehr als rund 200 Euro hergibt.

Ausführlicher Test: Trekstor Surftab Wintron 10.1

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