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Test: SSD-Festplatten bis 128 GB im Vergleich

23.05.2016 | 09:36 Uhr |

SSD-Festplatten der 120-GB-Klasse sind der sinnvollste und damit gleichzeitig auch der günstigste Einstieg in die Welt der Solid State Drives. Wir haben acht aktuelle 2,5-Zoll-Modelle mit SATA-3-Anschluss im Vergleichs-Test.

Die Preise für SSDs sind im freien Fall: Modelle wie die Sandisk Z400s 128GB kosten nur noch rund 35 Euro - das kann sich jeder leisten. Das Gigabyte formatierte Kapazität bekommen Sie bei der aktuelle SATA-3-Generation also schon für knapp 30 Cent! Besonders interessant für ein PC-Upgrade Ihrer alten Festplatte ist die 120/128-GB-Klasse - der derzeit beste Kompromiss aus sehr günstigem Anschaffungspreis und ausreichendem Speicherplatz.

Ob Desktop-PC oder Notebook: Auf eine 120-GB-Festplatte bekommen Sie problemlos die Betriebsystem-Installation mitsamt Ihren häufig genutzten Programmen - und trotzdem ist noch genügend Platz für Ihre Daten. Für eine gut sortierte MP3- oder Video-Sammlung ist eine 120-GB-SSD natürlich zu klein. Aber dafür gibt es ja schließlich externe Festplatten . Und im PC nutzen Sie einfach ein herkömmliches Laufwerk mit viel Speicherkapazität - bei PC-Upgrade kann das dann gleich die alte Festplatte sein.

Eine noch größere SSD empfiehlt sich bei Notebooks, wenn Sie häufig hoch aufgelöste Videos schneiden oder den Laptop überwiegend für PC-Spiele nutzen. Im Test der besten SSD-Festplatten ab 240 GB finden Sie auch Tipps, auf was Sie beim SSD-Kauf unbedingt achten sollten.   

Flashspeicher: Die dritte Dimension erhöht Ausdauer und senkt Verbrauch
Stand der Technik beim Flashspeicher ist die horizontale Anordnung der Speicherzellen auf der Chipfläche. Mit der SSD-Baureihe  Samsung 850 Pro hat der koreanische Halbleiter-Riese erstmals dreidimensionalen Flashspeicher eingeführt. Beim so genannten 3D V-NAND sind die Speicherzellen in 32 Schichten übereinander gestapelt. So lassen sich deutlich mehr Speicherzellen pro Fläche unterbringen, die energieeffizienter arbeiten, kostengünstiger zu produzieren sind und länger halten. Bei SSDs für den Unternehmenseinsatz ist man schon einen Schritt weiter - hier wollen Intel und Micron 2017 " 3D XPoint "-Flashspeicher einführen. Die Chips besitzen eine räumlichen Gitterstruktur und speichern Daten an den Kreuzungspunkten des Gitternetzes. 3D XPoint soll bis zu 100 Mal schneller und ausdauernder sein als 3D V-NAND.

"3D XPoint"-Flashspeicher könnte längerfristig auch in Consumer-SSDs Einzug halten.
Vergrößern "3D XPoint"-Flashspeicher könnte längerfristig auch in Consumer-SSDs Einzug halten.
© Intel

Die immer fortschrittlicheren Fertigungstechniken sorgen zudem für eine höhere Ausdauer der Flashszellen. Das spiegelt sich direkt in der Herstellergarantie wieder. War bisher bei 5 Jahren Ende der Fahenstange, so verdoppelt sich die Garantiezeit bei den SSD-Serien Samsung 850 Pro und Sandisk Extreme Pro gleich auf 10 Jahre. Wichig hierbei: Es handelt sich zwar um eine eingeschränkte Garantie, die automatisch erlischt, wenn die vom Hersteller zugesicherte Gesamtschreibleistung (Total Bytes Written = TBW) überschritten ist.

Aber im Gegenzug hat sich die TBW auch massiv erhöht, Spitzenreiter in der 120/128-GB-Klasse sind hier die Transcend SSD370S sowie die Samsung SSD 850 Pro 128GB mit 150 Terabyte. Das mag zunächst nicht nach besonders viel klingen, erklärt sich aber durch eine einfache Rechnung: 150 Terabyte geteilt durch 3650 Tage = 41 Gigabyte pro Tag - so viel dürfen Sie im Falle der Samsung-SSD also täglich auf die Solid State Drive schreiben. Und mit steigender Kapazität garantieren die SSD-Hersteller noch höhere TBW-Werte. Aktueller Rekordhalter unter den Endkunden-SSDs ist die Transcend SSD370S 1TB mit 1180 Terabyte!

Ausstattung: Trim, Firmware, Tools und Zubehör

Alle modernen Flashspeicher-Festplatte beherrschen inzwischen die automatische Speicherbereinigung über die „Garbage Collection“ und den „Trim“-Befehl. Das beugt Leistungsverlusten vor. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Möglichkeit, Firmware-Updates vornehmen zu können. Denn die Controller-Hersteller verbessern kontinuierlich die Effizienz und beheben Fehler. Dadurch bekommen Sie mehr Leistung und erhöhen die Datensicherheit.

Wichtig beim Lieferumfang: Wenn die SSD für den PC gedacht ist, sollte zumindest ein 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen und Schrauben dabei sein. Wollen Sie mit Ihrer Betriebssystem-Installation auf die SSD umziehen, sollte auch eine Cloning-Software beiliegen. Als besonders nützlich erweisen sich die SSD-Tools, die automatische Funktionen zur Wartung und Leistungssteigerung der SSD bieten.

Test-Fazit: Maximale Leistung zum attraktiven Preis
Eine moderne SSD bietet meist einen höheren Leistungszuwachs als ein schnellerer Prozessor oder doppelt so viel Arbeitsspeicher. Und das Tempoplus ist unmittelbar spürbar: Starten Sie ein Programm, ist es sofort einsatzbereit. Die rasanten Zugriffszeiten beschleunigen Suchfunktionen. Dank extrem hoher Transferraten übertragen und sichern Sie Daten in viel kürzerer Zeit. Höchstes Tempo garantieren Modelle mit M.2-Schnittstelle wie die Samsung 950 Pro

Samsung SSD 850 Pro 128GB: Test-Sieger SSDs mit 120 bis 128 GB
Vergrößern Samsung SSD 850 Pro 128GB: Test-Sieger SSDs mit 120 bis 128 GB

Test-Sieger: Samsung SSD 850 Pro 128GB

Dank 3D-Flashspeicher setzt Samsung bei der 850 Pro mit 128 GB Maßstäbe bei der Energieeffizienz, Ausdauer, Funktionsumfang und Sicherheit. Mit der niedrigsten Leistungsaufnahme aller SSDs im Test, einer beindruckenden Gesamtschreibleistung von 150 Terabytes, cleveren Funktionen wie dem zuschaltbaren RAPID-Modus und fortschrittlicher Verschlüsselung liegt die Latte für die Konkurrenz ganz schön hoch. Das gilt insbesondere für die sehr lange Garantiezeit von 10 Jahren - außer Sandisk hat sonst kein SSD-Hersteller soviel Vertrauen in die Robustheit seiner Produkte.

Gute bis sehr gute Ergebnisse erreicht die Samsung 850 Pro in den Geschwindigkeitstests. Ungewöhnlich ist dabei, dass die kleinste Variante der Baureihe annähernd das Tempo des Spitzenmodells Samsung SSD 850 Pro 1TB erreicht. Im PC Mark Vantage kommt die SSD mit fast 80.000 Punkten einen Spitzenwert. Aber auch die Zugriffszeiten, die durchschnittlich bei 0,03 und maximal bei 0,04 Millisekunden liegen, sind Spitze. Ebenfalls auf höchstem Temponiveau sind die sequenziellen Transferraten. Im Mittel kommt die Samsung-SSD beim Lesen auf 510 MB/s, die Schreibrate beträgt rund 450 MB/s.
Allerdings hat Qualität auch ihren Preis. Bei Straßenpreisen ab 90 Euro müssen Sie aktuell 75 Cent pro Gigabyte berappen. Im Vergleich zum Marktumfeld ist das teuer - für diesen Preis bekommen Sie schon gute Modelle mit doppelt so viel Speicherplatz.

Ausführlicher Test: Samsung SSD 850 Pro 128GB

Ab 90 Euro: Der Testsieger Samsung SSD 850 Pro 128GB im Preisvergleich

Samsung SSD 850 Evo 120GB: Preis-Leistungs-Sieger SSDs mit 120 bis 128 GB
Vergrößern Samsung SSD 850 Evo 120GB: Preis-Leistungs-Sieger SSDs mit 120 bis 128 GB

Preis-Leistungs-Sieger: Samsung SSD 850 Evo 120GB

Auf der Habenseite verbucht die Samsung 850 Evo 120GB einen besonders niedriger Energieverbrauch, fünf Jahre Herstellergarantie, AES-Verschlüsselung, ein gutes Software-Paket und eine garantierte maximale Schreibleistung von 75 Terabyte. Beim Tempo steht der sehr guten Leseleistung eine vergleichsweise schwache Schreibgeschwindigkeit gegenüber - diese ist allerdings bei preisgünstigen SSDs der 120/128-GB-Klasse systemimmanent.

Unter Strich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Samsung 850 Evo 120GB attraktiv. Bei einem Straßenpreis ab 65 Euro kostet Sie das Gigabyte knapp 50 Cent - für das Gebotene ist das preisgünstig. 

Ausführlicher Test: Samsung 850 Evo 120GB

Ab 65 Euro: Der Preis-Leistungs-Sieger Samsung 850 Evo 120GB im Preisvergleich

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