11.07.2014, 07:07

Michael Schmelzle

SSD ab 50 Euro

Test: SSD-Festplatten bis 128 GB im Vergleich

Test: SSD-Festplatten bis 128 Gigabyte Bruttokapazität

SSD-Festplatten der 120-GB-Klasse sind der sinnvollste und damit gleichzeitig auch der günstigste Einstieg in die rasend schnelle Festplatten-Technik Solid State Drive. Wir haben 10 Modelle mit modernem SATA-3-Anschluss einem Vergleichs-Test unterzogen.
Die Preise für Flashspeicher-Festplatten sind im freien Fall: SSDs wie die Sandisk SSD 128 GB kosten keine 50 Euro. Das Gigabyte formatierte Kapazität bekommen Sie bei der aktuelle SATA-3-Generation also schon für knapp 40 Cent! Besonders interessant bei den aktuellen Solid State Drives ist die Kapazitätsklasse mit rund 120 respektive 128 Gigabyte - der derzeit beste Kompromiss aus günstigem Anschaffungspreis und genügend Speicherplatz.
Ob Desktop-PC oder Notebook: Auf eine 120-GB-Festplatte bekommen Sie problemlos die Betriebsystem-Installation mitsamt Ihren häufig genutzten Programmen - und trotzdem ist noch genügend Platz für Ihre Daten. Für eine gut sortierte MP3- oder Video-Sammlung ist eine 120-GB-SSD natürlich zu klein. Aber dafür gibt es ja schließlich externe Festplatten. Und im PC nutzen Sie einfach ein herkömmliches Laufwerk mit viel Speicherkapazität - die Bestenliste der 3,5-Zoll-Festplatten verrät, welche Modelle ihr Geld wert sind.
Eine noch größere Flashspeicher-Festplatte empfiehlt sich bei Notebooks, wenn Sie häufig hoch aufgelöste Videos schneiden oder den Laptop überwiegend für PC-Spiele nutzen. Im Test der besten SSD-Festplatten ab 240 GB finden Sie auch Tipps, auf was Sie beim SSD-Kauf unbedingt achten sollten.   
Flashspeicher: Die dritte Dimension erhöht Ausdauer und senkt Verbrauch

Stand der Technik beim Flashspeicher ist die horizontale Anordnung der Speicherzellen auf der Chipfläche. Mit der SSD-Baureihe  Samsung 850 Pro (-> Test) führt der koreanische Halbleiter-Riese nun dreidimensionalen Flashspeicher ein.Beim so genannten 3D V-NAND die Speicherzellen in 32 Schichten übereinander. So lassen sich deutlich mehr Speicherzellen pro Fläche unterbringen, die energieeffizienter arbeiten, kostengünstiger zu produzieren sind und länger halten. Da die Vorteile von 3D-Flash auf der Hand liegen, wollen mittelfristig auch Hynix, Macronix, Micron und Toshiba ihre NAND-Produktion auf 3D-Flashspeicher umstellen.
Die immer fortschrittlicheren Fertigungstechniken sorgen zudem für eine höhere Ausdauer der Flashszellen. Das spiegelt sich direkt in der Herstellergarantie wieder. War bisher bei 5 Jahren Ende der Fahenstange, so verdoppelt sich die Garantiezeit bei den SSD-Serien Samsung 850 Pro und Sandisk Extreme Pro gleich auf 10 Jahre. Wichig hierbei: Es handelt sich zwar um eine eingeschränkte Garantie, die automatisch erlischt, wenn die vom Hersteller zugesicherte Gesamtschreibleistung (Total Bytes Written = TBW) überschritten ist.
Aber im Gegenzug hat sich die TBW auch massiv erhöht, bei den Sandisk-SSDs sind es schon 80 Terabyte und bei der 850-Pro von Samsung sogar 150 Terabyte. Das mag zunächst nicht nach besonders viel klingen, erklärt sich aber durch eine einfache Rechnung: 150 Terabyte geteilt durch 3650 Tage = 41 Gigabyte pro Tag - so viel dürfen Sie im Falle der Samsung-SSD also täglich auf die Solid State Drive schreiben. Und beim besagten Sandisk-Modell sind es immerhin noch fast 22 Gigabyte pro Tag. Statistsich gesehen mehr als genug, um den Alltag mit PC und Notebook zu meistern.

Ausstattung: Trim, Firmware, Tools und Zubehör

Alle modernen Flashspeicher-Festplatte beherrschen inzwischen die automatische Speicherbereinigung über die „Garbage Collection“ und den „Trim“-Befehl. Das beugt Leistungsverlusten vor. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Möglichkeit, Firmware-Updates vornehmen zu können. Denn die Controller-Hersteller verbessern kontinuierlich die Effizienz und beheben Fehler. Dadurch bekommen Sie mehr Leistung und erhöhen die Datensicherheit. Wie Sie bei den getesteten SSDs Firmware-Updates aufspielen, verrät der
Wichtig beim Lieferumfang ist das Zubehör. Wenn die SSD für den PC gedacht ist, sollte zumindest ein 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen und Schrauben dabei sein. Wollen Sie mit Ihrer Betriebssystem-Installation auf die SSD umziehen, sollte auch eine Cloning-Software beiliegen. Als besonders nützlich erweisen sich die SSD-Tools von Intel, Memoright, OCZ, Samsung und Sandisk, die automatische Funktionen zur Wartung und Leistungssteigerung der Flashspeicher-Festplatte bieten.
Test-Fazit: Maximale Leistung zum attraktiven Preis

Eine moderne SSD bietet meist einen höheren Leistungszuwachs als ein schnellerer Prozessor oder doppelt so viel Arbeitsspeicher. Und das Tempoplus ist unmittelbar spürbar: Starten Sie ein Programm, ist es sofort einsatzbereit. Die rasanten Zugriffszeiten beschleunigen Suchfunktionen. Dank extrem hoher Transferraten übertragen und sichern Sie Daten in viel kürzerer Zeit. Höchstes Tempo garantieren Modelle mit SATA-3- oder dem noch schnelleren PCI-Express-Anschluss
Selbst am SATA-300-Anschluss sind diese Flashspeicher-Festplatten noch schneller als SATA-300-SSDs. Trotz des neuen Rekordtempos sind die Preise gesunken. Das Gigabyte bekommen Sie in der Kapazitätsklasse bis 128 GB schon ab 0,40 Euro. In vielen Fällen lohnt es sich aber, für eine gehobene Ausstattung und eine längere Garantiezeit etwas mehr auszugeben.
Wenn Sie Ihr Notebook mit einer SSD aufrüsten wollen, kommen noch weitere Vorteile hinzu: Da SSDs keine beweglichen Teile haben, arbeiten sie vollkommen geräuschlos und sind auch viel robuster als herkömmliche Festplatten. In die richtige Richtung bewegt sich die aktuelle SSD-Generation auch bei der Leistungsaufnahme: Mit Werten von unter 2,5 Watt verbrauchen SSDs im günstigsten Fall inzwischen weniger als herkömmliche 2,5-Zoll-Laufwerke. Und das sind die beiden herausragenden SSDs des Vergleichstests:

Testsieger: Samsung SSD 850 Pro 128GB

Dank 3D-Flashspeicher setzt Samsung bei der 850 Pro mit 128 GB Maßstäbe bei der Energieeffizienz, Ausdauer, Funktionsumfang und Sicherheit. Mit der niedrigsten Leistungsaufnahme aller SSDs im Test, einer beindruckenden Gesamtschreibleistung von 150 Terabytes, cleveren Funktionen wie dem zuschaltbaren RAPID-Modus und fortschrittlicher Verschlüsselung liegt die Latte für die Konkurrenz ganz schön hoch.
Das gilt insbesondere für die sehr lange Garantiezeit von 10 Jahren - außer Sandisk hat sonst kein SSD-Hersteller soviel Vertrauen in die Robustheit seiner Produkte.
Gute bis sehr gute Ergebnisse erreicht die Samsung 850 Pro in den Geschwindigkeitstests. Ungewöhnlich ist dabei, dass die kleinste Variante der Baureihe annähernd das Tempo des Spitzenmodells Samsung SSD 850 Pro 1TB (-> Test) erreicht. Im PC Mark Vantage erreicht die SSD mit fast 80.000 Punkten einen Spitzenwert. Aber auch die Zugriffszeiten, die durchschnittlich bei 0,03 und maximal bei 0,04 Millisekunden liegen, sind Spitze. Ebenfalls auf höchstem Temponiveau sind die sequenziellen Transferraten. Im Mittel kommt die Samsung-SSD beim Lesen auf 510 MB/s, die Schreibrate beträgt rund 450 MB/s.
Allerdings hat Qualität auch ihren Preis. Bei Straßenpreisen ab 120 Euro müssen Sie aktuell 94 Cent pro Gigabyte berappen. Im Vergleich zum Marktumfeld ist das teuer - für diesen Preis bekommen Sie schon gute Modelle mit doppelt so viel Speicherplatz.
Ausführlicher Test: Samsung SSD850 Pro 128GB

Preis-Leistungs-Sieger: Adata Premiere Pro SP900 128GB

Die Adata Premiere Pro SP900 verblüfft in den Tempotests mit durchgängig hohen Datenraten und reaktionsschnellen Zugriffszeiten. Im Festplatten-Test des PC Mark Vantage kommt die 128-GB-SSD auf sehr gute 75.000 Punkte. Auch die sequenziellen Transferraten sind auf der Höhe der Zeit. Durchschnittlich erzielt die Premiere Pro fast 450 MB/s beim Lesen, während die rund 460 MB/s beim Schreiben noch einen Tick schneller ausfallen. Das gilt auch für die Zugriffszeiten, die mit im Mittel 0,3 sowie maximal 0,4 Millisekunden die exzellenten Werte erreichen.
Eine sehr gute Figur mach das Adata-Modell beim Stromverbrauch. Dank der niedrigen Leistungsaufnahme ist die Premiere Pro SP900 ideal für den mobilen Einsatz: Unter Last liegt die Leistungsaufnahme der Flashspeicher-Festplatte bei sensationell niedrigen 2,5 Watt. Und auch im Leerlauf legt das 128-GB-Laufwerk mit knapp 0,5 Watt keinen übermässigen Stromhunger an den Tag.
Weitere Pluspunkte sammelt die Flashspeicher-Festplatte für die überdurchschnittlich gute Ausstattung und den vorbildlichen Firmware-Support. Hinzu kommt der attraktive Anschaffungspreis von knapp 58 Euro. Das sind umgerechnet sehr günstige 45 Cent pro Gigabyte. 
Ausführlicher Test: Adata Premiere Pro SP900 128GB
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