22.06.2012, 12:12

Michael Schmelzle

SSD ab 90 Euro

Test: SSD-Festplatten bis 128 GB im Vergleich

Test: SSD-Festplatten bis 128 Gigabyte Bruttokapazität

SSD-Festplatten der 120-GB-Klasse bieten derzeit den günstigsten Gigabyte-Preis. Bereits ab 90 Euro bekommen Sie eine flotte Solid State Drive, umgerechnet sind das nur 80 Cent pro GB. PC-WELT hat 14 Flashspeicher-Festplatten mit schnellem SATA-3-Anschluss im Vergleichs-Test.
Die Preise für Flashspeicher-Festplatten sind im freien Fall: SSDs wie die Sandisk Extreme 120GB gibt es bereits ab 90 Euro. Das Gigabyte formatierte Kapazität bekommen Sie bei der aktuelle SATA-3-Generation also schon für 80 Cent! Besonders interessant bei den aktuellen Solid State Drives ist die Kapazitätsklasse mit rund 120 Gigabyte, der derzeit beste Kompromiss aus günstigem Preis und genügend Speicherplatz.
Ob Desktop-PC oder Notebook: Auf eine 120-GB-Festplatte bekommen Sie problemlos die Betriebsystem-Installation mitsamt Ihren häufig genutzten Programmen - und trotzdem ist noch genügend Platz für Ihre Daten. Für eine gut sortierte MP3- oder Video-Sammlung ist eine 120-GB-SSD natürlich zu klein. Aber dafür gibt es ja schließlich externe Festplatten. Und im PC nutzen Sie einfach ein herkömmliches Laufwerk mit viel Speicherkapazität - die Bestenliste der 3,5-Zoll-Festplatten verrät, welche Modelle ihr Geld wert sind.
Eine noch größere Flashspeicher-Festplatte empfiehlt sich bei Notebooks, wenn Sie häufig hoch aufgelöste Videos schneiden oder den Laptop überwiegend für PC-Spiele nutzen. Im Test der besten SSD-Festplatten ab 240 GB finden Sie auch Tipps, auf was Sie beim SSD-Kauf unbedingt achten sollten.   
Flashspeicher: Tempo erhöht, aber Lebenszeit verkürzt

Stand der Technik beim Flashspeicher ist die Datenübertragung via Double Date Rate (DDR), die sich bereits beim Arbeitsspeicher bewährt hat. Dabei lassen sich sowohl bei steigender als auch fallender Flanke eines Taktsignals Daten transportieren. Im Vergleich zur Vorgängertechnik verdoppelt das die Übertragungsrate. Allerdings steckt in einigen aktuellen SSD-Modellen aus Kostengründen noch der langsame Flashspeicher-Typ. Achten Sie daher auf Schlüsselwörter wie "ONIF 2.x", "synchron" und "Toggle DDR", die alle für schnellen Flashspeicher stehen.
Eine zweite Neuerung beim Flashspeicher, ist die Reduzierung der Chip-Strukturbreite auf 27, 25 oder gar 24 Nanometer. Dadurch lassen sich pro Fläche mehr Flashspeicher-Zellen unterbringen, was den Stromverbrauch der SSD senkt. Bestes Beispiel dafür ist die Plextor M3, die dank 24-Nanometer-Flash zu den energieeffizientesten Solid State Drives im Test zählt.
Allerdings verschlechtert sich mit der Zellschrumpfung auch die Lebensdauer. Je nach Strukturbreite und Hersteller ist der Flashspeicher der aktuellen SSD-Generation nur noch für 3000 bis 5000 Löschzyklen ausgelegt. Das können die immer effizienter arbeitenden SSD-Controller nur zum Teil ausgleichen. Ein gutes Zeichen für langlebige Modelle sind deshalb lange Garantiezeiten von drei oder sogar fünf Jahren.
 
Ausstattung: Trim, Firmware, Tools und Zubehör

Alle modernen Flashspeicher-Festplatte beherrschen inzwischen die automatische Speicherbereinigung über die „Garbage Collection“ und den „Trim“-Befehl. Das beugt Leistungsverlusten vor. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Möglichkeit, Firmware-Updates vornehmen zu können. Denn die Controller-Hersteller verbessern kontinuierlich die Effizienz und beheben Fehler. Dadurch bekommen Sie mehr Leistung und erhöhen die Datensicherheit. Wie Sie bei den getesteten SSDs Firmware-Updates aufspielen, verrät der Ratgeber SSD-Festplatten optimal einrichten und nutzen.
Wichtig beim Lieferumfang ist das Zubehör. Wenn die SSD für den PC gedacht ist, sollte zumindest ein 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen und Schrauben dabei sein. Wollen Sie mit Ihrer Betriebssystem-Installation auf die SSD umziehen, sollte auch eine Cloning-Software beiliegen. Als besonders nützlich erweisen sich die SSD-Tools von Intel, Memoright, OCZ und Samsung, die automatische Funktionen zur Wartung und Leistungssteigerung der Flashspeicher-Festplatte bieten.

Übersicht: Die besten SSD-Festplatten bis 128 GB

Rang Hersteller Produktbezeichnung Testnote Straßenpreis (Stand:22.06.2012) Gigabyte-Preis (Euro) Preisurteil
1
Patriot
Wildfire 120GB
2,35
200 Euro
1,79
teuer
2
Adata
S511 Series 120GB
2,40
120 Euro
1,08
sehr günstig
3
Transcend
SSD720 128GB
2,41
115 Euro
0,95
sehr günstig
4
Extrememory
XLR8 Express SSD 120GB
2,41
170 Euro
1,62
teuer
5
Corsair
Force GT 120GB
2,55
110 Euro
0,98
günstig
6
Sandisk
Extreme 120GB
2,61
90 Euro
0,80
sehr günstig
7
PNY
Professional SSD 120GB
2,73
110 Euro
0,98
preiswert
8
Runcore
Pro V 120GB mSATA III
2,74
200 Euro
1,79
teuer
9
Silicon Power
Velox V30 120GB
2,76
110 Euro
0,98
preiswert
10
Solidata
X8 120GB
2,81
90 Euro
0,80
günstig
11
Adata
S510 Series 120GB
2,85
90 Euro
0,80
günstig
12
Patriot
Pyro 120GB
2,88
100 Euro
0,89
preiswert
13
Corsair
Force 3 120GB
2,88
90 Euro
0,80
günstig
14
Mach Xtreme
D-S Turbo 120GB
3,13
105 Euro
0,94
noch preiswert

Test-Fazit: Maximale Leistung zum attraktiven Preis

Eine moderne SSD bietet meist einen höheren Leistungszuwachs als ein schnellerer Prozessor oder doppelt so viel Arbeitsspeicher. Und das Tempoplus ist unmittelbar spürbar: Starten Sie ein Programm, ist es sofort einsatzbereit. Die rasanten Zugriffszeiten beschleunigen Suchfunktionen. Dank extrem hoher Transferraten übertragen und sichern Sie Daten in viel kürzerer Zeit. Höchstes Tempo garantieren SATA-600-SSDs mit Samsung-MAX- und Sandforce-2218-Controller in Kombination mit DDR-Flashspeicher.
Selbst am SATA-300-Anschluss sind diese Flashspeicher-Festplatten noch schneller als SATA-300-SSDs. Trotz des neuen Rekordtempos sind die Preise gesunken. Das Gigabyte bekommen Sie in der Kapazitätsklasse bis 128 GB schon ab 0,81 Euro. In vielen Fällen lohnt es sich aber, für eine gehobene Ausstattung und eine längere Garantiezeit etwas mehr auszugeben.
Wenn Sie Ihr Notebook mit einer SSD aufrüsten wollen, kommen noch weitere Vorteile hinzu: Da SSDs keine beweglichen Teile haben, arbeiten sie vollkommen geräuschlos und sind auch viel robuster als herkömmliche Festplatten. Keine gute Entwicklung nimmt hingegen die Leistungsaufnehme der aktuellen SSD-Generation: Mit Werten von bis zu 6,5 Watt verbrauchen SSDs im ungünstigsten Fall doppelt so viel Strom wie herkömmliche 2,5-Zoll-Laufwerke.
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