15.07.2013, 12:15

Ines Walke-Chomjakov

Test Farblaserdrucker

Farblaserdrucker im Vergleichstest

Farblaser im Vergleich: Die besten Drucker aus den Tests der PC-WELT.

Farblaserdrucker sind kompakt und günstig geworden. PC-WELT testet zehn aktuelle Einstiegsmodelle auf Tempo, Druckqualität, Folgekosten und Lärm.
Das Vorurteil, dass Farblaserdrucker für den Schreibtisch zu groß sind, stimmt nicht mehr. Denn die Hersteller haben es inzwischen geschafft, die Vierfarbdruckwerke so kompakt zu bauen, dass sich die Drucker durchaus zu Hause aufstellen lassen. Sie sind ideal, wenn neben einem hohen Seitenausstoß an Schwarzweiß-Textdruck auch gelegentlich mal Farbiges aufs Papier kommen soll. Erschwinglich sind die Farblaserdrucker auch geworden. Doch der Anschaffungspreis ist nicht allein entscheidend. Vielmehr klärt der Test, welche Leistung Sie für Ihr Geld erhalten und welche Folgekosten jeweils auf Sie zukommen.

Geschwindigkeit: Auf die Drucktechnik kommt es an

Wer sich einen Laserdrucker anschafft, will seine Ausdrucke schnell in Händen halten. Beim Schwarzweiß-Druck sind die Farbgeräte so fix wie ihre Schwarzweiß-Kollegen. Dabei arbeiten manche wie der Samsung CLP-365W mit Multi-Pass-Drucktechnik. Allerdings setzen die meisten Testkandidaten auf das Single-Pass-Verfahren. Beim aufwendigeren Farbdruck kommt es neben der Drucktechnik aber vor allem darauf an, wie schnell der Drucker die Daten aufbereitet. So genannte GDI (Graphics Device Interface)-Geräte nutzen dazu den angeschlossenen Computer. 
Alternativ verarbeiten Farblaserdrucker die Daten mit Hilfe der Druckersprachen PCL (Printer Command Language) oder PS (Postscript). Im Testfeld sind das die Modelle Brother HL-3070CW, Lexmark CS310dn, Oki C321dn und Xerox Phaser 6600V/DN. Postscript geht bei Farbdokumenten zu Lasten der Geschwindigkeit, wie der Test zeigt. 

Qualität bei Text und in Farbe

Die Stärke der Farblaserdrucker liegt in der Qualität des Textdrucks. Hier sind Unterschiede nur klar nachzuweisen, wenn man Hilfsmittel wie eine hoch auflösende Kamera nutzt. So lassen sich winzige Teilbereiche einer gedruckten Seite so stark vergrößern, dass Schwächen sichtbar werden. Im Test sind die Modelle Oki C321dn sowie Lexmark CS310dn mit besonders scharf umrissenen Buchstaben aufgefallen. Fein zeichnet das Farblaser-Modell Xerox Phaser 6600V/DN die Buchstaben aufs Papier. Im Vergleich zum Vorgänger verbessert, zeigt sich der Samsung CLP365W.
Im Farbdruck produzieren die Testkandidaten oft zu dunkle Farben. Das stört bei Ausdrucken von Präsentationen oder Internetseiten weniger. Fotos büßen dann aber leicht Details ein. Doch meist lassen sich die Farben in den Druckeinstellungen direkt im Treiber oder per Hilfsprogramm aufhellen. Bei manchen Geräten wie etwa dem Modell von Oki war ab Werk im Treiber die "Farbverbesserung" aktiviert. Wurde die abgeschaltet, waren die Ausdrucke deutlich dunkler.
Eine weitere Hürde: Größere Farbflächen. Hier produzieren manche Drucker wie etwa der Oki C110 Streifen oder kleine Flecken. Homogene Flächen gelangen dagegen den Druckern von Canon, Brother, Lexmark und Xerox. Mit hoher Farbtreue fallen im Test die Drucker von Lexmark, Xerox, Ricoh und Samsung auf.
Folgekosten: Farbseiten oft teurer als bei Tintendruck
Hartnäckig hält sich die Meinung, Laserdrucker seien im Unterhalt viel günstiger als Tintenstrahlgeräte. Im Test bestätigt sich das nicht. Bei den untersuchten Farblaserdruckern kostet die Schwarzweiß-Seite zwischen 2,9 und 4,5 Cent. Das ist absolut vergleichbar mit den reinen Schwarzweiß-Laserdruckern. Eine Farbseite kommt auf 11,7 bis 19,9 Cent. Solche Preise können Tintenstrahl-Multifunktionsgeräte nicht selten unterbieten.
Bei Ersatz der Tonerkartuschen wird es teuer. Allerdings reicht gerade bei Farblaserdruckern weniger Farbdeckung oft aus. Mit der Einstellung „Tonersparmodus“ im Treiber lässt sich daher tatsächlich viel Geld sparen. 
Gute bis befriedigende Noten gibt es für den Stromverbrauch. Allerdings ziehen die Drucker Oki C321dn und Samsung CLP-365W auch ausgeschaltet noch Strom. Beim Stromverbrauch im Energiesparmodus setzt der Oki-Farblaserdrucker dagegen den Bestwert: Unter den gemessenen 1,1 Watt bleibt kein anderes Testgerät.
Betriebsgeräusch: Keine Leisetreter
Wenn der Farblaserdrucker auf dem Schreibtisch stehen muss, sollte er möglichst leise arbeiten. Die geräuschärmsten Drucker im Testfeld stammen von Samsung: Unter die gemessenen 7,4 Sone im Betrieb und 0,1 Sone im Ruhemodus des Modells CLP-365W kommt kein Drucker. Als größter Lärmmacher erweist sich der Oki C110 in der Messkammer: Er produziert im Betrieb 21 Sone, was sehr laut ist. Auch im Leerlauf kommt er mit einem vernehmbaren Brummen nicht unter 2,0 Sone.

Fazit: Farblaser sind alltagstauglich, aber keine Fotospezialisten

Die getesteten Farblaser sind fit für den Druckalltag. Bei Texten gibt es wenig zu kritisieren. Der Farbdruck ist solide, solange es sich nicht um Fotos handelt. Hier liefern Tintenstrahldrucker weiterhin eine bessere Qualität. Farblaser können zudem nicht randlos drucken oder mit Fotopapieren umgehen. Allerdings altert Toner nicht. Das ist von Vorteil, wenn Sie unregelmäßig drucken. Denn die Druckqualität bleibt konstant.
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