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10 Smartphones im Spezial-Vergleich

23.02.2011 | 12:12 Uhr |

Sind moderne Mobiltelefone ein vollwertiger Ersatz für die tragbaren Video- und MP3-Spieler? Um diese Frage zu klären, schickte PC WELT Apples iPhone und namhafte Konkurrenten ins Testlabor und prüfte die Smartphones unter diesem speziellen Gesichtspunkt.

Handys sind die Schweizer Taschenmesser des Informationszeitalters: Die Mobiltelefone können inzwischen auch E-Mails abrufen, fotografieren und filmen, Musik abspielen und Videos zeigen. Für all das braucht man Speicher: 32 Gigabyte sind schon ab Werk im Apple iPhone eingebaut. Ein Schacht für Speicherkarten fehlt jedoch. Man kann also nicht mal eben durch schlichten Kartentausch das Filmangebot erweitern oder Musik auf ein anderes Gerät laden.

Im Nokia N8 stecken 16 GB, die sich aber per Speicherkarte erweitern lassen. Alle anderen Geräte bieten deutlich weniger, aber auch per Karte erweiterbaren Speicher. Meist reicht es, das Handy per USB-Kabel an den Computer anzuschließen, um Fotos, Videos und Musik zu überspielen. Acht der Handys haben dafür einen normalen Micro-USB-Anschluss. Das Apple iPhone 4 und das Samsung Star S5230 besitzen Spezialbuchsen. Geht ein Kabel kaputt oder verloren, wird der Ersatz ein bisschen teurer.

Deutliche Unterschiede bei der Ausstattung
Der Computer erkennt den Handy-Speicher im Normalfall als Datenträger, auf den man die gewünschten Dateien kopieren kann. Musiktitel lassen sich auch mit Programmen wie Winamp oder Windows MediaPlayer übertragen. Störrisch zeigte sich im Test das LG Optimus GT540: Es bot zwar die Option „USB als Massenspeicher“. Speicherzugriffe ermöglichte aber nur die LG-Software PC-Suite.

Am Kopfende des Samsung Wave S8500 befinden sich der Micro-USB-Anschluss, die Klinkenbuchse für Ohrhörer und ein (Freisprech-) Lautsprecher.
Vergrößern Am Kopfende des Samsung Wave S8500 befinden sich der Micro-USB-Anschluss, die Klinkenbuchse für Ohrhörer und ein (Freisprech-) Lautsprecher.
© 2014

Auch das iPhone akzeptierte Daten nur von der Apple-Software iTunes, überspielte sie dann aber besonders schnell. Fast alle Geräte ließen sich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) steuern. Der war beim HTC Desire HD am größten und zeigte bei Apples iPhone 4 Schrift und Symbole besonders scharf. Nur das Nokia C5 verfügte über eine klassische Zahlentastatur – gut fürs Telefonieren, unpraktisch für alles andere.

Die Nahfunktechnik Bluetooth, mit der sich etwa Verbindung zu einer Freisprecheinrichtung aufnehmen lässt, beherrschten alle Geräte. Bis auf das Nokia C5 und das Samsung Star S5230 konnten alle Testkandidaten per WLAN-Funk ins Internet gehen. Und nur im Samsung Star fehlte die GPS-Funktion. Beim iPhone fehlte als einziger Testteilnehmer eine eingebauter UKW-Empfänger. Das Apple-Handy geht nur über meist kostenpflichtige Programme („Apps“) auf Radiosendersuche im Internet und muss für den Empfang dann permanent online sein.

Nur das Nokia N8 verfügt über einen Fotoblitz und einen HDMI-Ausgang.
Vergrößern Nur das Nokia N8 verfügt über einen Fotoblitz und einen HDMI-Ausgang.
© 2014

Sechs der Handys filmen in HD-Auflösung
Die meisten Handys im Testfeld schießen Fotos mit 3 bis 5 Megapixeln Auflösung. Das HTC Desire HD und das Xperia X10 sind für 8 Megapixel, das Nokia N8 sogar für 12 Millionen Bildpunkte ausgelegt. Das N8 hat zudem einen richtigen Xenon-Fotoblitz. Sechs der Handys – das iPhone, das HTC-Gerät, das Motorola Defy, das Nokia N8, das Samsung Wave und das Sony Ericsson Xperia X10 – nehmen Videos in HD-Auflösung auf (720p). Aber nur das N8 besitzt einen HDMI-Ausgang zur Verbindung mit einem Fernsehgerät.

iPhone und Samsung Wave bei der Bildqualität vorne
Als Heimkino für die Hosentasche zeigten die Handys mit den großen Bildschirmen, besonders das HTC Desire HD, bei Filmen und Fotos eine richtig tolle Leistung. In hellerer Umgebung, etwa im Freien, konnten sich zwei Modelle aber etwas absetzen: Das Bild des iPhones 4 war sehr hell und unglaublich scharf. Nur die Farben schienen etwas weniger intensiv als beim Originalmotiv. Farben zeigte das Samsung Wave S8500 zwar etwas zu kühl, aber intensiver und brillianter. Das Nokia C5 war zu dunkel, und Filme auf dem Samsung S5230 so wie dem LG Optimus GT540 schienen etwas verwaschen, die Farben zu fahl.

Auch beim Klang lag das Samsung Wave vorne: Zwar fehlte den Höhen etwas Glanz, aber die Mitten waren verfärbungsarm, die Bässe druckvoll wie bei keinem anderen Handy. Knapp dahinter behauptete sich das Motorola Defy, das allerdings im Bass nicht ganz so kräftig aufspielte. Die iPhone-Ohrhörer lieferten im Vergleich dazu einen mittenbetonten, bass- und höhenarmen Klang mit leichten Verzerrungen. Hier könnten gute Ohr- oder Kopfhörer für ein deutlich besseres Ergebnis sorgen.

Testfazit

Testsieger: Als Abspielgerät ist das Samsung Wave S8500 die beste Wahl: Es bot – gleichauf mit dem iPhone – die beste Bildqualität. Die Samsung-Ohrhörer waren aber gleich zwei Nummern besser als die Ohrstöpsel von Apple. Das Wave versteht außerdem mehr Dateiformate, lässt sich leichter mit Musik und Filmen beladen, kostet viel weniger und hat eine längere Garantiezeit.

Preis-Leistungs-Sieger: Das schmale und leichte Nokia C5 ist die beste Wahl für Leute, die mehr Wert aufs Telefonieren als auf Musik- und Filmwiedergabe legen. Der Preis von 155 Euro ist sehr günstig.

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