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AMD Radeon versus Nvidia Geforce

Die besten Grafikkarten ab 250 Euro im Test

01.12.2015 | 08:55 Uhr |

Leistung ohne Kompromisse: Die Grafikkarten-Elite mit den Oberklasse-Chips von AMD und Nvidia im großen Vergleichs-Test.

Die meisten PC-Gamer spielt in Full-HD. Um in dieser Auflösung mit maximalen Grafikdetails und hoher Kantenglättung flüssige Bildraten zu erhalten, genügen auch Grafikkarten für unter 250 Euro. Doch da die Preise für hochauflösende Monitore bis hin zur UHD-Auflösung (3480 x 2160) sinken, möchten viele Spieler jetzt auch in der gehobenen Pixelpracht daddeln.
Aber auch die Anforderungen der neuen Spiele steigen und verlangen für detail- und effektreiche Spielwelten mindestens 4 Gigabyte Grafikspeicher und eine hohe Shader-Leistung. Genau hier fängt das Einsatzgebiet der Grafikkarten ab 250 Euro an. Wir haben die Top-Modelle mit den aktuellen AMD- und Nvidia-Grafikchips im Vergleichstest: Dazu zählen nicht nur die GTX 980 (Ti) und 970, sondern auch die R9 Fury (X) sowie R9 390 (X).

AMD Radeon mit furiosen Grafikkarten und Rebrands

Die Grafikchipgeneration von AMD namens „Fiji“ kommt in den Grafikkarten der Fury- und Fury-X-Serie zum Einsatz und bietet eine besondere Innovation – die Speichertechnik HBM (High Bandwith Memory). Bei dieser Technik handelt es sich um gestapelte Speicherchips, die nicht nur weitaus höhere Speicherbandbreiten, sondern auch einen geringeren Stromverbrauch im Vergleich zum vorherrschenden GDDR5-Speicher ermöglichen.

Die besten Grafikkarten für Gamer

Neben den Fury-Modellen hat AMD auch die R9-300-Serie vorgestellt, bei der es sich um umbenannte Prozessoren der Vorgängergenerationen handelt: Der Grenada-Chip in der 390X ist eigentlich die Hawaii-GPU, die schon in der 290X steckte. Geändert hat sich nicht viel, bis auf mehr Grafikspeicher (8 anstelle von 4 GB) sowie etwas höheren Taktraten.

Karten mit Nvidia-Grafikchips: Stromsparender, aber teuer

Nvidia steht mit der Grafikchiparchitektur Maxwell für eine hohe Energieeffizienz, die durchweg in den Grafikkarten der GTX-900-Serie verbaut sind. Den geringeren Stromverbrauch erreicht Nvidia dadurch, dass Maxwell die Cuda-Shader-Einheiten häufiger voll ausnutzen kann. Dank der gestiegenen Effizienz ist es vielen Boardpartnern auch möglich, eine semipassive Kühlung zu verbauen:

Hierbei stehen die Lüfter bei geringer GPU-Last still, erst bei höherer Auslastung drehen sie sich. Beim Grafikspeicher setzt der Hersteller weiterhin auf GDDR5, dafür kommen immer mindestens 4 GB auf die Platine, bei der GTX 980 Ti sind es sogar 6 GB. In Sachen Preis-Leistung müssen sich die Grafikkarten mit Nvidia-GPUs oft dem Konkurrenten AMD geschlagen geben.

Video: Geforce GTX 980 Ti vs. AMD R9 Fury X

Leistung: Ultra-HD nicht immer mit flüssigen Bildraten

Wir haben unseren Testparcours überarbeitet und mit aktuellen Spielen wie Witcher 3: Wild Hunt ausgestattet. Schnell wird in unseren Bildratenmessungen klar, dass sich alle Grafikkarten im Testfeld problemlos für das Spielen in Full-HD (1080p) und WQHD eignen. In den UHD-Tests trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen: Erst die deutlich teureren Grafikkarten wie die GTX 980 Ti und R9 Fury X erreichen in durchweg allen Spielen Bildraten, die sich noch als spielbar (30 Bilder pro Sekunde) bezeichnen lassen.

Bei der R9 390X wird deutlich, dass ein dicker Grafikspeicher nicht alles ist: In 2160p bietet die Karte nur genug Leistung, wenn Sie drastisch Grafikdetails reduzieren. Bei der Computing-Leistung testen wir die zwei Programmierschnittstellen: zum einen die DirectX-API Direct Compute und zum anderen die Open-Source-Schnittstelle OpenCL. Besonders letztere API wird häufig zur Hardware-Beschleunigung von Multimedia-Programmen verwendet. Hier sind die Ergebnisse relativ ausgeglichen, denn AMD hat häufig in Sachen OpenCL die Nase vorn, während Nvidia in Sachen Direct Compute etwas besser abschneidet.

Die Spieletests erfolgen in 1080p, 1440p und 2160p, um die gängistens Auflösungen abzudecken.
Vergrößern Die Spieletests erfolgen in 1080p, 1440p und 2160p, um die gängistens Auflösungen abzudecken.

Umwelt: Semi-passive Kühlungen auf dem Vormarsch

In unseren Tests messen wir den Gesamtverbrauch unserer Testplattform im Leerlauf und während wir eine ausgewählte Szene in Battlefield 4 spielen. Die Grafikkarten mit Nvidia-Chipsatz legen beim Energieverbrauch die deutlich effizientere Arbeitsweise an den Tag, der aufgrund der Übertaktung jedoch oft verloren geht. Teilweise ist die Fury X sogar sparsamer im Verbrauch.

Bei den Temperaturen ist das Testfeld wiederum eher ausgeglichen, genau wie bei der Lautstärke der Lüfter. Allerdings verbauen die Boardpartner bisher größtenteils bei Nvidia-Grafikkarten immer mehr semi-passive Kühlungen. Schön ist, dass es auch unter Last kaum noch Ausreißer gibt!

Ausstattung & Lieferumfang: Üppig bis kaum vorhanden

Alle Karten verfügen über Displayport-Buchsen in der Version 1.2, um auch 4K- und UHD-Inhalte in flüssigen 60 Hertz darzustellen. Mit am Slotblech befindet sich auch immer mindestens einmal HDMI. AMD setzt allerdings noch auf die ältere Version 1.4a, das Auflösungen jenseits von 1440p nur mit ruckeligen 30 Hertz auf den Bildschirm überträgt. Nvidia dagegen verbaut bereits HDMI 2.0, um auch 4K respektive UHD in 60 Hertz zu ermöglichen.

Beim Lieferumfang gibt es wiederum große Diskrepanzen. Sapphire gibt sich hier vorbildlich und liefert neben mehreren Anschlüssen und Stromadaptern auch ein HDMI-Kabel mit. Andere Hersteller halten sich bedeckter. Der Standard hingegen ist jeweils immer die Treiber-CD.

Im Testfeld unterschieden sich die Lieferumfänge extrem: Während es oft nur einen einzelnen Adapter vom Hersteller inklusive gab, schickten andere gleich eine ganze Batterie an Adaptern, Kabeln und Software mit.
Vergrößern Im Testfeld unterschieden sich die Lieferumfänge extrem: Während es oft nur einen einzelnen Adapter vom Hersteller inklusive gab, schickten andere gleich eine ganze Batterie an Adaptern, Kabeln und Software mit.
© Zotac

Test-Fazit: Grafikkarten mit Nvidia-Chips definieren die Leistungsspitze, aber Modelle mit AMD-GPUs sind innovativer

Wenn Sie jetzt schon aufs Spielen in Ultra-HD umsteigen möchten, dann sollte es zum aktuellen Zeitpunkt eine stark übertaktete GTX 980 Ti sein. Allerdings brauchen Sie hierfür auch einen sehr prall gefüllten Geldbeutel! Und leider geht bei den hohen Taktraten oft die viel gelobte Energieeffizienz der Maxwell-GPUs fast schon verloren.

Doch auch die aktuellen R9-Fury-Karten lassen sich die Hersteller einiges kosten, erreichen aber nicht das Leistungsniveau der Konkurrenz. Abzuwarten bleibt allerdings, ob dieser Leistungsunterschied auch noch unter DirectX 12 bestehen bleibt – denn bisher schneiden AMD-Modelle hier deutlich besser ab. Außerdem sind die Fury-Karten mit innovativer Technik ausgestattet.

Eine gute Nachricht gibt es aber: Wenn Sie in 1440p oder 1080p spielen möchten, dann taugt dazu jede Grafikkarte aus unserem Testfeld – und mit unserem Preis-Leistungs-Sieger, der KFA2 GTX 970 Exoc Black Edition, erhalten Sie die meisten Frames pro Euro. Wer aber eher auf AMD setzt und sparen will, der kann getrost zur AMD Strix R9 390 greifen.

Und das sind die drei herausragenden Grafikkarten des Vergleichstests:

Unser Test-Sieger überzeugt vor allem bei der Leistung und beim Service. Negativ müssen wir den hohen Stromverbrauch und den horrenden Preis von fast 790 Euro bewerten!
Vergrößern Unser Test-Sieger überzeugt vor allem bei der Leistung und beim Service. Negativ müssen wir den hohen Stromverbrauch und den horrenden Preis von fast 790 Euro bewerten!
© Zotac

Testsieger: Zotac GTX 980 Ti AMP Extreme

Die Kombination aus starker Übertaktung für GPU und Speicher, effizienter sowie leiser Kühlung und verlängerter Garantie bescheren der AMP!-Extreme den Test-Sieg! Mit dieser Grafikkarte spielen Sie den Großteil aktueller Spiele auch in Ultra-HD, ohne an Grafik-Details sparen zu müssen. Doch das satte Leistungsplus fordert auch seinen Tribut in Form eines stark erhöhten Stromverbrauchs von 447 Watt und ist damit auch die stromhungrigste Karte im Testfeld. Des Weiteren belegt die Karte gleich drei PCI-Steckplätze und bringt fast 1,5 Kilogramm auf die Waage, was eine große mechanische Belastung des Steckplatzes nach sich zieht.

Ausführlicher Testbericht: Zotac GTX 980 Ti AMP Extreme

Der beste Preis: Zotac GTX 980 Ti AMP Extreme

Unser Preis-Leistungs-Sieger kostet lediglich 330 Euro und eignet sich auch fürs Zocken in 1440p, allerdings ist die Karte unter Last teils deutlich hörbar.
Vergrößern Unser Preis-Leistungs-Sieger kostet lediglich 330 Euro und eignet sich auch fürs Zocken in 1440p, allerdings ist die Karte unter Last teils deutlich hörbar.

Preis-Leistungs-Sieger: KFA2 GTX 970 Exoc Black Edition

Die einsame GTX 970 im Test kommt von KFA2 und ist ab Werk natürlich übertaktet und übertrifft in Sachen Leistung sogar stellenweise deutlich die AMD-Modelle – bis auf die Fury-Karten. Fürs Spielen in Ultra-HD hat die Karte allerdings zu geringe Leistungsreserven und kommt nur in GTA 5 über die 30-FPS-Grenze hinaus. Dafür arbeitet die GTX 970 mit höchstens 321 Watt (gesamte Testplattform) am effizientesten, während sich die Betriebstemperaturen auf einem sehr niedrigen Niveau (maximal 67 Grad Celsius) befinden. Im Leerlauf dreht nur einer der beiden Lüfter, das maximale Betriebsgeräusch ist mit 1,7 Sone aber hörbar. Aber wenn es um Preis-Leistung geht, dann bekommen Sie hier die meisten Frames pro Euro!

Ausführlicher Testbericht: KFA2 GTX 970 Exoc Black Edition

Der beste Preis: KFA2 GTX 970 Exoc Black Edition

Die Sapphire Radeon R9 Fury X erhält für seine HBM-Speichertechnik den PC-WELT-Award "Innovative Technik". Außerdem ist sie die einzige Karte im Test mit einer Wasserkühlung, die für niedrige Temperaturen und Betriebsgeräusche sorgt. Nur in Sachen Leistung kann sie noch nicht mit den Geforce-Flaggschiffen mithalten.
Vergrößern Die Sapphire Radeon R9 Fury X erhält für seine HBM-Speichertechnik den PC-WELT-Award "Innovative Technik". Außerdem ist sie die einzige Karte im Test mit einer Wasserkühlung, die für niedrige Temperaturen und Betriebsgeräusche sorgt. Nur in Sachen Leistung kann sie noch nicht mit den Geforce-Flaggschiffen mithalten.

Innovative Technik: Sapphire Radeon R9 Fury X

Das aktuelle AMD-Topmodell arbeitet als einzige Grafikkarte im Test mit einer geschlossenen Flüssigkühlung. Entsprechend gut steht es auch um die Temperaturen, die in unseren Tests maximal auf 58 Grad Celsius steigen, während der Lüfter mit maximal 1,7 Sone arbeitet – damit ist die Karte hörbar, aber nicht nervig. Eine weitere Neuheit ist der Einsatz der neuen Speicher-Technik HBM. Doch trotz allem kann die Fury X nicht mit den stark übertakteten 980 Ti mithalten, ist dafür aber die beste AMD-Karte im Test – und verbraucht sogar oftmals weniger Strom als die hochgezüchteten Nvidia-Modelle! Den kreativen Kühlungsansatz belohnen wir mit unserem Award "Innovative Technik".

Der beste Preis: Sapphire Radeon R9 Fury X

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Grafikkarten-Testsystem

Unsere neue Testplattform kommt komplett aus einer Hand, und zwar vom Münchner Systembauer Mifcom . Als Prozessor kommt die Extreme-Edition Intel Core i7-5960X zum Einsatz, die wir von 3,0 auf 3,7 GHz übertaktet haben. DIe Kühlung übernimmt der Corsair Hydro Series H100i GTX. Beim Arbeitsspeicher kommt erneut Corsair mit satten 32 GB zum Zuge. Die Dominator Platinum DDR4-3000 arbeiten natürlich im Quad-Channel-Modus. Beim Mainboard gibt es einen wahren Hardware-Leckerbissen: Nämlich das MSI X99A Godlike Gaming, bei dem es sich um das absolute Top-Modell des Herstellers handelt. Beim Systemspeicher ist wieder Intel an der Reihe, und zwar mit der SSD 750 Series, die eine Bruttokapazität von 400 GB aufweist. Dank des Anschlusses über U.2 sind Bandbreiten von bis zu 32 GBit/s möglich – deshalb befinden sich auch alle Benchmarks und Spiele auf der SSD.

Unser Dank geht an den Münchner Systembauer und Online-Shop www.mifcom.de, die uns freundlichweise die neue Grafikkarten-Testplattform zur Verfügung gestellt haben.
Vergrößern Unser Dank geht an den Münchner Systembauer und Online-Shop www.mifcom.de, die uns freundlichweise die neue Grafikkarten-Testplattform zur Verfügung gestellt haben.

Das Netzteil Corsair HX1200i Digital leistet brutto 1200 Watt und bietet demnach nicht nur genügend Energiereserven, sondern arbeitet dank der Platinum-Zertifizierung von 80-Plus auch noch überaus effizient! Da ein offenes Testsystem für das Testing komfortabler ist, nutzen wir eine offene Plattform. Das Gehäuse kommt aus dem Hause Dimastech und hört auf den Namen Mini V1.0. Damit sind alle Komponenten fest in Position und auch leicht zu erreichen. Der Bench-Table besteht komplett aus Aluminium und sorgt für die nötige Stabilität. Beim Betriebssystem nutzen wir bereits Windows 10 Pro. Details zu unserem Testverfahren entnehmen Sie dem Artikel "Wie PC-WELT Grafikkarten testet".

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