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Test: Grafikkarten AMD Radeon HD 7750 & 7770

15.02.2012 | 05:58 Uhr |

Bei AMD geht es Schlag auf Schlag: Zuerst veröffentlicht der Hersteller das Top-Modell und legt innerhalb von nur zwei Monaten mit insgesamt drei weiteren Grafikkarten-Modellen nach. Die AMD Radeon HD 7750 soll nun neben der Radeon HD 7770 den Grafik-Markt mit günstigen Preisen und angemessener Leistung von unten aufräumen. Der PC-WELT-Test zeigt, ob sich der Kauf lohnt.

Die AMD Grafikprozessoren der 7700er-Serie sollen die Fronten in der Einsteigerklasse klären: Die AMD Radeon HD 7750 zählt dazu und soll neben der etwas leistungsfähigeren Radeon HD 7770 das Preis-Leistungs-Verhältnis im Grafik-Markt bestimmen. Das Besondere ist, dass die Techniken des aktuellen AMD Flaggschiffs Radeon HD 7970 auch zum Repertoire der kleineren Modelle zählen. Dazu gehören beispielsweise Eyefinity 2.0, Directx 11.1, HD3D, Powertune, Zerocore, PCI-Express 3.0 und die 28-Nanometer-Fertigung der Grafikchips mit dem Codenamen "Cape Verde", benannt nach der afrikanischen Inselrepublik. "Die weltweit fortgeschrittenste Grafik. Für jedermann.", so der Claim von AMD.

Direkt zu Seite 2: Test der AMD Radeon HD 7770

Ausstattung der AMD Radeon HD 7750: Beachtliche Einsteigerklasse - aber auch nicht mehr

Weniger Anschlüsse bei der AMD Radeon HD 7750 als bei den großen Brüdern: einmal ein Displayport, HDMI und DVI.
Vergrößern Weniger Anschlüsse bei der AMD Radeon HD 7750 als bei den großen Brüdern: einmal ein Displayport, HDMI und DVI.

Ein 1 GB großer DDR5-Speicher, der von einem 128 Bit breiten Speicherinterface angesteuert wird, klingt erst einmal nicht allzu mitreißend und etwas stark nach Standard. Es handelt sich aber auch weiterhin um einen fortschrittlichen 28-Nanometer-Grafikchip , auf dem 1,5 Milliarden Transistoren Platz finden. Die GPU arbeitet mit einem Takt von flotten 800 MHz (effektiv 3200). Ein zweiter BIOS-Baustein wie bei AMDs Spitzenmodellen ist nicht vorhanden, doch bei der Radeon HD 7750 soll ebenfalls eine Übertaktung auf über 900 MHz möglich sein. Dank der AMD Zerocore-Technik soll die Grafikkarte kaum noch Strom verbrauchen, wenn sie nicht gefordert ist. Mit Eyefinity 2.0 lassen sich auch an die AMD Radeon HD 7750 theoretisch bis zu sechs Monitore anschließen. Hierfür stehen folgende Anschlüsse zur Verfügung: einmal ein Displayport, HDMI und DVI. Zusätzlich unterstützt die Karte die Darstellung der Ultra-HD-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel).

Zum Test der Grafikkarte AMD Radeon HD 7970

Spiele-Leistung der AMD Radeon HD 7750: Ein verruckeltes Unvergnügen

AMD Radeon HD 7750 GPU-Z: Technische Daten und Sensoren
Vergrößern AMD Radeon HD 7750 GPU-Z: Technische Daten und Sensoren

AMD behauptet in seiner Präsentation zur Radeon HD 7750, dass Battlefield 3 in der HD-Auflösung mit flüssigen 40 Bildern pro Sekunde spielbar wäre. Für welche Qualitätseinstellungen das gelten soll, ist dem Dokument nicht zu entnehmen. Unser Test mit den Ultra-Voreinstellungen kann die optimistische Einschätzung des Herstellers nicht bestätigen: Unter der Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) errechnen sich durchschnittlich rucklige 20 Bilder pro Sekunde.

Bei der Rennsimulation Dirt 3 schneidet die Grafikkarte am besten ab, und zwar mit 28 Bildern pro Sekunde. Auch bei Anno 2070 macht die AMD Radeon HD 7750 keine gute Figur, da 21 Bilder in der Sekunde keine flüssiges Spielen erlauben. Detailreiches und ruckelfreies Spielen auf hohen Auflösungen ist mit der Radeon HD 7750 also nicht möglich. Erst wenn Sie die Grafikeinstellungen herunterfahren, sind die Games spielbar.

AMD Radeon HD 7750: Gesamtergebnis von 3D Mark 11 unter "Extreme"
Vergrößern AMD Radeon HD 7750: Gesamtergebnis von 3D Mark 11 unter "Extreme"

Im synthetischen Directx 11-Benchmark 3D Mark 11 ergibt sich eine dürftige Punktzahl von 835. Zum Vergleich: die AMD Radeon HD 7950 kommt auf beachtliche 2294 Punkte. Für anspruchsvolle 3D-Darstellung ist die AMD Radeon HD 7750 also nicht der richtige Kandidat.

Zum Test der Grafikkarte AMD Radeon HD 7950

 

Multimedia-Leistung der AMD Radeon HD 7750: Ordentliche Werte, wenn sie denn messbar waren

Ergebnis des OpenGL-Benchmarks von Cinebench 11.5 für die AMD Radeon HD 7750.
Vergrößern Ergebnis des OpenGL-Benchmarks von Cinebench 11.5 für die AMD Radeon HD 7750.

Mit Cinebench 11.5 testet PC-WELT die OpenGL-Leistung einer Grafikkarte. Hier überrascht die AMD Radeon HD 7750 mit sehr guten 58,99 Bildern pro Sekunde. Damit übertrifft sie sogar die Spitzengrafikkarte Geforce GTX 580 vom Konkurrenten Nvidia, die ein Ergebnis von 53,83 Bildern pro Sekunde ablieferte. Hinweis: Es handelt sich bei der Nvidia Geforce GTX 580 um die Referenz-Grafikkarte des Herstellers.

Die Prozessorauslastung bei der Wiedergabe von 3D-Blu-Rays in Full-HD erweist sich als erfreulich gering mit nur 5 Prozent. Hier nimmt die AMD Radeon HD 7750 der CPU viel Arbeit ab. Nvidias GPUs leisten aber generell noch etwas bessere Arbeit. Das Transkodieren von Full-HD-Material war im Test leider nicht möglich, da die Hardwaredekodierung nicht aktiviert werden konnte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass dem ausgelieferten Treiber noch der letzte Schliff fehlt.

Umwelteigenschaften der AMD Radeon HD 7750: Genügsame Karte, die einen kühlen Kopf bewahrt

Bei der AMD Radeon HD 7750 ist kein extra Stromanschluss nötig. Die Leistungsaufnahme erweist sich als erfreulich gering.
Vergrößern Bei der AMD Radeon HD 7750 ist kein extra Stromanschluss nötig. Die Leistungsaufnahme erweist sich als erfreulich gering.

Wie es sich für die Einsteiger- und Mittelklasse gehört, zieht die AMD Radeon HD 7750 im Test nicht viel Strom . Sie benötigt nicht einmal einen extra Stromanschluss. Im Leerlauf sind es nur 76 Watt, womit die Karte sehr nah an den Herstellerangaben von 55 Watt dran ist. Schließlich kommt im Test noch die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform hinzu. Unter Last ergibt sich ein Stromhunger von 151 Watt, was ebenfalls sehr genügsam ist. Hier ist klar, dass die Radeon HD 7750 natürlich nicht die Leistung bringt, die ihre großen Brüder locker bewältigen.

Die Unterseite der AMD Radeon HD 7750, an der PC-WELT die Temperatur misst.
Vergrößern Die Unterseite der AMD Radeon HD 7750, an der PC-WELT die Temperatur misst.

Das Formformat der Karte ist ebenfalls sehr schlank, da sie nur einen PCI-Express-Steckplatz belegt. Gang und gäbe sind derzeit zwei Steckplätze. Aus diesem Grund fällt der Lüfter des Referenz-Designs auch recht klein aus. Die Lautstärke im Leerlauf beläuft sich auf 1,9 Sone, wohingegen unter Last der Lüfter auf 2,6 Sone hochdreht. Für eine Einsteiger-Grafikkarte sind das misserable Werte - bei der Kühler-Lüfter-Kombination der Referenzkarte hat AMD Käse abgeliefert.

Sie können jedoch davon ausgehen, dass die Grafikkarten-Hersteller vernünftige eigene Kühllösungen parat haben. Des Weiteren ist die Grafikkarte mit ihren 17 Zentimetern recht kurz geraten, was Nutzer mit Mini-ITX-Gehäusen freuen dürfte. Zur Temperaturentwicklung der AMD Radeon HD 7750: Im Idle-Betrieb messen wir 43 Grad Celsius, unter Last sind es noch vertretbare 69 Grad Celsius.

Fazit zur AMD Radeon HD 7750: Klein aber fein

AMD Radeon HD 7750: Für Office- und Multimedia-Anwendungen uneingeschränkt geeignet.
Vergrößern AMD Radeon HD 7750: Für Office- und Multimedia-Anwendungen uneingeschränkt geeignet.

Insgesamt zeigte der Test der AMD Radeon HD 7750, dass die Grafikkarte kein Leistungswunder ist, jedoch recht passable Ökonomie-Eigenschaften aufweisen kann: geringer Stromverbrauch, moderate Hitzeentwicklung und ein günstiger Preis, da die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers bei günstigen 109 Euro liegt. Schrauben Sie Ihre Erwartungen und die Grafikeinstellungen bei Spielen herunter, dann erhalten Sie noch akzeptable Ergebnisse mit der kleinen Karte. Dass sie mit den aktuellen Spitzenmodellen aber nicht mithalten kann, sollte aber von vornherein klar sein.

Die AMD Radeon HD 7750 eignet sich aber uneingeschränkt für Office- und Multimedia-Anwendungen und passt auch optimal in einen kleinen Wohnzimmer-PC. In der Einsteigerklasse kann die AMD Radeon HD 7750 auf jeden Fall durch die moderne Technik punkten, beispielsweise durch den Multi-Monitorbetrieb via Eyefinity 2.0, mit dem Sie ohne zusätzliche Display-Adapter wie dem Sapphire Vid-2X bis zu fünf Displays gleichzeitig ansteuern können.

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