SSD-Festplatten im Vergleich

Test: Solid State Drives ab 240 Gigabyte

Freitag den 13.06.2014 um 10:44 Uhr

von Michael Schmelzle

Bildergalerie öffnen SSD-Festplatten ab 240 GB im Test
Solid State Drives packen Datenraten von über 500 Megabyte pro Sekunde. Zudem haben sich die Kosten für eine SSD innerhalb des letzten Jahres nahezu halbiert - das Gigabyte gibt es schon für knapp 40 Cent. PC-WELT hat ein Dutzend Modelle ab 240 GB im Test und sagt Ihnen, welche Flashspeicher-Festplatte ihr Geld wert ist.
Solid State Drives sind herkömmlichen Festplatten in Sachen Zugriffszeit und Datenrate haushoch überlegen - und inzwischen auch bezahlbar. Wozu also noch warten, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Ihren PC oder Ihr Notebook mit einer Solid State Drive aufzurüsten.
Wir sagen Ihnen, auf was Sie beim Kauf achten sollten und welche Modelle empfehlenswert sind.

Tempo-Unterschiede sind mess-, aber in der Praxis kaum noch spürbar

Ob der Rechner eine Sekunde schneller startet, das Programm eine halbe Sekunde flotter einsatzbereit ist oder der Spielstand einen Wimperschlag eher geladen ist - in der Praxis spüren Sie bei der aktuelle SATA-3-Generation kaum noch Geschwindigkeitsunterschiede. Deswegen sollten Sie bei Kauf auch auf Preis, Ausstattung und Service-Leistungen achten.   

Der Preis ist heiß - das Gigabyte gibt es ab 36 Cent.

Brutto-GB-Preis aktueller SSDs
Vergrößern Brutto-GB-Preis aktueller SSDs

Noch vor einem Jahr lag der durchschnittliche Preis für ein Gigabyte SSD-Speicherplatz bei knapp einem Euro. Und Terabyte-Modelle waren bestaunte Exoten - zum Preis eines Highend-Rechners. Mitterweile bekommen Sie bei einigen Modellen das Gigabyte schon für unter 40 Cent . Und 1000-GB-SSDs hat nun auch fast jeder Hersteller im Programm - zum Preis einer Grafikkarte aus der gehobenen Mittelklasse.
Klar werden die Solid State Drive auch in den nächsten Jahren nicht annähernd das Preisniveau von herkömmlichen Festplatten erreichen. Dort gibt es das Gigabyte schon ab 4 Cent. Aber dafür sind SSDs ja auch spürbar schneller!

Test: Die besten 2,5-Zoll-Festplatten

SSD-Lieferumfang vergleichen und Geld sparen

Wenn die SSD für den Desktop-PC gedacht ist, müssen zumindest ein 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen und passende Schrauben beiliegen. Wollen Sie mit Ihrer Betriebssystem-Installation auf die SSD umziehen, sollte auch eine Cloning-Software enthalten sein. Beim Notebook-Upgrade ist dabei ein USB-Festplattengehäuse oder ein USB-auf-SATA-Adapter hilfreich. Als besonders nützlich erweisen sich zudem die SSD-Tools, die automatische Funktionen zur Wartung, Überwachung und Leistungssteigerung der Flashspeicher-Festplatte bieten.

Vorbildlicher Lieferumfang: Kingston HyperX SSD
Vergrößern Vorbildlicher Lieferumfang: Kingston HyperX SSD
© Kingston

Zudem sollte sich die SSD-Firmware aktualisieren lassen, denn die Controller-Hersteller verbessern kontinuierlich die Effizienz und beheben Fehler. Das sorgt für mehr Leistung und erhöht die Datensicherheit. Achten Sie also darauf, dass der SSD-Hersteller Updates sowie ein passendes Tool zum Aufspielen neuer Firmware-Versionen anbietet.

Test: Die besten 3,5-Zoll-Festplatten

Bei den technischen Daten müssen Sie vor allem auf die Ausdauer und Zuverlässigkeit achten. Solide Modelle sind für eine Gesamtschreibleistung (TBW) von deutlich über 50 Terabytes und eine mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) von mehr als eine Millionen Stunden spezifiziert. Verschlüsselungs-Techniken bringen hingegen nichts - wenn die NSA Ihre Daten ausspionieren will, nutzen die Amerikaner einfach den passenden Schlüssel.

Test-Fazit: Aktuelle SSDs bietet top Leistung zum attraktiven Preis

Eine moderne SSD bietet meist einen höheren Leistungszuwachs als ein schnellerer Prozessor oder doppelt so viel Arbeitsspeicher. Und das Tempoplus ist unmittelbar spürbar: Starten Sie ein Programm, ist es sofort einsatzbereit. Die rasanten Zugriffszeiten beschleunigen Suchfunktionen. Und dank extrem hoher Transferraten übertragen und sichern Sie Daten in viel kürzerer Zeit.
In vielen Fällen lohnt es sich aber, für eine gehobene Ausstattung, etwas mehr auszugeben. Wenn Sie Ihr Notebook mit einer SSD aufrüsten wollen, kommen noch weitere Vorteile hinzu. Da SSDs keine beweglichen Teile haben, arbeiten sie vollkommen geräuschlos und sind auch viel robuster als herkömmliche Festplatten.
Und das sind die beiden herausragenden SSDs des Vergleichstests:

Testsieger
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Samsung 840 Pro 512GB
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© Samsung

Testsieger: Samsung 840 Pro 512GB

Die Samsung 840 Pro 512GB ist die derzeit beste SSD im Test und überzeugt in allen Wertungskategorien mit guten bis sehr guten Noten. Die SSD bietet Rekord-Datenraten und wieselflinke Zugriffszeiten. Einen DVD-Film (4,2 GB) liest und schreibt die 840 Pro in 12 sowie 13 Sekunden. Und der Kopiervorgang geht mit 21 Sekunden sehr schnell. Sehr hoch fallen auch die sequenziellen Datenraten der Samsung 840 Pro mit durchschnittlich 500 MB/s beim Lesen sowie 460 MB/s beim Schreiben aus. Zudem glänzt die Solid State Drive mit reaktionsschnellen Zugriffszeiten zwischen 0,03 und 0,04 Millisekunden.

Der Lieferumfang überzeugt mit einer Cloning-Software und den nützlichen Magician-Tools. Mit dem Hilfsprogramm können Sie, wie schon bei der 830-Serie, ganz unkompliziert per Mausklick die Firmware über eine Online-Verbindung aktualisieren. Zudem besitzt das Tool-Paket Funktionen zur Leistungssteigerung wie die manuelle Speicherbereinigung "SecureErase". Und Sie können dem SSD-Controller über die Funktion "Over Provisioning" mehr Speicherplatz für das Puffern von Festplattenzugriffen reservieren.

Einziger Kritikpunkt ist der vergleichsweise schwache Befehlsdurchsatz beim zufälligen Schreiben. Mit einem Straßenpreis von aktuell rund 260 Euro ist die Solid State Drive auch ein günstiger Kauf.

Ausführlicher Testbericht: Samsung 840 Pro 512GB

Ab 261 Euro: Der Testsieger Samsung 840 Pro 512GB im Preisvergleich

Preis-Leistungs-Sieger
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Crucial MX100 512GB
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Preis-Leistungs-Sieger: Crucial MX100 512GB

Dank 16-nm-NAND holt sich die Crucial MX100 den Titel "Energieeffizienteste SSD ihrer Klasse". Das gilt allerdings nur für die Leistungsaufnahme unter Last, im Bereitschaftszustand verbraucht die Solid State Drive mehr Energie als die Konkurrenz. Dafür besticht das 512-GB-Modell von Crucial durch schnelle Datenraten, kurze Zugriffszeiten und hohem Befehlsdurchsatz.

Insbesondere die Praxisleistung ist überdurchschnittlich gut. Einen DVD-Film (4,2 GB) liest und schreibt die 512-GB-SSD in jeweils 12 Sekunden. Im Mittel kommt die Crucial-SSD beim sequenziellen Lesen auf knapp 480 MB/s, die Schreibrate beträgt 410 MB/s. Die sehr guten Zugriffszeiten liegen bei maximal 0,03 Millisekunden. Eine sehr gute Punktzahl erreicht die Crucial-SSD auch im PC Mark Vantage. Im Festplatten-Test holt die SSD rund 78.000 Punkte. Im Iometer-Test erreicht die IOPS-Schreibleistung solide 40.000 Befehle/s und die Leseleistung liegt bei sehr guten 63.000 Befehlen/s.

Ausstattung und Lieferumfang sind nur durchschnittlich: Für Einbauschächte mit Standardbauhöhe legt Micron eine Gehäuse-Extension für 9,5 Millimeter Bauhöhe bei. Programme enthält der Lieferumfang der Solid State Drive zwar nicht, dafür liegt der Crucial-SSD eine Download-Code für das Cloning- und Partitionierungs-Programm Acronis True Image HD bei. Daten verschlüsselt die MX100 automatisch im 256-Bit-AES-Verfahren. Dazu gibt es 3 Jahre Herstellergarantie.

Bei einem Straßenpreis von aktuell rund 180 Euro hat die Crucial MX100 ein ausgesprochen attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis: Das Gigabyte kostet Sie netto nur 38 Cent - das ist sehr preiswert.

Ausführlicher Testbericht: Crucial MX100 512GB

Ab 169 Euro: Der Preis-Leistungs-Sieger Crucial MX100 512GB im Preisvergleich

Freitag den 13.06.2014 um 10:44 Uhr

von Michael Schmelzle

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • deoroller 19:58 | 06.02.2013

    Die Plextor M3 ist aber trotzdem eine sehr gute SSD.

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  • Scour 18:16 | 06.02.2013

    Unverständliche Platzierungen und Auswahl

    Die Plextor M3 ist ein Auslaufmodell und nur noch sehr teuer zu bekommen. Wo sind M5S und M5P?

    Die Corsair Neutron GTX so weit hinten, die Kingston V+ 200 so weit vorne? Dieser Test kann doch nicht ernst gemeint sein?

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