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Test: AMD Kabini und Temash

23.05.2013 | 14:30 Uhr |

Mit dem 3,9-Watt-Prozessor Temash bietet AMD erstmals eine APU für Tablets an. Und mit den neuen Kabini-Modellen will AMD den populären Markt der günstigen Sub-Noteboooks aufmischen.

Die neuen Accelerated Processing units (APU) von AMD sind hochintegrierte Chips, die CPU, Grafiklogik, Speicher- und Display-Anbindung sowie moderne Southbrigde-Controller wie SATA 3 und USB 3.0 in einem einzigen Halbleiterbaustein vereinen. AMD spricht bei den APUs berechtigterweise von einem System on a Chip (SoC).  Neben einer kostengünstigeren Produktion bieten die komplexen Chips, die AMD im fortschrittlichen 28-Nanometer-Verfahren von TSMC fertigen lässt, auch handfeste Vorteile im mobilen Einsatz:

Im Vergleich zu Plattformen mit mehreren Halbleiterbausteinen ermöglicht die räumliche Nähe der Rechenwerke und Controller sowie das Architekturdesign aus einer Hand ein energieeffizientes Zusammenspiel aller Einheiten. Zudem sind kompaktere und leichtere Gehäusedesigns mit nur einem Chip leichter zu realisieren und einfacher zu kühlen. Deswegen sind die acht neuen APUs der Kabini- und Temash-Baureihe hauptsächlich für leichte Notebooks sowie Windows-8-Tablets gedacht.

APU-Architektur von Kabini und Temash

Architektur von Kabini und Temash
Vergrößern Architektur von Kabini und Temash

Die Dual- und Quad-Cores basieren auf dem Jaguar-Prozessorkern, der auch in der Playstation 4 und  Xbox One zum Einsatz kommt. Das CPU-Die eines Jaguars fällt mit 3,1 Quadratmillimetern gegenüber dem Vorgänger "Bobcat" (4,9 mm 2 ) deutlich kleiner aus. Der x86-Core beherrscht aktuelle Befehlssatzerweiterungen wie AES, AVX und SSE bis hin zur Version 4.2. Die wichtigste Verbesserung gegenüber der Vorgänger-Architektur soll in der effektiveren Anbindung und Nutzung des 1 bis 2 Megabyte großen L2-Cache liegen.

GCN-Architektur der Grafiklogik Radeon HD 8000
Vergrößern GCN-Architektur der Grafiklogik Radeon HD 8000

Ein weiteres Ass im Ärmel von AMD ist die eingeschränkt spieletaugliche DirectX-11.1-Grafiklogik Radeon 8000. Sie basiert auf der GCN-Architektur ( Graphics Core Next ) der Sea-Island-Generation und besitzt durchgängig bei allen APU-Varianten 128 Shader-Rechenkerne. Leistungsunterschiede erfolgen also alleine über die GPU-Taktraten. Die 8000er-Grafiklogik bringt nicht nur einen leistungsfähigen Videodecoder und -encoder, sondern auch ein GPU-beschleunigtes Software-Paket mit Bildbearbeitung,Gesichtserkennung, Gestensteuerung, Streaming-Player, drahtloser Bildschirm-Spiegelung per DLNA und Android-Emulator "Bluestacks" mit.

Ein GPU-beschleunigtes Software-Paket gibt es bei Notebooks und Tablets mit Kabibi- und Temash-APU inklusive: AMDs "Elite Experience Bundle"
Vergrößern Ein GPU-beschleunigtes Software-Paket gibt es bei Notebooks und Tablets mit Kabibi- und Temash-APU inklusive: AMDs "Elite Experience Bundle"

Die APU-Baureihe Kabini mit einer maximalen Verlustleistung zwischen 9 und 25 Watt ist für kompakte und leichte Notebooks bis zu einer Displaydiagonale von 15 Zoll konzipiert. Neben den zwei Quad-Cores A4 und A6 mit Taktraten bis 2 Gigahertz bietet AMD noch die Doppelkern-Varianten E1 und E2 an, die mit Frequenzen zwischen einem und 1,65 Gigahertz arbeiten. Die Grafiklogik Radeon HD 8000 unterscheidet sich nur in der Taktfrequenz, die zwischen 300 und 600 Megahertz variiert. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten technischen Daten aller Kabini-APUs im Vergleich auf:  

APU

Verbrauch

Kerne

Takt

L2-Cache

Grafik

Takt

Shader

Speicher

A6-5200

25 Watt

4

2 GHz

2 MB

HD 8400

600 MHz

128

DDR3-1600

A4-5000

15 Watt

4

1,5 GHz

2 MB

HD 8330

500 MHz

128

DDR3-1600

E2-3000

15 Watt

2

1,65 GHz

1 MB

HD 8280

450 MHz

128

DDR3-1600

E1-2500

15 Watt

2

1,4 GHz

1 MB

HD 8240

400 MHz

128

DDR3-1333

E1-2100

9 Watt

2

1 GHz

1 MB

HD 8210

300 MHz

128

DDR3-1333

Mit Temash bietet AMD erstmals auch drei APUs für Tablets an. Hier ist die maximale Verlustleistung mit Werten zwischen 4 und 9 Watt naturgemäß deutlich enger gefasst als bei Kabini. Entsprechend muss AMD hier auch die Prozessorfrequenzen auf 1 bis 1,4 GHz und die Grafikchip-Taktraten auf 225 bis 400 MHz drosseln. Eine Besonderheit bietet das Temash-Modell A6-1450 mit dem „Turbo Dock“-Modus: Dockt ein (Hybrid)-Tablet an eine entsprechend angepasste Basisstation oder Tastatur an, arbeitet  die APU mit einem um 400 respektive 100 MHz höheren CPU- sowie GPU-Takt. Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich der wichtigsten technischen Daten der Temash-APUs: 

APU

Verbrauch

Kerne

Takt

L2-Cache

Grafik

Takt

Shader

Speicher

A6-1450

8 Watt

4

1 - 1,4 GHz

2 MB

HD 8250

300/400 MHz

128

DDR3-1066

A4-1250

9 Watt

2

1 GHz

1 MB

HD 8210

300 MHz

128

DDR3-1333

A4-1200

4 Watt

2

1 GHz

1 MB

HD 8180

225 MHz

128

DDR3-1066

AMD hat uns ein Prototypen-Notebook mit der Kabini-APU A4-5000 zum Test zur Verfügung gestellt. Auf der nächsten Seite haben wir die Ergebnisse gängiger Benchmarks aufgelistet und mit der Konkurrenz verglichen.

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