Targa Ultra AN64 3400+ (Lidl, März 2005)

Dienstag, 08.03.2005 | 10:23 von Martin-Roger Jones
Anfang März ist wie jedes Jahr die Zeit der Discounter-PCs. Doch diesesmal ist alles anders: Kamen die Geräte von Lidl und Aldi bislang immer mit einigem Abstand, so gibt es nun beide am gleichen Tag zu kaufen. Als erstes haben wir uns den Lidl-Rechner Targa Ultra AN64 3400+ angesehen.

Targa Ultra AN64 3400+ (Lidl, März 2005)

Anfang März ist wie jedes Jahr die Zeit der Discounter-PCs. Doch diesesmal ist alles anders: Kamen die Geräte von Lidl und Aldi bislang immer mit einigem Abstand, so gibt es nun beide am gleichen Tag (9. März 2005) zu kaufen. Als erstes haben wir uns den Lidl-Rechner Targa Ultra AN64 3400+ angesehen.

Besondere Komponenten - Rätsel im pcwelt.de-Forum
Das Herz dieses Lidl-PCs ist ein AMD Athlon 64 3400+ im Sockel 939. Er arbeitet auf einer geringfügig für Targa modifizierten Hauptplatine Gigabyte GA-K8NF-9, auf Basis des Chipsatzes Nvidia Nforce 4. Sie ist mit zwei 512 MB DDR-SDRAM-Speicherriegeln von Swissbit bestückt.
Viele Rätsel gab die Grafikkarte unseren Foren-Usern auf: Targa bezeichnet die passiv mittels Heatpipe gekühlte Gigabyte-Grafikkarte GV-NX66128DP als "Nvidia Geforce 6645". Was steckt dahinter?
Wir haben nachgemessen und uns auch bei Nvidia erkundigt. Das Ergebnis: Es handelt sich um eine Karte mit dem Nvidia Geforce 6600 mit 425 MHz Chiptakt und 250 MHz (500 MHz effektiv) Speichertakt. In unserem Grafikkartentestsystem erreichte sie Benchmarkresultate, die zwischen Geforce 6600 und 6600 GT liegen.

Ergebnisse des Grafikartentests




Test
Nvidia
Geforce 6645
(Grafikkarte
aus Lidl-PC)
Nvidia
Geforce 6600
(Albatron Trinity
Geforce 6600)
Nvidia
Geforce 6600GT
(MSI NX6600GT-
TD128)
Code Creatures
1024x768, 2xAA
4266 Punkte
3998 Punkte
6495 Punkte
Aquamark 3
1024x768, 2xAA
36,53 Bilder/s
32,03 Bilder/s
51,97 Bilder/s
Code Creatures
1024x768, 4xAA
2925 Punkte
2760 Punkte
4748 Punkte
Aquamark 3
1024x768, 4xAA
29,32 Bilder/s
25,26 Bilder/s
44,49 Bilder/s

Benchmarkresultat: Schneller Multimediarechner
Unsere Benchmarks absolvierte der Targa Ultra AN64 3400+ sehr flott. In den 3D-Tests unserer Komplettsystem-Benchmarks lag der Rechner zwischen den Geräten mit Nvidia Geforce 6600 und 6800.

Ergebnisse der PC-Benchmarks


Office

Grafik
Multi-
media

3D
All-
Over
Targa Ultra AN64 3400+
Nvidia Geforce 6645
(Lidl, März 2005)
4:45
Minuten
7:53
Minuten
16:19
Minuten
34,3
Bilder/s
678
Punkte
Gericom Frontman
Nvidia Geforce 6600
(Plus, Februar 2005)
10:03
Minuten
26:36
Minuten
24:20
Minuten
30,1
Bilder/s
246
Punkte
Wortmann Terra Filia MWS 3000 i8-3.2T
Nvidia Geforce 6800 LE
(Test in PC-WELT 11/04)
7:58
Minuten
8:15
Minuten
17:46
Minuten
38,7
Bilder/s
610
Punkte
Medion Titanium 8383 XL
Nvidia Geforce 6610 XL
(Aldi, November 2004)
8:36
Minuten
12:38
Minuten
17:25
Minuten
39,7
Bilder/s
565
Punkte
Targa Visionary PCX 3200
ATI Radeon X600
(Lidl, Oktober 2004)
7:42
Minuten
10:50
Minuten
18:30
Minuten
21,5
Bilder/s
444
Punkte

Reichhaltige Ausstattung
Die Ausstattung kann sich sehen lassen - soviel Zubehör wie beim Targa Ultra AN64 3400+ war bislang nicht bei einem Discounter-PC dabei. Für unter 1000 Euro erhält der Käufer unter anderem einen TV-Tuner für Analog-/Digital-Empfang, ein Headset (zum Telefonieren mit der mitgelieferten Voice-over-IP-Software Ahead SIPPS), und 1 Firewire-Schnittstelle nach dem neuem, schnellen IEEE1394b-Standard, der mit 800 MBit/s doppelt so schnell wie der alte IEEE1394a-Standard ist. Allerdings gibt es noch kaum Peripheriegeräte mit dieser schnellen Schnittstelle. Weiterhin gibt's WLAN und Bluetooth jeweils über USB-Adapter, einen USB-Stick mit 128 MB und sogar eine Webcam.
Zur mitgelieferten Software gehört unter anderem die Nero 6 OEM-Suite, die Microsoft Works Suite 2005 (inklusive MS-Word), Pinnacle Studio und Cyberlink Power Cinema 6ch.

Erträgliches Betriebsgeräusch - hoher Stromverbrauch im Standby
Trotz der weiter verbesserten Leistung des Lidl-PCs war unser Testgerät im Ruhezustand mit 28,0 dB(A) kaum zu hören. Unter Vollast war er allerdings etwas lauter: 35,4 dB(A) haben wir gemessen.
Trotz der hervorragenden Leistung hielt sich der Stromverbrauch im Betrieb in Grenzen: Wir haben verhältnismässig moderate 89,1 Watt gemessen. Ausgeschaltet über den Netzschalter an der Geräterückseite waren es jedoch noch 0,2 Watt, und wer nur den Schalter vorne vorne benutzt, muss mit hohen 6,2 Watt leben. Noch schlechter sieht es im Standby-Modus aus: Hier verbrät der PC stolze 9,5 Watt. Unsere Empfehlung: Wenn Sie den PC nicht benötigen, schalten Sie ihn nach dem Herunterfahren über den Schalter hinten am Netzteil oder über eine Steckerleiste aus.

Gute Dokumentation
Vorbildlich: Das umfangreiche Handbuch beschreibt nicht nur Hard- und Software en detail, sondern enthält auch für Einsteiger eine gut verständliche Einführung in die Materie. Auch die Faltblätter für Lieferumfang und Anschlussmöglichkeiten sind für weniger bedarfte Anwender hilfreich.

Fazit
Der aktuelle Lidl-PC ist ein ordentlicher Multimedia-Bolide, dessen Ausstattung insbesondere für Videobearbeitung kaum Wünsche offenlässt. Dank der sehr vorbildlichen Dokumentation finden sich auch Einsteiger damit zurecht, auch wenn die Leistung und die vielfältige Ausstattung für diese Anwender wohl völlig überdimensioniert ist. Ob Profis mit einem selbst zusammengestellten Rechner wirklich billiger fahren, hängt auch von der gewünschten Software ab.

Update: Nachdem im PC-WELT-Forum über den Prozessor des Lidl-PCs gerätselt wurde, hat unser CPU-Spezialist Michael Schmelzle diesen genauer angesehen: hier .

Dienstag, 08.03.2005 | 10:23 von Martin-Roger Jones
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