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Hybrid-Geräte

Tablet oder Notebook? Am besten beides: 2in1-Geräte im Test

02.07.2014 | 09:00 Uhr |

Mit einer Kombination aus Tablet und Notebook bekommen Sie zwei Geräte zum Preis von einem. Welcher Tablet-Notebook-Hybrid dieses Versprechen am besten erfüllt, erfahren Sie in unserem Test.

Es gab eine Zeit, da waren Drucker und Scanner einzelne Geräte. Jetzt werden fast nur noch Multifunktionsdrucker verkauft, die beide Fähigkeiten vereinen. Viele Hersteller - vor allem von Geräten mit Windows 8 - setzen darauf, dass dies auch bei Tablets und Notebooks passieren wird. Denn die 2in1-Geräte können Sie als Tablet und als Notebook nutzen, sie lassen sich per Finger über einen Touchscreen oder per Tastatur bedienen.

Zweifacher Vorteil: Für wen sich 2in1-Geräte lohnen

Es ist nicht erstaunlich, dass auf den meisten 2in1-Geräten Windows 8 installiert ist. Denn die doppelte Bedienung mit Touch und Tastatur eignet sich optimal für die beiden Windows-Oberfläche. In der Kachel-Oberfläche können Sie angepasste Apps am schnellsten mit dem Finger bedienen, wechseln Sie in den Desktop-Modus, nutzen Sie die Tastatur. So können Sie für jedes Programm und jeden Einsatzzweck immer die passende Eingabemethode wählen – egal, ob Sie schnell im Internet recherchieren, per App einkaufen oder für Beruf oder Studium Texte und Präsentationen erstellen müssen.

Im Handumdrehen vom Tablet zum Notebook: 2in1-Geräte wie das HP Pavilion x360 sind sehr beweglich
Vergrößern Im Handumdrehen vom Tablet zum Notebook: 2in1-Geräte wie das HP Pavilion x360 sind sehr beweglich
© HP

Deshalb eignen sich 2in1-Geräte vor allem für Anwender, die ihr mobiles Device sowohl privat wie beruflich nutzen wollen, aber kein Budget für ein Spaß-Tablet und ein Arbeits-Notebook haben. Oder einfach keine Lust, immer zwei Geräte mit sich herumzutragen.

Flexibel und leistungsfähig, aber teuer: Lenovo Yoga 2 Pro
Vergrößern Flexibel und leistungsfähig, aber teuer: Lenovo Yoga 2 Pro
© Lenovo

Zum Umlegen und Stecken: So funktionieren 2in1-Geräte

Um Tablet und Notebook in einem Gerät zu verbinden, setzen die Hersteller entweder auf einen Drehmechanismus, mit dem sich der Bildschirm so auf die Tastatur legen lässt, dass Sie das Gerät als Tablet in die Hand nehmen können (Convertible). Oder Bildschirm und Tastatur stecken ineinander – das Display wird dann zum Tablet, wenn Sie den Bildschirm entnehmen. Setzen Sie ihn wieder in die Tastatur, haben Sie ein Notebook (Detachable).

Mit einem Convertible wie dem Lenovo Yoga 2 Pro oder dem HP Die besten Windows-Tablets im TestPavilion 11 x360 haben Sie Tablet oder Notebook immer dabei und können sofort zwischen den beiden Modi wechseln. Außerdem bieten sie meist so viele Anschlüsse wie ein Notebook und häufig auch leistungsfähigere Komponenten, deren Abwärme sich in einem Notebookgehäuse besser kühlen lässt.

Detachable mit Bluetooth-Tastatur: Acer Aspire P3
Vergrößern Detachable mit Bluetooth-Tastatur: Acer Aspire P3

Deswegen sind sie aber auch schwerer als Tablets – und dicker. Denn der Drehmechanismus beansprucht zusätzlich Platz. Bei Detachables wie dem Asus Vivotab dagegen ist der Bildschirm so leicht und dünn wie ein Tablet. Dann passt meist aber nur eine rechenschwache Atom-CPU hinein. Tablets mit Core-CPU wie das Microsoft Surface 2 Pro wiegen dagegen über 900 Gramm. Dafür sitzen dann in der Docking-Tastatur häufig zusätzliche Anschlüsse, ein zweiter Akku oder sogar eine Festplatte wie beim Asus Transformer Book. Beim TransformerBook Trio geht Asus noch einen Schritt weiter: Abgesteckt arbeitet der Bildschirm nicht nur als Tablet, sondern wechselt das Betriebssystem – von Windows zu Android. Im Docking-Gehäuse steckt ein Windows-PC, den Sie nutzen können, wenn Sie es per HDMI mit einem Monitor verbinden.

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Da bei vielen Detachables der Bildschirm schwerer als die Docking-Tastatur ist, stehen sie im Notebook-Modus instabil. Auf den Oberschenkeln platziert, lässt sich diese Konstruktion nur unbequem nutzen. Gleiches gilt für Detachables, die eine Bluetooth- statt einer Ansteck-Tastatur nutzen wie das Acer Iconia W700 : Die Tastatur steckt in einer Schutzhülle fürs Tablet, so lassen sich beide Teile bequem transportieren. Microsoft setzt beim Surface auf eine sehr flache Tastatur, die magnetisch am Tablet steckt: Das macht die gesamte Konstruktion leichter als ein Convertible oder Detachable. An den flachen beziehungsweise fehlenden Tastenhub des Type- und des Touch-Covers muss man sich aber erst gewöhnen.

Das Surface 2 ist ein sehr gutes 2in1 - es hat nur einen Fehler: Windows RT
Vergrößern Das Surface 2 ist ein sehr gutes 2in1 - es hat nur einen Fehler: Windows RT
© Microsoft

Gewicht und Akkulaufzeit

2in1-Geräte sollen Notebook und Tablet ersetzen – und natürlich Gewicht sparen, wenn Sie nur noch ein statt zwei Geräte mitnehmen müssen. Convertibles sind ungefähr so leicht wie ein 13-Zoll-Ultrabook, aber dicker. Das Lenovo Yoga 2 Pro kommt beispielsweise auf 1390 Gramm. Bei den Detachables geht die Federgewichtskrone an das Microsoft Surface 2: Es wiegt 656 Gramm als Tablet, mit Tastatur rund 850 Gramm. Das Surface 2 Pro kommt mitsamt Tastatur auf knapp über 1100 Gramm. Daher ist es das ideale 2in1 für unterwegs – wenn Sie mit der flachen Tastatur zurechtkommen. Detachables mit Docking-Tastatur wiegen meist rund 1,5 Kilogramm.

Bei der Akkulaufzeit müssen Sie sich zwischen Ausdauer und Rechenkraft entscheiden: Beides zusammen ist selten. Das Microsoft Surface 2 beispielsweise hält über zehn Stunden beim WLAN-Surfen durch, arbeitet aber mit Windows RT und einem sparsamen, aber nicht sehr schnellen Nvidia Tegra 4. 2in1-Geräte mit Intel Atom erreichen über acht Stunden.

Wenn Sie aber unterwegs nicht nur Filme schauen oder surfen wollen, sondern auch Texte und Präsentationen anfertigen, vielleicht Bildbearbeitung durchführen – oder sogar alles zusammen, dann kommt nur ein 2in1 mit Intel Core-Prozessor in Frage: Seine Recheneffizienz, also Leistung pro Watt, liegt deutlich höher als beim Atom. Die Laufzeit von Core-Geräten liegt bei rund sechs Stunden. Ausnahme ist das Lenovo Yoga 2 Pro, das 7,5 Stunden erreicht.

2in1 mit enormer Auflösung: Das Lenovo Yoga 2 Pro zeigt 3200 x 1800 Bildpunkte auf 13,3 Zoll Diagonale
Vergrößern 2in1 mit enormer Auflösung: Das Lenovo Yoga 2 Pro zeigt 3200 x 1800 Bildpunkte auf 13,3 Zoll Diagonale
© Lenovo

Ein 2in1 ist nur so gut wie sein Bildschirm

Zweites Kernkriterium für ein 2in1 ist die Bildschirmqualität: Nur wenn das Display hell und blickwinkelstabil ist, Farben satt darstellt und einen hohen Kontrast zeigt, eignet es sich für Multimedia-Spaß und Arbeit gleichermaßen. Dazu sollte eine hohe Auflösung kommen. Dadurch bekommen Sie mehr Bildinhalt auf dem Display unter. Die scharfe Darstellung erleichtert Lesen ebenso wie es Details bei Fotos und Filmen betont.

Die höchste Auflösung zeigt das Lenovo Yoga 2 Pro mit 3200 x 1800 Bildpunkten. Für die meisten Anwendungen ist allerdings eine Full-HD-Auflösung wie im Surface 2 (Pro) sinnvoller. Trotz hoher Helligkeit fällt die Bildqualität von 2in1-Geräten mit geringer Auflösung wie dem Aspire P3 oder dem Asus Vivotab TF810 dagegen ab, weil die Darstellung recht grob wirkt.

Die Messergebnisses belegen: In den beiden Surface-Tablets von Microsoft sitzen die besten Panels. Ebenfalls empfehlenswert bei der Bildqualität ist das Convertible Lenovo Yoga 2 Pro und das Detachable Acer Iconia W700.

Das beste 2in1-Gerät: Fazit

Flexibel und leistungsfähig, aber teuer: Lenovo Yoga 2 Pro
Vergrößern Flexibel und leistungsfähig, aber teuer: Lenovo Yoga 2 Pro
© Lenovo

Das beste Convertible ist das Lenovo Yoga 2 Pro. Es vereint hohe Rechenleistung, hohe Bildschirmauflösung und ansprechende Akkulaufzeit. Bei den Detachables holt sich das Microsoft Surface 2 Pro den Sieg: Es ist leichter, dünner, aber genauso leistungsstark. Allerdings liegt es bei der Akkulaufzeit zurück. Mit beiden können Sie problemlos ein Ultrabook ersetzen – zahlen dafür aber auch genauso viel. Etwas günstiger kommen Sie mit dem Acer Iconia W700 weg, das aber schwerer ist und nur mit einer unbequemen Bluetooth-Tastatur zum Notebook wird.

Leichte Tastatur, leistungsstarkes Windows-Tablet: Microsoft Surface 2 Pro
Vergrößern Leichte Tastatur, leistungsstarkes Windows-Tablet: Microsoft Surface 2 Pro
© Microsoft

Ausreichende Rechenleistung bringt auch das Microsoft Surface 2 mit. Außerdem kostet es nur rund 400 Euro, was angesichts seiner langen Akkulaufzeit und seines sehr guten Displays ein Schnäppchenpreis ist. Sein einziger Fehler: Es arbeitet mit Windows RT, unterstützt also keine Standard-Windows-Programme.

Günstige 2in1-Geräte wie das HP Pavilion 11 x360 haben zwar einen enormen Preisvorteil, können aber weder Tablet noch Notebook wirklich ersetzen. Dafür ist die Rechenleistung zu gering, die Akkulaufzeit zu kurz und die Bildschirmqualität zu schwach.

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