Amazon Kindle Fire HD 7.0 32GB Wi-Fi schwarz

30.11.2011, 13:30

Thomas Rau, Christian Remse

Tablet-PC

Amazon Kindle Fire im Test

Der Kindle Fire ist in den USA ein Erfolgsschlager. Warum das 7-Zoll-Tablet von Amazon tatsächlich der größte Konkurrent des Apple iPad 2 werden kann, erfahren Sie im Test.
Das soll das Tablet der Zukunft sein? Das Gerät, von dem Experten behaupten, es wird die Konkurrenz für das iPad werden? Der erste Kontakt mit dem Amazon Kindle Fire löst wenig Euphorie aus: Der iPad-Killer kommt im umweltfreundlichen, aber schmucklosen Pappkarton. Drinnen sind das Tablet und ein Netzteil – das war’s. Aber für 199 Dollar darf man nicht mehr erwarten, oder?
Gehäuse und Verarbeitung des Kindle Fire wirken dagegen ganz und gar nicht billig: Wenn man das Tablet sehr fest drückt, knarzt das Gehäuse zwar etwas. Aber insgesamt ist es stabil verarbeitet und liegt angenehm griffig in der Hand. Ein besonderer Handschmeichler ist die gummierte Rückseite. Durch den kleineren Bildschirm ist das Kindle Fire deutlich kompakter und leichter als das iPad 2: Zu den leichtesten 7-Zoll-Tablets gehört es mit 407 Gramm aber nicht.

Amazon Kindle Fire: Kleiner Preis, wenig Ausstattung

Die Hardware-Ausstattung ist bescheiden, selbst für 200 Dollar: Der interne Speicher ist 8 GB groß, davon sind für Nutzer-Dateien rund 6,5 GB verfügbar. Aufrüsten lässt er sich nicht, denn ein Kartenleser fehlt. Ins Internet kommt man nur per WLAN, das Kindle mFire hat kein 3G. Per Micro-USB-Anschluss lässt er sich an Notebook oder PC anschließen: Auf diese Weise kann man auch Dateien auf das Tablet übertragen. Daneben sitzt ein Kopfhöreranschluss. Eine Kamera? Fehlanzeige!
Doch beim Kindle Fire geht es nicht um die Hardware: Amazon positioniert das Kindle Fire als günstigen Zugang für die eigenen Inhalte – einen Warenhauskatalog im Tablet-Format. In Deutschland funktioniert das noch nicht: Apps fürs Kindle Fire bekommen Sie nur aus dem App Store von Amazon, auf den Sie aus Deutschland nicht zugreifen können. Apps aus dem Android Market lassen sich nicht installieren, im Test funktionierte das Aufspielen von APK-Dateien aber in vielen Fällen. Das Streamen von Videos oder der Filmkauf über Amazon klappt in Deutschland ebenso wenig wie das Kaufen und Abspielen von Musik über den Amazon Cloud Player. Wer Webspeicher bei Amazon hat, kann mit dem Kindle Fire von Deutschland aus immerhin auf den Cloud Drive zugreifen.


Amazon Kindle Fire mit eigenem Android

Das Amazon Kindle Fire läuft mit Android: Das merken Sie nicht, denn Amazon hat eine eigene Bedieneroberfläche über das Google-Betriebssystem gelegt: An keiner Stelle bekommen Sie Zugriff auf Android 2.3.4, das den Kindle Fire antreibt. Nur an den Symbolen der unteren Bildschirmleiste oder der grafischen Darstellung der Kontextmenüs lässt sich die Nähe zu Android erkennen.
Auf der Startseite des Kindle Fire finden Sie oben die zuletzt aufgerufenen Inhalte in einer Karusselansicht: Dort finden sich zum Beispiel Apps, Webseiten, Bücher, Videos, Musikstücke. Durch diese Ansicht blättern Sie sehr flüssig, teilweise sogar zu schnell, um gezielt ein bestimmtes Objekt aufzurufen. Außerdem geht die Übersicht bei vielen Inhalten verloren.
Im Alltag nutzt man daher eher das Favoriten-Regal unter der Karusselansicht oder man navigiert direkt zu einzelnen Kategorien wie Newsstand, Books, Music, Video, Docs, Apps und Web. Oder man nutzt das Freitext-Suchfeld, das sich ebenfalls oben auf dem Startbildschirm befindet.
Obwohl das Kindle Fire nicht auf Android 3.0 (Honeycomb) aufsetzt, läuft die Bedienung ausschließlich über Touch-Befehle. Außer dem Einschaltknopf gibt es keine mechanischen Tasten. Am oberen Bildschirmrand öffnet man per Fingerstreich eine Hinweisleiste (Notification Bar). Dort kann man die Display-Rotation sperren, Lautstärke, Helligkeit, WLAN sowie den Datenabgleich regeln und kommt in weitere Einstellungsmenüs. Am unteren Rand werden beim Start einer App die Navigations-Symbole für Home, Zurück, Kontextmenü und Suche eingeblendet sowie je nach App weitere Optionen.
Im Amazon Kindle Fire sitzt ein Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments: In der Praxis ist das Kindle Fire daher ähnlich schnell wie aktuelle Android-Tablets mit dem Nvidia Tegra 2. Die schneiden in den Browser-Benchmarks Sunspider und Browsermark etwas schneller ab.
Dafür lädt das Kindle Fire einige Webseiten etwas schneller als die Android-Konkurrenz: Im Test machte sich das vor allem bei umfangreichen Webseiten wie www.pcwelt.de oder www.spiegel.de bemerkbar – und seltsamerweise nur dann, wenn wir im Browser die Option „Accelerated Page Loading“ abschalteten. Genau diese Funktion soll den Amazon-Browser aber schneller als andere Android-Browser machen: Denn dann nutzt er die Amazon-Server als Proxy, um Webseiten zu komprimieren und zu speichern. Im Test benötigte das Kindle Fire mit dieser Turbo-Option aber über fünf Sekunden länger zum Laden der PC-WELT-Webseite und rund vier Sekunden länger bei www.spiegel.de.
Webseite Ladezeit (Sekunden)
www.pcwelt.de 10,4
www.pcwelt.de (Fast Page Loading aus) 5,0
www.spiegel.de 13,9
www.spiegel.de (Fast Page Loading aus) 9,8
www.sourceforge.net 5,6
www.sourceforge.net (Fast Page Loading aus) 4,9
Das 7-Zoll-Display des Kindle Fire zeigt 1024 x 600 Pixel. Es ist angenehm hell und besitzt einen guten Kontrast: Die Bildqualität ist deutlich besser als in dieser Preisklasse üblich – Fotos und Filme sehen auf dem Kindle Fire sehr gut aus. Das Amazon-Tablet gibt MP4-Videos in Full-HD flüssig wieder, auch solche, die in H.264 High Profile kodiert sind: Tablets mit Tegra 2 scheitern daran. Im Gegenzug laufen Filme im AVI- und MKV-Container aber nur mit Bildfehlern – das können andere Android-Tablets besser.
Android sehen Sie nicht, das Ruckeln aber schon
Beim Blättern, Vergrößern oder Verschieben von Webseiten arbeitet das Amazon Kindle Fire ähnlich ruckelnd wie die meisten Android-Tablets. Auch beim Blättern durch die Tablet-Menüs zittert der Bildlauf sichtbar. Die Pinch-Zoom-Geste funktioniert flüssig, aber leicht verzögert. Fotos verschieben sich dabei seitlich weg von dem Bereich, den man aufzoomen will. Für das Drehen des Bildinhaltes braucht das Amazon-Tablet knapp drei Sekunden.
Die Bedieneroberfläche ist in erster Linie auf die Amazon-Dienste zugeschnitten. Dadurch wirkt sie aufgeräumter als bei anderen Android-Tablets. Schneller oder einfacher lässt sich das Kindle Fire dadurch aber nicht bedienen – die Referenz bleibt hier nach wie vor das iPad 2.
Erst zusammen mit den Inhalten von Amazon läuft das Kindle Fire zu wahrer Stärke auf. In Deutschland sind die meisten gesperrt: Deshalb haben wir das Kindle Fire auch in den USA getestet: Was das Amazon-Tablet amerikanischen Käufern bietet, lesen sie auf der nächsten Seite.
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