Test Audio

Für Weihnachten: 7 Heimkino-Lautsprecher im Vergleichstest

Mittwoch, 30.11.2011 | 10:50 von Eugen Schmitz
Surround-Lautsprecher Nubert DS-301
Vergrößern Surround-Lautsprecher Nubert DS-301
© Nubert
Das Fernsehbild in HD, der Ton nur in Stereo? PC-WELT hat 7 aktuelle Heimkino-Lautsprecher-Sets getestet. Zwei davon spielten den Rest an die Wand.
Für Heimkinoton-Lautsprecher gibt es eine Standardsortierung: Die Boxen vorne für die Stereo-Kanäle sind groß, die Surround-Lautsprecher hinten klein, der Center in der Mitte liegt quer. Bei letzterem sind sich die Hersteller einig, bei den Surround-Lautsprechern nicht: Canton, JBL, Nubert und Yamaha setzen auf große Front- und kleine Effekt-Lautsprecher. Elac, KEF und Teufel schicken für die Beschallung von vorne und von hinten gleiche Boxen ins Rennen.

Besonders auffällig ist das KEF T105 System: Die fünf Boxen sind gleich groß und machen mit ihrer geringen Bautiefe jedem Flachfernseher Konkurrenz. Da bietet sich die Wandmontage an. Passende Halterungen legt der Hersteller gleich mit in den Karton. Mit Eleganz buhlt der Berliner Direktversender Lautsprecher-Teufel auch um das Wohlwollen der Hausfrau: Die schlanken Alu-Säulen des LT5 Set L lassen sich unauffällig in den Zimmerecken platzieren. Der dazugehörige Subwoofer nicht: Seine Standfläche ist größer als eine aufgeklappte PC-WELT. Dazu ragt er je nach Sichtweise bedrohliche oder vielversprechende 60 Zentimeter in die Höhe.

Die KEF-T-105-Boxen sind ohne Standfuß nur 4 cm
flach.
Vergrößern Die KEF-T-105-Boxen sind ohne Standfuß nur 4 cm flach.
© KEF

Die Mitglieder der JBL-Studio-Serie treten mit eigenwilliger Verkleidung an – sieht modern aus, passt aber nicht in jedes Wohnzimmer. Die verbliebene Konkurrenz hält sich klassisch: das Elac-Set mit verdeckter Montage der Lautsprecherchassis im Gehäuse, das Yamaha-Quintett mit weißen Membranen in schwarzglänzender Front, beide mit vergleichsweise kleinen Subwoofern. Die Sets von Canton und Nubert sind sachlicher gestaltet, aber ebenfalls sehr sauber verarbeitet. Ihre Basswürfel bringen fast so viel Gewicht auf die Waage wie der Teufel-Tieftöner.

Kräftemessen der Heimkino-Lautsprecher: Der Canton-Bass kann am tiefsten

Bis auf leicht unruhige Mitten beim JBL- und erheblichem Bassmangel beim KEF-System ermittelte das Labor durchgehend ordentliche Frequenzgänge. Besonders ausgeglichen waren Sie bei den Heimkino-Sets von Canton, Nubert, und Yamaha. Die Elac FS 68.2 reichten zwar nicht so weit herab wie der Sub 2030, konnten Bässe aber lauter wiedergeben. Tiefer und lauter als der Canton Sub 12 spielte bislang noch kein Subwoofer im PC-WELT-Labor auf: Wer die untere Grenzfrequenz von 18 Hz und die verzerrungsfreien Basspegel von bis zu 109 dB zu häufig ausnutzt, lockt damit alle Polizeistreifen des Orts auf die eigene Party.

Beim Showdown im Hörraum zeigten die Studio-Lautsprecher von JBL zwar Spielfreude, doch nicht immer das nötige Feingefühl: Die Höhen neigten zur Schärfe, Instrumente und Stimmen klangen aggressiv. Der kräftige Subwoofer bollerte etwas zu weich. Mit ähnlicher Tendenz bei Höhen und Mitten, aber deutlich strafferen Bässen spielte sich das Teufel-Lautsprecher-Set weiter nach vorn. Das KEF T105 System brachte zwar viele Details zu Gehör, offenbarte aber Schwächen im Grundtonbereich. Und bei höheren Lautstärken war der Subwoofer überfordert.

Deutlich besser: die FS-Kombination von Elac. Sie klang ausgewogen, fein und rund, kein Bereich fiel störend auf. Die Yamaha-NS-500-Serie ging ähnlich musikalisch und ausgewogen, vielleicht sogar eine Spur frischer zu Werke. Um Nuancen konnten sich die Boxen von Canton und Nubert absetzen: Die GLEs mit einem Hauch mehr Souveränität in tiefen Lagen, die Nubert-Boxen mit etwas mehr Detailtreue.

Auch bei Heimkinoton spielten die Boxen von JBL und Teufel etwas aggressiv. Ortbarkeit, Präzision und Bassdruck waren beim Teufel LT „5.1-Set L“ aber eine ganze Klasse besser. Das KEF-System lieferte zwar tolle Mitten und Höhen, der Bass reicht aber nur für kleine Räume. Auch der Elac-Subwoofer strich vergleichsweise früh die Segel. Hier schlug sich das Yamaha-System etwas besser, mit aber etwas dünn klingenden Effekt-Boxen.

Das war aber alles vergessen, wenn die Boxen von Canton und Nubert den Hörraum beschallten. Hier passte alles: tolle Klangfarben, filigrane Feinzeichnung, üppige Räumlichkeit, präzise Ortbarkeit, fetter Bassdruck. Kurzum: Das Hören machte richtig Spaß.

Fazit: Die Sieger im PC-WELT-Vergleichstest

Testsieger: Cantons GLE-Kombi klang ausgewogen, lebendig und räumlich. Dank – wenn es sein muss – brachialer Bassgewalt wird auch anspruchsvolles Action-Kino zum einmaligen Erlebnis – packend. Preis-Leistungs-Sieger: Wer sich das Nubert-Set ins Wohnzimmer stellt, kann im Vergleich zum Testsieger immerhin 300 Euro sparen. Dafür verzichtet man auf das letzte Quentchen Druck. Die Qualitätsunterschiede sind vernachlässigbar gering.

Mittwoch, 30.11.2011 | 10:50 von Eugen Schmitz
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