Strategie

Total War Shogun 2 im Test

Mittwoch den 30.03.2011 um 13:13 Uhr

von Benjamin Schischka

Burgen bauen, Generäle meucheln, Japan erobern – Shogun 2 kocht ein leckeres Echtzeit-Gericht am PC und würzt mit Ninja und Seeschlachten. Dazu reicht der Entwickler eine geschmackvolle Grafik.
Shogun 2: Kampagnenkarte
Vergrößern Shogun 2: Kampagnenkarte
© 2014

„Shikai nami shizuka“ heißt ein japanisches Sprichwort: Ruhig sind die Wellen der vier Meere. Zwar gibt es in Shogun 2 anders als im ersten Shogun-Spiel auch Seeschlachten, so ganz passen mag das Sprichwort trotzdem nicht. Denn Shogun 2 gleicht eher einer tosenden See. Das Strategie-Spiel versetzt Sie zurück in die blutige Zeit der streitenden Reiche – ins Japan des Sengoku-Zeitalters im späten 16. Jahrhundert. Jahrzehntelang bekriegen sich die mächtigsten Fürsten Japans; jeder will der nächste Shogun sein – der oberste Kriegsherr des Landes.

 
In der Einzelspieler-Kampagne sitzen Sie an der Spitze eines Clans und führen ihn mit Diplomatie und Gewalt ins damalige Machtzentrum Kyoto, während die rivalisierenden Clans das gleiche Ziel verfolgen. Alle Clans bilden die gleichen Einheiten aus, haben aber individuelle Stärken. So sind die „Chosokabe“ für ihre besonders treffsicheren Bogenschützen berühmt, während die „Shimazu“ sich dank ihrer günstigen Lage an zusätzlichen Einnahmen aus dem Überseehandel erfreuen.
 
Shogun 2 beginnt auf einer rundenbasierten Übersichtskarte Japans. Dort bauen Sie in Ruhe Burgen, Sake-Schänken oder Häfen in Ihren Provinzen, treiben Handel mit den Nachbarn und verschieben Armeen. Treffen zwei oder mehr feindliche Armeen aufeinander, wechselt das Spiel auf eine kleinere Echtzeit-Karte. Die Ladezeiten sind leider auch auf schnellen Computern arg lange. In den Echtzeit-Schlachten gilt es, den Feind zu vernichten oder wenigstens in die Flucht zu schlagen. Wer lieber baut und verhandelt, kann diese Gefechte vom Computer auswürfeln lassen. Denn abseits der Kämpfe gibt es genug zu tun: Steuern erheben, Erben und Generäle ernennen, Bündnisse schließen, unterlegene Fürsten ins Vasallentum zwingen und Einheiten- und Gebäudeverbesserungen erforschen.
 
Wer seine Männer selbst anführt, kommt aber meistens besser weg. Durch geschickten Einsatz von Feuerpfeilen, Flanken-Angriffen der Kavallerie oder Hinterhalte im Wald versteckter Katana-Samurai lassen sich die gegnerischen Reihen schnell dezimieren. Der Feind agiert im Großen und Ganzen clever, hat aber auch einige unverzeihliche Aussetzer. So konnten wir mit einer kleinen Truppe in aller Ruhe die Mauern einer feindlichen Burg erklimmen, während der Verteidiger seine Abwehr auf der anderen Seite postiert hatte. Unsere dort abgestellte Kavallerie fand er offensichtlich bedrohlicher, während unser Invasions-Trupp nahezu ungestört zum Burgturm spazierte. Ist jener eingenommen, gilt die Schlacht als gewonnen. Trotzdem ist der Weg zum Shogunat steinig: Über unseren Sieg konnten wir uns nicht lange freuen. Ein langjähriger Handelspartner hat unseren Truppenabzug genutzt und ist mit einer gewaltigen Streitmacht in der Heimat eingefallen. Häufiges Speichern ist in Shogun 2 daher Pflicht.

Mittwoch den 30.03.2011 um 13:13 Uhr

von Benjamin Schischka

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