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Hinterland – Das neue Königreich im Test

25.05.2010 | 09:45 Uhr |

Siedeln, bauen, plündern – Hinterland klaut gekonnt bei Diablo II und Dungeon Keeper. Ob das Ergebnis an die Vorbilder heranreicht, lesen Sie im Test.

Das PC-Spiel "Hinterland – Das neue Königreich" ist ein Genre-Mix aus Rollenspiel- und Aufbaustrategie-Elementen. Rollenspiel: Zu Beginn basteln Sie sich einen Charakter aus 22 Vorlagen – etwa einen menschlichen Söldner, einen elfischen Bogenschützen oder einen Ork-Schamanen. Jede Klasse verfügt über andere Vor- und Nachteile. Beispiel: Der Senneschall erwirtschaftet mehr Gold, steckt aber weniger Prügel ein als der Söldner.

Ihren Charakter steuern Sie aus der Vogelperspektive durchs Hinterland. Die Kamera klebt sehr nah am Geschehen – Zoomen ist nicht möglich. Etwas Überblick verschafft die einblendbare Karte. Mit Speer, Schwert & Axt schlagen Sie auf Gegner ein – dabei bestimmen vor allem Waffenqualität und Helden-Level den Kampfausgang. Für jeden besiegten Feind gibt es nämlich Erfahrungspunkte, die Sie in Fähigkeiten wie Angriff oder Verteidigung investieren. Außerdem lassen die Gegner neben Gold auch die ein oder andere brauchbare Waffe fallen. Das Spielprinzip ist bekannt – Diablo II lässt grüßen: Simpel aber suchterzeugend.

Aufbaustrategie: Neben der Monsterhatz sollte man sein Dorf nicht vergessen. Dieses besteht anfangs nur aus einem Gebäude, regelmäßig kommen aber potenzielle Siedler vorbei. Die wollen auch was essen, also errichten wir Bauer Arthur einen bescheidenen Hof und Wirtin Ruth einen kleinen Gasthof – der lockt noch mehr Besucher an. Gegen Bares lassen sich die Gebäude erweitern. Die Herren Siedler sind je nach Beruf verschieden anspruchsvoll: Der Bauer freut sich über ein Stückchen Land, die Hohepriesterin legt Wert auf eine hohe Lebensqualität und viel Ruhm des Stadtherren. Die Qualität gewährleisten wir durch Brunnen und Kräuterfelder, den Ruhm durch Monstermetzeln und erfüllte Aufträge. Immer wieder wendet sich nämlich der König an uns und fordert innerhalb einer Frist etwa 30 Nahrungseinheiten oder Zugang zu einem bestimmten Ort auf der Karte. Schaffen wir das, hagelts Ruhmespunkte – versagen wir, sinkt unser Ansehen. Regelmäßig brechen Plünderer auf, unser Dorf zu überfallen – vergleichbar mit den Heldentrupps aus Dungeon Keeper 2.

Fazit: Ein Augenschmaus ist "Hinterland – Das neue Königreich" nicht gerade: Die Texturen wirken matschig, die Figuren kantig. Immerhin läuft es dafür auch auf älteren Rechnern. Schade ist, dass es keinen Mehrspielermodus und keine Kampagne gibt – damit haben die Entwickler viel Potential verschenkt. Das Endlosspiel fesselt jedoch vor den Monitor – "nur noch ein Gebiet von Monstern säubern, nur noch 20 Ruhmpunkte sammeln". An die Pefektion der Vorbilder reicht Hinterland nicht heran, Aufbaustrategie und Rollenspiel sind aber gekonnt und mit eigenen Ideen angereichert miteinander verwoben. So dürfen Sie etwa Ihre Siedler ausrüsten und einfach mit auf die Monsterjagd nehmen. Für faire 29,99 Euro können Fans von Diablo II oder der Siedler-Reihe ins Hinterland aufbrechen.

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