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Steelseries H Wireless im Test

14.07.2014 | 12:12 Uhr |

Mit dem H Wireless hat Steel Series ein drahtloses Headset der Premiumklasse im Angebot, das unter anderem mit Dolby-Zertifizierung, üppigen Lieferumfang sowie intuitiver Bedienung aufwarten kann. Ob sich der Anschaffungspreis von rund 300 Euro lohnt, verraten wir Ihnen im Test.

Der dänische Hersteller Steelseries ist in Sachen Gaming-Peripherie kein Unbekannter und konnte sich vor allem mit dem Gaming-Headset Siberia V2 einen Namen in der Branche machen. Nun steigt der Hersteller eine Stufe weiter nach oben und bringt ein Premium-Headset der H-Serie auf den Markt, das „professionellen Audioklang ohne Kompromisse“ bieten will. Ob Steelseries auch große Töne mit den Drahtlos-Kopfhörern selbst spucken kann, erfahren Sie im Test.

Das Mikrofon lässt sich in der Ohrmuschel aufrollen.
Vergrößern Das Mikrofon lässt sich in der Ohrmuschel aufrollen.
© Steelseries

Tadellose Verarbeitung und praller Lieferumfang

Das H Wireless macht in Sachen Verarbeitung und Qualität einen sehr guten Eindruck, auch wenn es insgesamt vergleichsweise leicht ist, was dem hauptsächlich verwendeten Kunststoff geschuldet ist. Dafür liegt es nicht zu schwer auf dem Kopf und wirkt dennoch robust – ein großer Pluspunkt bei langen Gaming-Sessions oder wütenden „In-die-Ecke-werfen“. Allerdings hinterlassen wir auf den Hochglanzflächen der Ohrmuscheln hässliche Fingerabdrücke, häufiges Putzen ist also ein Muss. Die Ohrhörer selbst lassen sich um bis zu 90 Grad drehen, insgesamt ist das Headset aber nicht klappbar für einen komfortableren Transport.

Die Polster aus Kunstleder umschließen die Ohren komplett und schirmen dabei störende Außengeräusche relativ gut ab, ohne dabei stark zu drücken. Over-Ear-typisch schwitzen wir allerdings nach einigen Stunden um die Ohren herum. Auch das Kopfband selbst ist gepolstert, weshalb sich das Headset insgesamt sehr angenehm tragen lässt. Für große Köpfe ist das H Wireless dank verstellbaren Kopfbügel ohne Probleme geeignet, nur bei recht kleinen Köpfen könnte es tatsächlich zu groß sein. Das flexible Mikrofon lässt sich in der linken Ohrmuschel einrollen, eine kleine LED an der Spitze zeigt an, ob es stummgeschaltet ist. In der linken Seite findet übrigens auch der wechselbare Akku seinen Platz.

Der Akku lässt sich einfach wechseln, der kabelgebundene Betrieb ist auch möglich.
Vergrößern Der Akku lässt sich einfach wechseln, der kabelgebundene Betrieb ist auch möglich.

Derweil macht der Lieferumfang klar, dass das H Wireless für so ziemlich alle denkbaren Einsatzmöglichkeiten bereit ist. In der Verpackung befinden sich neben der Transmitter-Station (dazu gleich mehr) zwei Lithium-Ionen-Akkus, ein Netzteil mit vier verschiedenen Stromsteckern sowie eine Armada aus Kabeln: Einmal USB-auf-Micro-USB, einmal analoge Klinke, einmal Klinke für mobile Geräte, einmal optisch sowie einmal Klinke für die Chat-Funktion der Microsoft Xbox 360.

Der Lieferumfang bringt alles mit, um das Headset vielfältig einsetzen zu können. Eine Tasche hätte das Paket abgerundet.
Vergrößern Der Lieferumfang bringt alles mit, um das Headset vielfältig einsetzen zu können. Eine Tasche hätte das Paket abgerundet.

Transmitter-Station mit cleveren Features

Die kleine schwarze Box entpuppt sich als Dreh- und Angelpunkt des H Wireless. Hierüber erfolgen nicht nur die drahtlose Übertragung zum Headset, sondern auch die Dekodierung der verschiedenen Dolby-Techniken (unter anderem virtueller 7.1-Raumklang) sowie die Feinjustierung über den Equalizer. Beim verbauten Display setzt Steelseries auf die stromsparende OLED-Technik, die Ablesbarkeit ist selbst bei heller Umgebung einwandfrei. Doch eine wichtige Funktion hat die kleine Station zusätzlich noch: In die rechte Seite lässt sich der zweite Akku einschieben und aufladen – sehr schön! Damit ist sichergestellt, dass dem Headset auch bei ausgiebigen Gaming-Partien nicht der Saft ausgeht. Laut Hersteller soll eine Akkuladung aber für bis zu 20 Stunden Spielspaß reichen. Übrigens lässt sich das Headset auch problemlos mit Kabel betreiben, sofern das überhaupt noch nötig ist.

Vorder- und Rückseite der kleinen Transmitter-Box: Vorne mit OLED-Display, hinten mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten.
Vergrößern Vorder- und Rückseite der kleinen Transmitter-Box: Vorne mit OLED-Display, hinten mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten.
© Steelseries

Das Einstellen der verschiedenen Techniken und der Lautstärke erfolgt entweder direkt über die beiden Bedienelemente an der Box oder komfortabel über das Headset selbst. Hierfür verbaut Steelseries neben einem klickbaren Scrollrad eine weitere Taste an der Unterseite der rechten Ohrmuschel. Dort befindet sich auch der sogenannte „Share Port“, an den sich ein zweites Headset anschließen lässt. Die zweite „Chat“-Buchse verbindet sich über das mitgelieferte Kabel mit dem Xbox-360-Gamepad, um einen separaten Kanal für das Kommunizieren mit den Teamkollegen zu haben. Hierfür gibt es auch zwei Funktionen: Mit „Chatmix“ können Sie die Balance zwischen Chats und dem Spiele-Sound manuell regeln. „Livemix“ hingegen übernimmt das automatisch und drosselt den Spiele-Klang, wenn die Technik eine Kommunikation erkennt. Darüber hinaus verspricht der Hersteller kurze Latenzzeiten von nur 16 Millisekunden. Die drahtlose Übertragung soll auf einen Abstand von bis zu 12 Metern ohne Hindernisse funktionieren – das können wir in etwa bestätigen.

Die Transmitter-Station erlaubt zeitgleich auch das Aufladen des mitgelieferten zweiten Akkus.
Vergrößern Die Transmitter-Station erlaubt zeitgleich auch das Aufladen des mitgelieferten zweiten Akkus.

Technische Daten

Steelseries H Wireless

Fernbedienung

an der Ohrmuschel

Regler

 Lautstärke, Mikrofonstummschaltung, allgemeine Bedienung

Surround

ja, virtueller 7.1-Dolby-Surround-Sound

USB-Soundchip

Ja

Anschluss, Übertragung

Funk (Reichweite bis zu 12 Meter) / USB / Analog / Optisch / Klinke

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Impedanz

32 Ohm

Lautsprecher (Durchmesser)

Stereo (60 Millimeter)

Mikrofon abnehmbar

nein, aber aufrollbar in der Ohrmuschel

Lieferumfang

1x Transmitter-Station, 1x Netzteil, 2x Lithium-Ionen-Akku, 6x Kabel (Optisch, USB, Netzkabel, Analog, Mobil, Chat-Kabel für Xbox 360, 4x Stromstecker

Praxistest: Gaming, Filme und Musik

Bereits aus der Verpackung heraus weiß der ausgewogene Klang des H Wireless zu gefallen. Kein Klangbereich wirkt übertrieben betont. Bei vielen anderen Headsets ist vor allem der Bass erst einmal zu heftig. Dank der virtuellen 7.1-Technik „ Dolby Pro Logic IIx “ liefern die Stereotreiber einen passablen Raumklang, der uns größtenteils auch Gegner orten lässt. Auch in Filmen macht der Surround-Sound eine gute Figur. Selbst Musikhören macht mit dem H Wireless Spaß. Allerdings fällt uns auf, dass die maximale Lautstärke vergleichsweise zurückhaltend ist. Hier dürfte es mit Sicherheit einige Nutzer geben, die sich gerne eine höhere Lautstärke wünschen. Bemängeln müssen wir allerdings das Mikrofon, das von der Aufnahmequalität nur mittelmäßig ist, unser Gegenüber hat uns teilweise schlecht verstanden. Zu erwähnen ist auch noch der Umstand, dass das Mikrofon aufgrund von Lizenzproblemen nicht an der neuen Xbox One funktioniert.

An der rechten Ohrmuschel befinden sich zwei Anschlussbuchsen sowie die Bedienelemente.
Vergrößern An der rechten Ohrmuschel befinden sich zwei Anschlussbuchsen sowie die Bedienelemente.

Test-Fazit zum Steelseries H Wireless

Das Steelseries H Wireless ist ein wahrer Tausendsassa, der sich nicht nur aufs Gaming beschränkt: Uns gefallen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, denn somit eignet sich das Headset nicht nur für das stationäre Gaming, sondern lässt sich auch unterwegs am Smartphone oder Tablet nutzen. Auch die cleveren Features wie die Akkuaufladung in der Transmitter-Station und Bedienung über das Headset finden wir klasse, genau wie den prallen Lieferumfang, der seinesgleichen sucht. Am Tragekomfort und an der Verarbeitung lässt sich unserer Meinung nach kaum etwas beanstanden. Und in der wichtigsten Kategorie, dem Sound, muss sich das H Wireless nicht vor der Konkurrenz verstecken, eher das Gegenteil ist der Fall. Nur beim Mikrofon müssen die Kopfhörer etwas Kritik einstecken. Die positiven Punkte sind zu einem saftigen Preis von rund 300 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) allerdings zu erwarten: Damit ist das Headset nur etwas für anspruchsvolle Enthusiasten. In unserem PC-WELT-Preisvergleich ist das Gerät glücklicherweise schon ab 250 Euro zu haben.

Allgemeine Daten

Steelseries H Wireless

Testkategorie

Kopfhörer

Hersteller

Steelseries

Internetadresse

http://steelseries.com/de/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

299,99 Euro

Garantie

24 Monate

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