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Steelseries Apex M800 im Praxistest

14.07.2015 | 16:03 Uhr |

Der dänische Hersteller will mit der Apex M800 die schnellste und am meisten konfigurierbare mechanische Tastatur auf den Markt haben. Dafür sollen vor allem die selbstentwickelten QS1-Schalter sorgen, die sich 25 Prozent flotter auslösen lassen als andere Switches. Doch der Preis dafür fällt ziemlich happig aus.

Steelseries verwendet in seiner ersten Mechanik-Tastatur Apex M800 die neu entwickelten QS1-Schalter. Mit einer Auslösedistanz von nur 1,5 Millimeter und einer Betätigungskraft von 45 Gramm sollen besonders schnelle Eingaben möglich sein. Zum Vergleich: Die bei Gamer sehr beliebten Cherry-MX-Red brauchen bei der gleichen Kraft eine Distanz von zwei Millimetern. Darüber hinaus sollen die Switches bis zu 60 Millionen Anschläge überdauern – garantiert also ein gesamtes Zocker-Leben. Die Tastenkappen liegen im flachen Low-Profile-Design vor und sollen dadurch eine allzu schnelle Fingerermüdung vermeiden. Die Aufnahme der flachen Tastenkappen erfolgt über eine ein viereckiges Stecksystem, womit die Tasten schön stramm auf dem Modul sitzen – anders als bei der Kreuzaufnahme der Cherry-Schalter.

Mechanische Tastaturen - Grundlagenwissen

Der QS1-Schalter von Steelseries erlaubt flottes Tippen: Zum Auslösen der Taste ist nur eine Distanz von 1,5 Millimetern und ein Druck von 45 Gramm notwendig.
Vergrößern Der QS1-Schalter von Steelseries erlaubt flottes Tippen: Zum Auslösen der Taste ist nur eine Distanz von 1,5 Millimetern und ein Druck von 45 Gramm notwendig.
© Steelseries

Die QS1-Switches sind linear, verfügen also über keinen spürbaren Druckpunkt, den Sie zum Auslösen der Eingabe überwinden müssen. Deshalb fehlt der Apex M800 auch das typische Klackern anderer mechanischen Tastaturen, das Tippen geht hier also deutlich leiser von den Händen. Alle diese Faktoren erlauben eine hohe Schreibgeschwindigkeit, erhöhen dabei allerdings auch das Risiko sich zu Vertippen. Wer allerdings ein versierter Tipper ist, der kann mit der M800 sehr schnell schreiben.

Einzeltastenbeleuchtung & Technik

Wie es sich für eine aktuelle Gaming-Tastatur gehört, verfügt die Apex M800 über eine Einzeltastenbeleuchtung: Ähnlich wie bei den Romer-G-Schaltern von Logitech befindet sich die LED mittig im Schaltermodul und erlaubt eine sattere Ausleuchtung mit geringer Streuung. Bei den Farben haben Sie die Wahl aus dem kompletten, 16,8 Millionen großen RGB-Farbbereich. Die Helligkeit der Leuchten lässt sich indes in acht Intensitäts-Stufen regeln. Auch die beiden Außenseiten besitzen eine LED-Leiste.

Die LED sitzt in der Mitte und ermöglicht eine satte Ausleuchtung. Die viereckige Tastenkappe-Aufnahme sorgt für einen strammen Sitz.
Vergrößern Die LED sitzt in der Mitte und ermöglicht eine satte Ausleuchtung. Die viereckige Tastenkappe-Aufnahme sorgt für einen strammen Sitz.

In der Apex M800 arbeiten gleich zwei Mikroprozessoren, die sich die Arbeit ganz klar aufteilen: Einer kümmert sich nur um die Umsetzung der Tasteneingaben, während der andere Chip die restlichen Aufgaben wie die Beleuchtung übernimmt. Damit stellt Steelseries genug Ressourcen bereit, um ein Zero-Ghosting zu ermöglichen, das keine Eingaben beim gleichzeitigen Drücken mehrerer Tasten verschluckt.

Gleich zwei Mikroprozessoren sitzen in der Apex M800: Einer kümmert sich nur um die Beleuchtung, der andere um die Umsetzung der Eingaben und Befehle.
Vergrößern Gleich zwei Mikroprozessoren sitzen in der Apex M800: Einer kümmert sich nur um die Beleuchtung, der andere um die Umsetzung der Eingaben und Befehle.
© Steelseries

Treiber-Software für Effekte und Profile

Über die Treiber-Software Steelseries Engine 3 ist es möglich, jede einzelne Taste mit einer anderen Farbe zu belegen oder auch verschiedene Zonen anzulegen. Denkbar wäre beispielsweise eine andere Beleuchtung für die WASD-Tasten, um sie optisch vom Rest abzuheben. Doch auch verschiedene Leuchteffekte sind möglich: Beispielsweise das Atmen oder auch eine Lichtwelle. Bereits ab Werk gibt es 18 Beleuchtungsprofile, die die Tastatur beispielsweise in den Farben der amerikanischen oder dänischen Flagge erstrahlen lässt. Oder auch Leuchtprofile für Spiele-Genres wie FPS, MMO oder MOBA sind wählbar – alle Profile lassen sich auch nach eigenen Wünschen umgestalten. Es lassen sich auch Profile für einzelne Spiele anlegen, die die Software dann automatisch beim Start des jeweiligen Games startet – sofern Sie die korrekte Exe-Datei angegeben haben.

Im Treiber lassen sich auch Profile pro Spiel anlegen. Wenn Sie die entsprechende Exe-Datei angeben, dann startet die Tastatur auch automatisch das Profil!
Vergrößern Im Treiber lassen sich auch Profile pro Spiel anlegen. Wenn Sie die entsprechende Exe-Datei angeben, dann startet die Tastatur auch automatisch das Profil!

Natürlich lassen sich dort auch Profile anlegen und Makrobefehle eingeben. Die Bedienung ist dabei übersichtlich gestaltet und benötigt keine große Einarbeitung – sehr schön! Zusätzlich lassen sich die Einstellungen auch in der Steelseries-Cloud speichern, die allerdings einen kostenlosen Account voraussetzt. Eher spaßig anstatt von wirklich nützlich ist folgende Funktion: Ab Werk gibt es auch die Beleuchtungsprofile Minesweeper und Snake: Damit lassen sich die beiden Spiele direkt auf der Tastatur spielen. Wenn sie das jeweilige Profil aktivieren, erhalten Sie eine kleine Meldung mit der Spielanleitung. Bei Snake startet beispielsweise die Return-Taste das Spiel, worauf Sie mit den Pfeiltasten die Schlange steuern und die zufällig gesetzten (andersfarbigen in diesem Fall) Punkte fressen.

Nicht wirklich nützlich, aber erwähnenswert: Es lässt sich sogar Minesweeper oder Snake auf der Tastatur spielen (siehe links).
Vergrößern Nicht wirklich nützlich, aber erwähnenswert: Es lässt sich sogar Minesweeper oder Snake auf der Tastatur spielen (siehe links).

Extra-Tasten und USB-Hub

Die Apex M800 besitzt sechs separate Makrotasten, die sich untereinander an der linken Seite befinden. Dank genügen Abstand zum regulären Tastenfeld ist die Gefahr auch recht gering, sich im Eifer des Gefechts zu verdrücken. Die Taste „W“ ist außerdem mit „haptischen Markierungen“ versehen, um sie auch blind ertasten zu können: Dabei handelt es sich um zwei kleine Erhebungen. Die Steuerung von Multimedia-Funktionen ist durch eine Doppelbelegung der F-Tasten möglich – hier hätten wir uns gesonderte Tasten gewünscht. Die Leertaste ist außerdem breiter gestaltet, um sie einfacher mit dem Daumen zu treffen.

An der Rückseite stehen zwei USB-2.0-Ports zur Verfügung. Das zwei Meter lange Kabel ist mit Stoff umflochten, um eine längere Lebensdauer und Haltbarkeit zu gewährleisten.
Vergrößern An der Rückseite stehen zwei USB-2.0-Ports zur Verfügung. Das zwei Meter lange Kabel ist mit Stoff umflochten, um eine längere Lebensdauer und Haltbarkeit zu gewährleisten.
© Steelseries

An der Rückseite befinden sich zwei USB-2.0-Anschlüsse, Audio-Durchleitungen gibt es dagegen nicht. Das zwei Meter lange Kabel ist geflochten und so für eine lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Höhe der Tastatur lässt sich nicht über ausklappbare Standfüße verändern, sondern über mitgelieferte Gummifüße. Die möglichen Winkel liegen dann bei sieben oder zehn Grad. Etwas umständlich finden wir das Ganze allerdings schon.

Mechanische Tastaturen im Test

Handballenauflage und Verarbeitung

Eine Handballenauflage, die Sie direkt an die M800 klemmen, gibt es nicht – dafür legt Steelseries beim Kauf eine Auflage aus Schaumstoff bei. Bei unserem Testsample lag diese Auflage nicht bei, weshalb wir keine Aussagen dazu machen können. Dennoch, die nette Gratis-Dreingabe soll sich auf einen Wert von rund 20 Euro belaufen. Apropos Lieferumfang: Der Hersteller hat auch an die Mac-User und liefert Tastenkappen für den Gebrauch an Apple-PCs mit. An der Unterseite befindet sich zudem noch eine Ausbuchtung für das Verstauen von Kabeln.

An der Unterseite der Apex M800 befindet sich eine Ausbuchtung, um Kabel darunter zu verstauen.
Vergrößern An der Unterseite der Apex M800 befindet sich eine Ausbuchtung, um Kabel darunter zu verstauen.
© Steelerseries

Erwartungsgemäß hoch sind unsere Ansprüche an die Verarbeitungsqualität der Apex M800, denn schließlich liegt der empfohlene Verkaufspreis bei satten 199,99 Euro! Doch in diesem Punkt enttäuscht uns Steelseries etwas, denn die komplette Tastatur besteht nur aus Kunststoff und wirkt dadurch nicht wie eine 200-Euro-Tastatur. Hinzu kommt, dass die Tasten schnell verschmieren und das Gehäuse einfach einen etwas klapprigen Eindruck hinterlässt.

An den Außenseiten befinden sich ebenfalls LED-Leisten, die für Atmosphäre sorgen sollen.
Vergrößern An den Außenseiten befinden sich ebenfalls LED-Leisten, die für Atmosphäre sorgen sollen.
© Steelerseries

Testfazit zur Steelseries Apex M800

Die Apex M800 ist für Gamer konzipiert, die auf schnelle Eingaben und umfangreiche Individualisierung aus sind. Die neuen mechanischen Schalter des Typs QS1 gefallen uns recht gut, denn sie erlauben flottes Tippen bei geringer Lautstärke und setzen sich so von den Cherry-MX-Versionen ab. Die Ausleuchtung der Tasten ist außerdem schön satt dank der mittigen Platzierung der LEDs. Zusätzlich ist die Treiber-Software übersichtlich aufgebaut und bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten sowie auch die Option, seine Konfigurationen in der Cloud zu speichern.

Allerdings müssen Sie tief in die Tasche greifen, denn Steelseries veranschlagt einen Preis von happigen 200 Euro, der unserer Meinung zu hoch angesetzt ist. Für diesen Preis hätten wir beispielsweise den Einsatz hochwertigerer Materialien erwartet. Hinzu kommt, dass nicht jeder mit dem leichtgängigen Hub der Tasten zurechtkommen dürfte – doch hier kommt es auf die persönlichen Vorlieben an. Die Höhenverstellung über die Gummifüße ist in der Praxis leider auch recht umständlich gelöst.

Technische Daten

Steelseries Apex M800

Maße (B x H x T)

510 x 174 x 41 Millimeter

Gewicht

1,4 Kilogramm

Bauart

mechanische Schalter (QS1)

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

2,0 Meter

Anschluss-Hub

2x USB 2.0

Format

Standardlayout mit Nummernblock (113 Tasten)

Sondertasten

5x Makro-Tasten

Beleuchtet

ja (RGB, 16,8 Millionen Farben)

Onboard-Speicher

ja

Extras

Multimedia-Funktionen über Doppelbelegung / N-Key-Rollover / bis zu 1000 Hz Polling-Rate / sperrbare Windows-Taste / lose Handballenauflage / speicherbare Profile / Cloud-Synchronisation

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Steelseries

Internetadresse

www.steelseries.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

199,99 Euro

Garantie

24 Monate

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