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Nvidia Optimus im Test

09.02.2010 | 15:00 Uhr |

Schnelle Notebooks sind nicht sparsam, sparsame Notebooks sind langsam. Dieses Dilemma will Nvidia mit der Optimus-Technik lösen: Optimus-Notebooks sollen starke 3D-Leistung und lange Akkulaufzeit bieten.

Das ist der Traum vieler Anwender: Ein rechenstarkes Notebook mit extrem langer Akkulaufzeit. Bisher musste man sich entscheiden: Für 3D-Spiele und rechenintensive Anwendungen, etwa das Abspielen von Blu-Ray-Filmen, braucht man ein Notebook mit 3D-Grafikkarte. Diese Laptops boten aber keine gute Akkulaufzeit, selbst wenn man im Akkubetrieb auf 3D-Anwendungen verzichtete. In besonders sparsamen Notebooks setzten die Hersteller dagegen eine im Chipsatz integrierte Grafiklösung ein, die aber für aktuelle 3D-Spiele viel zu langsam ist.

Wechsel-Grafik: Gut gemeint, schlecht gemacht
Zwar gibt es seit einiger Zeit Notebooks mit zwei Grafikkarten zwischen denen man umschalten kann: Zum Spielen schaltet der Anwender auf die 3D-Grafikkarte, für den Akkubetrieb oder zum Surfen aktiviert er die sparsame Chipsatzgrafik. Früher war dafür ein Neustart notwendig, bei aktuellen Notebooks dauert der Wechsel nur rund zehn Sekunden: Das Display wird kurz dunkel und flackert – danach arbeitet das Notebook mit der anderen Grafiklösung.

Doch laut Nvidia schalteten Anwender entsprechender Notebooks fast nie zwischen den Grafikchips um. Außerdem gab es bisher nur wenige Notebooks, die mit zwei Grafikchips arbeiteten – zum Beispiel das Subnotebook Sony VGN-Z41MD/B . Die Umschalt-Lösung war vielen Herstellern zu aufwändig – und zu teuer.

Doppel-Grafik: Optimus-Notebooks bringen zwei Grafikkarten mit
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© 2014

Neuer Ansatz: Nvidia Optimus
Optimus soll mit diesen Problemen aufräumen. Bei Notebooks mit Optimus soll die 3D-Grafikkarte nur aktiv sein, wenn ein Programm ihre Leistung benötigt – zum Beispiel ein Spiel. Beendet der Nutzer das Spiel, schaltet der Treiber die 3D-Grafikkarte ab und die stromsparende Chipsatzgrafik übernimmt wieder. Der Wechsel zwischen den Grafikchips passiert automatisch – der Anwender bekommt davon nichts mit.

Nvidia Optimus: Diese Technik soll Notebooks zu hoher 3D-Leistung und langer Akku-Laufzeit verhelfen
Vergrößern Nvidia Optimus: Diese Technik soll Notebooks zu hoher 3D-Leistung und langer Akku-Laufzeit verhelfen
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Die ersten Notebooks mit Optimus-Technik will Asus auf den Markt bringen. Weitere Hersteller - etwa Medion - wollen folgen. Diese Notebooks werden einen Nvidia-Grafikchip aus der 200M- oder 300M-Serie besitzen sowie mit Windows 7 arbeiten. Denn das neue Betriebssystem kann mit zwei gleichzeitig aktiven Grafikkarten-Treibern umgehen. Bei Vista taucht im Geräte-Manager immer nur die gerade aktive Grafikkarte auf. Bei Windows 7 sehen Sie dort immer beide. Auch die künftige Chip-Generation von Nvidia („Fermi“) wird Optimus unterstützen.

Optimus wird auch in Netbooks zum Einsatz kommen. Das könnte eine Revolution bei den Mini-Notebooks geben: Netbooks mit Nvidias Ion-Grafik wie der Asus Eee PC 1201N bieten zwar ordentliche 3D-Leistung und sind sogar fit für HD-Wiedergabe. Bei der Akkulaufzeit sind sie aber Netbooks mit Intels Atom-Prozessor nicht gewachsen. Optimus-Netbooks werden künftig den neuen Atom-Prozessor N450 und seine integrierte Spar-Grafik GMA 3150 mit einem leistungsfähigen Nvidia-Grafikchip verbinden.

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