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Space Hawk im Test – Die Galaxie im Wohnzimmer

15.12.2015 | 11:10 Uhr |

Bei vielen Kindern sind Brettspiele längst passé, Spiele auf dem Smartphone oder der Konsole sind in. Ravensburger dreht den Spieß mit Space Hawk um und verbindet beide Welten zu einem interessanten Spielerlebnis für Kids und Junggebliebene.

Wenn es allein nach der Größe geht, dann hat Space Hawk von Ravensburger schon vor dem Auspacken gewonnen. Denn der Karton misst einen halben auf einen halben Meter, da braucht es schon ein wenig Platz unter dem Weihnachtsbaum. Im Inneren verbergen sich ein Plastik-Raumschiff, jede Menge Planeten-Spielpläne sowie drei Würfel, aka „Action-Roboter“ oder besser "Drobbies". Um in die Welt von Space Hawk eintauchen zu können, benötigen Sie, beziehungsweise ihr Kind noch ein Smartphone mit Android respektive iOS. Denn das Spiel selbst kommt als rund 600 MB große, kostenlose App, die noch heruntergeladen werden muss. Eine Liste mit kompatiblen Endgeräten finden Sie am Ende des Artikels.

Space Hawk ist im Grunde eine Kombination aus realem Spielzeug plus virtuellem Spiel. Hierfür wird das Smartphone im Inneren des Raumschiffs eingebaut. Die Plastikhalter machen dabei zwar auf den ersten Blick einen eher klapprigen Eindruck, haben aber im Test das iPhone durchweg sicher festgehalten. Das Raumschiff kann in drei verschiedene Positionen geklappt werden: „Flugmodus“, „Landemodus“ und „Erkundungsmodus“. Je nach Modus ist beispielsweise die Ladeluke geöffnet, oder die Flügel geben den Blick auf das Display des Smartphones im Inneren frei. Und so beginnt auch das eigentlich Spiel: Die Space Hawk wird in den Landemodus eingestellt und soll auf die Spielkarte mit einer Raumstation gesetzt werden. Über die Smartphone-Kamera wird der Plan gescannt/erkannt und die Geschichte beginnt

Das Raumschiff im geöffneten Zustand
Vergrößern Das Raumschiff im geöffneten Zustand
© Ravensburger

Space Hawk: Die Story

Die Geschichte spielt im Jahr 2525. Die Menschheit hat das All erobert und Captain Jenner (der Spielheld) ist mit seinem Schiff Space Hawk für Recht und Ordnung zuständig. Doch nun bedroht eine bislang unbekannte Gefahr den Rand der Galaxie. Ein Planet wird in Stücke zerrissen, Notsignale treffen ein, Monster bedrohen Siedlungen – Zeit also aufzuräumen. Und genau an der Stelle kommen Sie ins Spiel.

Space Hawk: Das Gameplay

Zugegeben, man kommt sich als Erwachsener schon ein wenig albern vor, mit einem Plastikraumschiff durch die Wohnung zu rennen. Und genau aus dem Grund wurde der Beste aller Söhne zum offiziellen Test-Helfer ernannt. Er passt mit dreizehn Jahren auch noch knapp in die Zielgruppe, die Ravensburger mit „ab 8 Jahre“ angibt.

Der Einstieg ins Spiel ist über die App sehr gut gelöst. Anfängern wird Schritt für Schritt erklärt, wo und wie man ziehen und schieben muss, um das Raumschiff in die gewünschte Position zu bringen und wie Smartphones sicher im Laderaum untergebracht werden. Hierbei fiel auf, dass es schon ein wenig Kraft benötigt, um die Positionen der Space Hawk zu verändern – zumindest beim Testmodell. Manch Achtjähriger dürfte hier die Hilfe eines Erwachsenen benötigen.

Danach ging es sofort los mit der Story: Captain Jenner befindet sich im Raumhafen und soll den Jungfernflug mit der Space Hawk absolvieren. Dies geschieht, indem der Spieler mit dem Raumschiff durch die Wohnung düst. Dabei muss natürlich nach links oder rechts ausgewichen werden, um nicht gegen Asteroiden zu donnern. Die Kommandos hierfür kommen per Smartphone-Lautsprecher aus dem Inneren des Raumschiffs. Nach dem ersten Einsatz werden den kleinen Weltraum-Helden die Einzelheiten des Schiffs näher erklärt, bevor der nächste Flug startet, bei dem es eine Wissenschaftlerin zu retten gilt.

Während und nach solchen Spieleinsätzen wird die Geschichte auf dem Smartphone-Display weiter geführt. Gespräche zwischen den virtuellen Charakteren treiben die Story voran und Aufgaben auf diversen Planeten werden ebenfalls über das Display erzählt beziehungsweise gespielt. Netter Sidekick sind die kleinen Roboterwürfel, kurz „Drobbies“ genannt. Die kleinen Helfer haben jeweils ihre eigene Persönlichkeit (witzig, brummelig, nervig, etc.) und dürfen bei Außeneinsätzen zeigen, was sie drauf haben. Die Roboter helfen so unter anderem beispielsweise dabei, Dinge aufzuspüren, können aber auch im Kampf Monster ablenken und mit allerlei Erweiterungen aufgerüstet werden, die während des Spiels gefunden werden. So vermischt sich das Actionspiel mit kleineren Rollenspielelementen. Schön ist auch, dass das ganze Kinderzimmer, beziehungsweise die komplette Wohnung über die Verteilung der Planetenkarten zum Spielzimmer wird. Je nachdem, wie weit die einzelnen Planeten voneinander entfernt sind - also in der Wohnung - artet das Ganze fast schon in Sport aus. Hier kommt auch ein Negativpunkt für eher jüngere Kinder zum Tragen: Das Raumschiff wiegt schon einiges. Und teilweise muss es für längere Zeit ein der Luft gehalten werden. Das kann kleinere Kinder überfordern.

Die Spielewelten im Smartphone-Display
Vergrößern Die Spielewelten im Smartphone-Display
© Ravensburger

Die Charaktere sind kindgerecht, wenn auch ein wenig klischeehaft (für Erwachsene). Neben dem Captain Jenner gibt es beispielsweise die Wissenschaftlerin Tara Hawking(!), die ca. 240 Jahre alt ist, dafür aber noch ganz gut aussieht. Deren Vater, kurz Mentor genannt, ist hingegen das wissenschaftliche Wikipedia des Spiels. Er hatte sich nach einem Unfall selbst digitalisiert, um sein Wissen für die Menschheit zu bewahren. Alter: etwa 1.000 Jahre. Eine nettes Detail für Star-Trek-Fans am Rande: Captain Jenner heißt voll ausgeschrieben Captain T. Jenner. Wofür das „T“ steht, will er aber partout nicht verraten…

Fazit:

Space Hawk vereint reales Spielen mit einer witzigen und gut funktionierenden App, die sinnvoll in den Spielablauf integriert ist. Kinder zwischen 8 und maximal 12 Jahren werden bei ihrer Reise in ferne Galaxien voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Das Raumschiff wirkt an der ein oder anderen Stelle ein wenig billig verarbeitet, hält aber das darin verankerte Smartphone sicher und fest. Wenn Sie Ihrem Kind Ihr eigenes Handy zum Spielen anvertrauen, sollten Sie zu Beginn sicherstellen, dass wirklich alles festgezurrt ist und das Gerät nicht aus Versehen auf den Boden plumpst. Das Spiel selbst ist kindgerecht. So kann die eigene Crew nicht sterben, nur Monster segnen das Zeitliche. Die Missionen machen Spaß, sind teils recht humorvoll und viele kleine Details sprechen den Entdeckergeist an. Und sollte das erste, dem Spiel beiliegende Abenteuer „Das dunkle Herz“ erfolgreich abgeschlossen sein (Spielzeit in etwa 5 bis 7 Stunden), warten bereits drei weitere Episoden auf kleine Entdecker. Jede davon kostet rund 20 Euro UVP und erweitern das Grundspiel um neue Spielpläne, neue Drobbies und mehr. Das Grundspiel selbst gibt es im Netz aktuell für rund 35 Euro, die Erweiterungen sind bereits ab 16 Euro erhältlich. Für die Menge an Spielspaß ist das Preis-/Leistungsverhältnis - insbesondere für die Erweiterungen - außerordentlich gut. Meinem Sohn und mir haben die Ausflüge der Space Hawk jedenfalls eine Menge Spaß bereitet.

Zusatztipp : Für die passende Sound-Untermalung sollten Sie den Sound nicht über die Smartphone-Lautsprecher ausgeben, sondern besser über einen Bluetooth-Lautsprecher. Das sorgt noch einmal für ein erhebliches Plus an Atmosphäre beim Spielen!

Der Inhalt der Verpackung - nur die Smartphones fehlen.
Vergrößern Der Inhalt der Verpackung - nur die Smartphones fehlen.
© Ravensburger

Mit der Space Hawk-App kompatible Smartphones:

iPhone 4S, iPhone 5, iPhone 5C, iPhone 5S, iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPod touch 5. Generation, iPod touch 6. Generation, Amazon Fire Phone, Google Nexus 4, Google Nexus 5, Google Nexus 6, HTC One X, HTC One, HTC One S, HTC One M8, HTC One M9, Huawei Ascend P6, LG G2, LG G3, Motorola RAZR HD, Motorola Moto G, Motorola Moto X, Samsung Galaxy S2, Samsung Galaxy S3, Samsung Galaxy S3 mini, Samsung Galaxy S4, Samsung Galaxy S4 mini, Samsung Galaxy S5, Samsung Galaxy S5 mini, Samsung Galaxy S6, Samsung Galaxy S6 Edge, Samsung Galaxy Note, Samsung Galaxy Note 2, Samsung Galaxy Note 3, Samsung Galaxy Note 4, Sony Xperia P, Sony Xperia S, Sony Xperia Z, Sony Xperia Z1 Compact.

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