Tablet-PC

Sony Tablet S im Test

Dienstag, 11.10.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Sony Tablet S 32GB Wi-Fi (SGPT112DE/S.G4)
Sony Tablet S 32GB Wi-Fi (SGPT112DE/S.G4)
Preisentwicklung zum Produkt
Endlich gibt es auch von Sony ein Tablet - und was für eines: Das Tablet S konkurriert mit iPad 2 und Galaxy Tab 10.1. Dabei macht es vieles anders, aber nicht alles besser.
Mit dem Tablet S steht Sony immerhin juristisch auf der sicheren Seite: Denn das Android-Tablet mit 9,4 Zoll großem Bildschirm unterscheidet sich deutlich vom iPad 2 – anders als Samsung sollte Sony also keine Klagen wegen Geschmacksmusterverletzung von Apple zu fürchten haben. Das Sony Tablet S ist keilförmig, an einem Ende ist das Gehäuse deutlich dicker. Daher liegt es anders als die meisten Tablets nicht flunderflach auf dem Tisch, sondern leicht geneigt: Dadurch tippen Sie bequemer auf der Bildschirm-Tastatur des Tablet S und auch das Steuern durch Fingergesten fällt leichter, beim iPad 2 benötigen Sie für eine ergonomische Neigung das zusätzliche Smart Cover. Laut Sony soll das Tablet S durch die Verdickung auch einfacher zu halten sein, Sie können das Tablet dann im Stehen wie eine Zeitschrift in einer Hand halten. Doch in der Praxis erlahmt dabei rasch der Arm und man packt das Tablet S wie alle großen Tablets lieber mit zwei Händen.


Sony Tablet S: Alles Plastik

Auf den ersten Blick wirkt das Sony Tablet S weniger wertig als das Apple iPad 2: Das liegt zum einen an der Keilform, die das Tablet S dicker macht als das Apple-Tablet. Zum anderen daran, dass das Gehäuse des Tablet S aus Kunststoff gefertigt ist, was Sie beim Anfassen sofort spüren. Allerdings liegt das Tablet gut in der Hand, denn die Gehäuserückseite ist mit einer griffigen Struktur überzogen.

Sony Tablet S: Genauso teuer wie das iPad 2, aber mit mehr Anschlüssen

Mit 479 Euro kostet das Sony Tablet S genauso so viel wie das entsprechende Modell des iPad 2 mit WLAN und 16 GB internem Speicher. Sony kopiert die Preise des iPad 2 auch beim 32-GB-Modell des Tablet S, das für 579 Euro verkauft wird und der 3G-Variante, die ab November mit 16 GB für 599 Euro verfügbar sein soll. Die Ausstattung des Tablet S ist dagegen nicht identisch zum iPad 2: Das Sony-Tablet besitzt es mehr Schnittstellen. Hinter einer Plastikabdeckung verbirgt sich eine USB-2.0-Micro-Buchse über die sich nicht nur das Tablet mit einem PC oder Notebook verbinden lässt (Client-Modus), sondern auch externe Geräte ans Tablet angeschlossen werden können (Host-Modus) – sofern Sie die passenden Kabel besitzen, denn Sony legt keine bei. Den Speicher können Sie mittels SD-Karte erweitern: Eine eingeschobene Karte lässt sich aber nur mühsam herausfummeln, denn der Steckplatz sitzt vertieft im Gehäuse. Einen HDMI-Ausgang bringt das Sony Tablet S nicht mit. Dafür hat es zwei Kameras: Eine VGA-Kamera für Video-Chats sitzt vorne, eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Sie nimmt Videos in 720p-Auflösung auf.

Zwei Android-3.0-Tablets von Sony
Zwei Android-3.0-Tablets von Sony

Das Update auf Android 3.2 ist schon verfügbar

Das Sony Tablet S wird mit Android 3.1 (Honeycomb) ausgeliefert: Ein Update auf Version 3.2 bietet Sony seit Ende September an. Sie können es mit der Menü-Option "Systemaktualisierung" einspielen, die Datei ist 181 MB groß. Sony hat dem Tablet S keine eigene Bedieneroberfläche spendiert, die Standard-Oberfläche von Honeycomb allerdings verbessert: Zum Beispiel finden Sie rechts in der Action Bar ein Icon für das Favoriten-Menü: Dort können Sie Lesezeichen, Videos, Fotos oder Musik sowie Spiele und Updates aus sozialen Netzwerken ablegen und mit einem Touch aufrufen. Das Programm-Menü bringt Sony beim Tablet S auf einer Seite unter, üblicherweise müssen Sie bei Honeycomb blättern, wenn Sie viele Apps installiert haben. Das Scrollen selbst durch eine lange Menüliste ist flüssig und sehr schön anzusehen: Es wirkt wie wenn ein Windhauch über die App-Icons fährt.

Sony Tablet S: Mehr und bessere Apps als bei anderen Android-Tablets

Auch bei den Apps hat sich Sony viel Mühe gegeben und liefert auf dem Tablet S deutlich mehr als das Honeycomb-Standard-Paket. Der Music-Player beispielsweise bietet eine schön animierte Cover-Ansicht, in der sich Cover verschieben und stapeln lassen. Über die SensMe-Channels lässt sich die Musik analysieren und automatisch in verschiedene Themen-Kanäle einsortieren. Außerdem verfügt das Tablet S über eine Infrarotschnittstelle: Sie können es daher über die gleichnamige App als Fernbedienung für Ihre Wohnzimmergeräte verwenden. Im Test klappte das mit Fernsehern und Set-Top-Boxen unterschiedlicher Hersteller problemlos. Sehr bequem lässt sich das Tablet S auch ins Multimedia-Netzwerk als Client oder Server einbinden: Im Video Player beispielsweise gibt es ein Player-Icon mit dem Sie ein Abspielgerät im Netzwerk für den Inhalt auswählen können, den das Tablet gerade wiedergibt.

Noch ein Traum: Unbegrenzter Musik- und Filmnachschub fürs Tablet S

Besonders bei Multimedia-Inhalten für das Tablet will Sony Apples iTunes-Store Paroli bieten: Noch funktionieren allerdings weder der Musik-Store Music Unlimited noch das Filmportal Video Unlimited: Dort waren während des Tests nur fünf ältere Filme zu je 99 Cent verfügbar. Erst zum Ende des Jahres soll ein breites Angebot an Musik und Filmen bereit stehen. Auch der Reader Store, der das Sony Tablet mit E-Books und Zeitschriften versorgen soll, wird erst zum Jahresende in Deutschland starten. Ebenfalls Nachschub soll es bald für die Playstation-Funktion des Tablet S geben: Zum Start sind auf dem Playstation-zertifizierten Tablet die Spiele Crash Bandicoot und Pinball Heroes installiert. Fürs echte Playstation-Gefühl am Tablet können Sie auf dem Bildschirm die Bedienelemente des Playstation-Controllers einblenden.

Bedienung: Das Tablet S gehört zur Android-Spitzenklasse

Mit den Techniken Quick View und Quick Touch hat Sony die Bedienung des Tablet S flüssiger gestaltet als bei anderen Android-Tablets: Das Sony Tablet S reagiert sehr schnell auf Fingereingaben, auch die meisten Apps starten ohne Wartezeit. Beim Scrollen in Webseiten gibt es nur minimale Ruckler, auch Zoomgesten setzt das Tablet schnell und mit kaum sichtbarem Nachschärfen der Buchstaben um. Nur bei Webseiten mit vielen Bildern und Seitenelementen wie Kästen kommt der Pinch-Zoom des Tablet S ins Stolpern: Wenn Sie den Daumen bei der Zoom-Geste schnell zusammenziehen, interpretiert das Tablet S dies offenbar als Tap-Zoom und versucht die Breite der Elemente an den Bildschirm anzupassen – was recht lange dauert. Abgesehen davon liegt das Tablet S bei der Finger-Bedienung im Spitzenfeld der Android-Tablets – zusammen mit dem Samsung Galaxy Tab 10.1 und dem HTC Flyer. An das iPad 2 kommt es allerdings nicht ganz heran – das klingt abgedroschen, aber in der Praxis reagiert das Apple-Tablet auf alle Fingergesten immer noch einen Hauch flüssiger.

Die Bildschirm-Tastatur des Tablet S überzeugt auf ganzer Linie: Selbst beim schnellen Tippen verschluckt sie keine Eingaben. Zum Eingeben von Zahlen lässt sich ein zusätzlicher Ziffernblock einblenden, zeigt die Tastatur Korrekturvorschläge sowie eine Textvorschau. Insgesamt war das Tippen bisher auf keiner Tablet-Tastatur bequemer.

BEDIENUNG Sony Tablet S
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Bedienung über Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik angenehm / angenehm / ja / kapazitiv
Spracheingabe / Flugzeugmodus ja / ja
E-Mail-Zugang: POP3 / Imap / Exchange ja / ja / ja
Zugriff auf Gerät per PC / Datensicherung auf PC möglich ja / teilweise

Sony Tablet S: Es hapert bei der Ausdauer

Das Samsung Galaxy Tab 10.1 ist etwas leichter, das Apple iPad 2 ein bisschen schwerer als das Sony Tablet S. Allerdings halten beide im Akkubetrieb länger durch als das Sony-Tablet, das mit knapp fünf Stunden bei der Videowiedergabe und rund 7,5 Stunden beim WLAN-Surfen nur mittelmäßige Ausdauer beweist.

MOBILITÄT Sony Tablet S
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 587 / 100 Gramm
Akkulaufzeit: Video-Test / WLAN-Test 4:53 / 7:22 Stunden

Heller Bildschirm mit hoher Auflösung

Besser schneidet im Test der Bildschirm des Tablet S ab: Er zeigt auf 9,4 Zoll Diagonale eine Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkten und dank höherer Punktedichte ein etwas schärferes Bild als beispielsweise das iPad 2 und das Samsung Galaxy Tab 10.1. Der Bildschirm gehört außerdem zu den hellsten Tablet-Displays, weshalb Sie das Tablet S auch unter freiem Himmel gut ablesen können. Weiterer Pluspunkt: Das Display ist sehr blickwinkelstabil. Doch wieder kommt das Sony-Tablet nicht am iPad 2 vorbei, das knackigere Farben und ein tieferes Schwarz auf den Bildschirm bringt.

BILDSCHIRM Sony Tablet S
Diagonale / Auflösung / 16:9-Format 9,4 Zoll (24,0 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / nein
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 361 cd/m² / 773:1 / gering

Bei den Geschwindigkeits-Tests zeigte das Sony Tablet S zwei Gesichter: Der Browser arbeitete sehr schnell, auch Flash-Inhalte sind für ihn kein Problem. Doch bei der Datenübertragung per WLAN und USB ließ sich das Tablet S mehr Zeit als vergleichbare Tablets. Die Multimedia-Fähigkeiten des Tablet S liegen auf dem Niveau der meisten Honeycomb-Tablets – sind also mittelmäßig: H.264-Filme in 1080p und High Profile packt der Tegra-Prozessor nicht, bis 720p oder bei Kodierung im Baseline-Profile läuft alles flüssig, selbst wenn das Video im MKV-Container steckt. Musikdateien bereiten dem Sony-Tablet keine Probleme, Office-Dateien dagegen schon, weil Sony keine passende App vor-installiert.

GESCHWINDIGKEIT Sony Tablet S
Browser: Geschwindigkeit / mittlere Ladezeit für Webseiten / darstellbare Internetformate / stellt Flash-Elemente dar 90,0 Punkte / 5,6 Sekunden / 78 Prozent / vollständig
Startzeit: ausgeschaltet / aus Bereitschaft 32 / 1 Sekunden
Video-Wiedergabe in normaler / HD-Auflösung flüssig / flüssig
WLAN-Tempo 10,5 MBit/s
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 180 Sekunden
MULTIMEDIA Sony Tablet S
Abspielbare Video- / Audioformate 3GP, MKV, MP4, WMV / AAC, FLAC, MP3, OGG, WAV
Anzeigbare Foto- /Text- /e-Book-Formate BMP, JPG, PNG / PDF, TXT / EPUB, PDF, TXT
Audioqualität: Frequenzgangabweichung / max. Lautstärke 3,0 dB(U) / 67 dB(A)
UMWELT UND GESUNDHEIT Sony Tablet S
Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last 0,0 / 0,0 Sone
Leistungsaufnahme: Betrieb / Bereitschaft / Aus 5,6 / 0,0 / 0,0 Watt
Wärmeentwicklung 30° Celsius
Dienstag, 11.10.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • shosenfeld 08:27 | 13.01.2012

    Frontkamera zu dunkel

    Hallo momentan kann ich nur sagen das man auch mal mehr Wert auf die Kameras der Tablets legen sollte. Diese werden scheinbar nicht in Tests mit einbezogen. Bei meinem Tablet S ist die Frontkamera nicht zu gebrauchen, da dass Bild total dunkel ist. Mein Gesicht ist bei guter Beleuchtung nur schemenhaft auszumachen. Mittlerweile habe ich das auch schon in verschiedenen Foren mehrfach von anderen Besitzern dieses Tablets lesen können. Also wär sich solch ein Gerät kaufen möchte sollte aufpassen, wenn Ihm das wichtig ist. Alles Andere funktioniert tadellos. Wer hat das Problem mit der dunkelen Kamera noch?

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