Systemkamera

Sony NEX-7 im Test

Montag den 23.01.2012 um 09:30 Uhr

von Verena Ottmann

Sony NEX-7 im Test
Vergrößern Sony NEX-7 im Test
Mit der NEX-7 bringt Sony eine Systemkamera mit gigantischen 24,3 Megapixeln auf den Markt. OLED-Sucher, Full-HD-Videofunktion und ein ausgeklügeltes Bedienkonzept machen das Modell zusätzlich interessant. Lesen Sie, wie die NEX-7 im Test abgeschnitten hat.
Mit der Sony NEX-7 betritt der Hersteller das Premium-Segment der Systemkameras. Denn nicht nur ist der Preis erstmals vierstellig. Das Gerät ist auch das erste NEX-Modell mit einer Auflösung jenseits der 20 Megapixel, die sonst nur den Spiegelreflexkameras des Herstellers vorbehalten ist.

Bildqualität: Wenig Bildrauschen, Auflösung könnte besser sein

Die Sony NEX-7 produzierte das geringste Bildrauschen bei ISO 200 und 400. Den höchsten Wert ermittelten die Tester bei ISO 100 - er gab jedoch keinen Anlass zur Sorge. Der herrschte vielmehr bei der Auflösungsmessung. Die Ergebnisse bei kurzer, mittlerer und langer Brennweite ließen zum Bildrand hin stark nach, was den Wirkungsgrad auf gerade mal 48,8 Prozent drückte. Das entspricht umgerechnet einer Auflösung von 5,6 Megapixeln, was für einen 24,3-Megapixel-Sensor keine Glanzleistung ist.


BILDQUALITÄT Sony NEX-7
Wirkungsgrad / gemessene Auflösung 48,80 % / 5,6 Megapixel
Bildrauschen: bei ISO 64 / 80 / 100 / 200 / 400 / 800 / 1600 - / - / 4,08 / 2,96 / 2,84 / 3,01 / 3,17
Darstellbare Blendenstufen Eingangsdynamik) / Helligkeitsstufen Ausgangsdynamik) 8,6 / 246
Scharfzeichnung 16,5
Randabdunklung: Weitwinkel / Normal / Tele 1,5 / 1,0 / 0,4 Blenden
Verzeichnung: Weitwinkel / Normal / Tele -3,6 / 1,5 / 1,1 %

Schuld an diesem Ergebnis trägt zum großen Teil das mitgelieferte Kit-Objektiv, das deutlich dezentriert war. Zudem verzeichnete es im Weitwinkel um 3,6 Prozent, was sehr viel ist. Bei mittlerer und langer Brennweite lag die Verzeichnung noch bei 1,5 und 1,1 Prozent. Deutlich besser fiel der Dynamikumfang der Sony NEX-7 aus: Die Eingangsdynamik war sehr hoch, die Ausgangdynamik nur wenig schlechter.

Ausstattung: Flexible Speicherkartenslots, Sucher und Klappdisplay

Bei der Sony NEX-7 erfolgt die Bildstabilisierung über das Objektiv. Als Speichermdium haben Sie die Wahl zwischen einer SDXC-Karte oder einem Memory Stick Duo Pro. Besonders praktisch ist das 3-Zoll-Display, das mit 921600 Bildpunkten nicht nur sehr hoch auflöst, sondern sich auch nach vorne und oben kippen lässt.

AUSSTATTUNG Sony NEX-7
Objektiv: Modell / Vergrößerungsfaktor / Brennweite Sony E-Mount SEL1855 / 3,0fach / 18 bis 55 Millimeter
Sucher ja
Bildstabilisator nicht vorhanden (über Objektiv)
Bildschirm: Größe / Auflösung / verstellbar 7,62 Zentimeter / 0,92 Megapixel / ja
Blendenvorwahl / Zeitvorwahl ja
Anschlüsse USB, HDMI
Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab 23 / 25 Zentimeter
Serienbildfunktion / Videofunktion 10 Bilder pro Sekunde / 1920 x 1080 Bildpunkte (50 Bilder pro Sekunde)

Alternativ zum Bildschirm können Sie auch den elektronischen Sucher verwenden. Im Videomodus setzt die Sony NEX-7 die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkte bei 50 Vollbildern pro Sekunde ein. Als Aufnahmeformat ist wahlweise AVCHD oder MP4 möglich. Hier fanden die Tester die Qualität des Autofokus beim Zoomen besonders beeindruckend - er arbeitete schnell und zuverlässig.


Handhabung: Tolles Bedienkonzept, Top-Arbeitsgeschwindigkeit

Für die Belichtungskorrektur, die Blende/Verschlusszeit und die Lichtempfindlichkeit steht jeweils ein eigenes Drehrad zur Verfügung, was die Bedienung der Kamera und die Einstellung der Bildparameter sehr einfach macht. Hinzu kommt eine kurze Auslöseverzögerung sowie eine schnelle Bereitschaft zwischen den einzelnen Aufnahmen.

HANDHABUNG Sony NEX-7
Bedienung und Menüstruktur sehr einfach
Abmessungen L x B x H), Gewicht 120 x 67 x 43 Millimeter / 538 Gramm
Arbeitsgeschwindigkeit sehr schnell
Qualität Bildschirm kontrastreich und scharf
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja

Fazit: Sony NEX-7

Aufgrund des dezentrierten Objektivs blieb die Sony NEX-7 hinter den Erwartungen zurück. Zwar war das Rauschverhalten vorbildlich, und auch der Dynamikumfang war hoch. Die zum Rand hin stark nachlassende Auflösung zwang jedoch den Wirkungsgrad in die Knie - und schmälert das Fotovergnügen deutlich.

Eine wahre Freude war dagegen die Bedienung der NEX-7: Dank separater Einstellräder für die wichtigsten Bildparameter ging sie gut von der Hand. Ein praktisches Feature ist auch der klappbare Bildschirm.


TESTERGEBNIS (NOTEN) Sony NEX-7
Bildqualität (50%) 2,99
Ausstattung (25%) 3,25
Handhabung (20%) 1,77
Service (5%) 2,32
Aufwertung 0,20 (besonders einfache Bedienung)
Testnote befriedigend (2,58)
Preis-Leistung noch preiswert
ALLGEMEINE DATEN Sony NEX-7
Testkategorie Systemkameras
Systemkamera-Hersteller Sony
Internetadresse www.sony.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 1349 Euro
Sonys technische Hotline 01805/252586
Garantie des Herstellers 24 Monate
TECHNISCHE DATEN Sony NEX-7
Auflösung 6000 x 4000 Bildpunkte 24,0 Megapixel)
Sensortyp / Sensorgröße CMOS / 23,5 x 15,6 Millimeter
Brennweitenverlängerung 1,5fach
digitaler Zoom: maximal fach
Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab 23 / 25 Zentimeter
Rote-Augen-Funktion / Gesichtserkennung nein / ja
interner Speicher / einsteckbare Speicherkarten MB / SDXC, Memory Stick Pro Duo
Akku / Ladegerät / Netzteil ja / ja / nein
Software Picture Motion Browser Ver. 5.7, Image Data Converter 3.2, Lightbox SR 2.2
TESTERGEBNISSE Sony NEX-7
Handhabung
Bedienung sehr einfach
Abmessungen L x B x H), Gewicht 120 x 67 x 43 Millimeter / 538 Gramm
Arbeitsgeschwindigkeit sehr schnell
Qualität Bildschirm kontrastreich und scharf
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
Service
Garantiedauer 24 Monate
Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar ja/ nein / 10 Stunden / ja / ja
Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar ja / ja / ja / ja

Montag den 23.01.2012 um 09:30 Uhr

von Verena Ottmann

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (3)
  • kschachts 17:13 | 13.02.2012

    Einzigartige Testmethoden mit "origineller" Argumentation!

    Ich greife nur zwei Ihrer Argumente auf, um Ihre Leser auf die ungewöhnlichen Testmethoden der PC-Welt bei Digitalkameras hinzuweisen:

    Wenn eine Fachzeitschrift eine digitale Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera mit wechselbaren Objektiven testet, dann müssen natürlich der Body und die Objektive GETRENNT bewertet werden! Schließlich will der interessierte Leser ja die Fähigkeiten der Kamera (also des Bodys) kennen lernen. Das geht nur, wenn der Body mit einem möglichst guten Objektiv getestet wird. So machen es alle etablierten Testinstitute. Macht man es wie die PC-Welt, dann erfährt man fast ausschließlich, wie schlecht das verwendete Objektiv ist, nicht aber, welche Reserven und Qualitäten die Kamera selbst hat! Hier ist das Objektiv der Qualitäts-"Flaschenhals".

    In einem hiervon getrennten Test können dann die zu diesem Body passenden Objektive getestet werden. Der geneigte Leser hat dann erst alle notwendigen Infos, sich für eine für ihn passende Kamera-Objektiv-Kombination zu entscheiden.

    Leider wird manchmal der Fehler gemacht (so auch hier), bei vergleichenden Tests von Kameras nur den "größten gemeinsamen Nenner" zu testen, also nur die Funktionen, die bei allen Modellen existieren. Dabei gehen aber die individuellen Möglichkiten und besonderen Funktionen der Kameras unter. Ein Beispiel: Bei dunklen Lichtsituationen muss eine Kamera auf sehr hohe ISO-Werte eingestellt werden, um das Foto überhaupt machen zu können. Das resultiert in sichtbarem, störenden, starken Bildrauschen. Kennt die Kamera (z.B. die NEX-7) aber den Trick, mehrere Bilder in schneller Folge zu machen und diese dann intern zu einem rauscharmen Ergebnis zu verrechnen, dann erhält der Fotograf ein sehr gutes Ergebnis trotz schlechter Lichtverhältnisse.

    Sie stehen offenbar auf dem Standpunkt, solche pfiffigen Möglichkeiten einer Kamera ignorieren zu müssen. Warum eigentlich? Letztlich zählt doch das Ergebnis, und das ist bei Einsatz moderner Kamerafunktionen um Welten besser, als bei Modellen mit herkömmlicher Technik.

    In unserem Fall kann die NEX-7 die meisten Unzulänglichkeiten des Kit-Objektivs vollständig ausgleichen (Vignettierung, Farbränder, Verzeichnung), und das auch noch fast perfekt! Sie aber ignorieren das lieber und werten statt dessen die Kamera aufgrund der Unzulänglichkeiten des Objektivs ab. Ich kann das nicht nachvollziehen!

    Ein bisschen kenne ich mich als studierter Physiker mit dem Testen von Geräten aus. Vielleicht käme es den Kameratests der Zeitschrift PC-Welt zugute, wenn Sie sich qualifizierten(!) fachlichen Rat einkaufen würden. Ihre Leser würden davon profitieren!

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  • Verena Ottmann 16:31 | 13.02.2012

    Zitat: kschachts
    Macht PC-WELT diese Kameratests eigentlich selbst, oder werden die Tests wie es bei Neuvorstellungen und Erstbewertungen zugegeben wurde, extern eingekauft?


    Natürlich testen wir Kameras selbst. Ausnahmen sind nur die so genannten "Produkteinschätzungen".

    Zitat: kschachts
    Und wer bitte kommt auf die Idee, eine Systemkamera aufgrund eines bekanntlich suboptimalen Objektivs abzuwerten?


    Wir testen Systemkameras und DSLRs immer mit dem Standard-Kit, weil diese Kombination am häufigsten gekauft wird. Mag schon sein, dass es bessere Objektive gibt. Aber die müssen Sie extra kaufen - was einen Test wenig vergleichbar macht. Wir sehen das als Service für den Kunden, die Kit-Kombination zu testen.

    Zitat: kschachts
    Wurde beim Test denn eigentlich die kamerainterne Verzeichnungs- und Vignettierungs-Korrektur zugeschaltet? Oder kannte sich der Tester so wenig mit der Kamera aus, dass er das gar nicht kannte?


    Auch das ist eine Entscheidung, die wir für Kameras getroffen haben: Wir testen die Fähigkeiten des Geräts, nicht die Fähigkeit des Anwenders, Menüeinstellungen vorzunehmen. Wenn eine Kamera nur mit internen Optimierungen gute Bilder machen kann, spricht dies nicht unbedingt für die Kamera - sondern nur für den Programmierer des Herstellers.

    Zitat: kschachts
    Wird denn der Test wiederholt oder ersetzt, sobald die von Sony angekündigten hochwertigen Objektive zur Verfügung stehen? Erst dann sollte man eine Bewertung von Verzeichnung, Auflösung, Wirkungsgrad, Vignettierung, Schärfeabfall zum Rand hin, etc vornehmen. Denn das sind sämtlich Eigenschaften des Objektivs und NICHT etwa die der Kamera!


    Nein, wieso? Wir machen keine Objektivtests, wir bewerten die Kamera mit dem Kit-Objektiv. Denn - wie oben schon erwähnt - das ist die Kombination, die am häufigsten gekauft wird.


    Zitat: kschachts
    Immerhin weiß ich jetzt auch, warum keine einzige der exzellenten Systemkamera-Modelle von Sony in der PC-WELT Top-10 zu finden ist!


    Stimmt nicht, die NEX-7 ist relativ hoch platziert.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Verena Ottmann

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  • kschachts 16:20 | 26.01.2012

    Wer testet hier was?

    Macht PC-WELT diese Kameratests eigentlich selbst, oder werden die Tests wie es bei Neuvorstellungen und Erstbewertungen zugegeben wurde, extern eingekauft?

    Und wer bitte kommt auf die Idee, eine Systemkamera aufgrund eines bekanntlich suboptimalen Objektivs abzuwerten? Es handelt sich, ähnlich wie bei DSLRs, um ein Kamerasystem, bei denen verschiedene Objektive an ein Gehäuse angesetzt werden können. Warum verwendet der Tester ausgerechnet ein solches Objektiv für den Test der Kamera? Nur weil Sony es auch im Programm hat? Es gibt viel bessere! Man testet einen Ferrari ja auch nicht mit dünnen Billigreifen. Es gibt inzwischen diverse Objektive zur Auswahl, nicht nur das 18-55!

    Wurde beim Test denn eigentlich die kamerainterne Verzeichnungs- und Vignettierungs-Korrektur zugeschaltet? Oder kannte sich der Tester so wenig mit der Kamera aus, dass er das gar nicht kannte?

    Wird denn der Test wiederholt oder ersetzt, sobald die von Sony angekündigten hochwertigen Objektive zur Verfügung stehen? Erst dann sollte man eine Bewertung von Verzeichnung, Auflösung, Wirkungsgrad, Vignettierung, Schärfeabfall zum Rand hin, etc vornehmen. Denn das sind sämtlich Eigenschaften des Objektivs und NICHT etwa die der Kamera!

    Immerhin weiß ich jetzt auch, warum keine einzige der exzellenten Systemkamera-Modelle von Sony in der PC-WELT Top-10 zu finden ist!

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